09 Corynebacterium spp., Diphtherie-Toxin bildend (Diphtherie)

ICD10: TA36.-T Diphtherie,
TA36.0T Rachendiphtherie (Angina pseudomembranacea diphtherica, Tonsillendiphtherie),
TA36.1T Nasenrachendiphtherie,
TA36.2T Kehlkopfdiphtherie (Diphtherische Laryngotracheitis),
TA36.3T Hautdiphtherie, exkl.: Erythrasma,
TA36.8T Sonstige Diphtherie (diphtherisch: Konjunktivitis, Myokarditis, Polyneuritis),
TA36.9T Diphtherie, nicht näher bezeichnet

 

Klinisches Bild

Klinisches Bild einer akuten Diphtherie, definiert als Tmindestens eineT der beiden folgenden Formen:

· TRachendiphtherieT, definiert als Tmindestens einesT der beiden folgenden Kriterien:

- festhaftende pseudomembranöse Beläge im Nasen-Rachen-Raum (z.B. auf den Tonsillen),

- XFieberX TundT Halsschmerzen.

ICD10: TA36.0T Rachendiphtherie (Angina pseudomembranacea diphtherica, Tonsillendiphtherie),
TA36.1T Nasenrachendiphtherie,
TA36.2T Kehlkopfdiphtherie (Diphtherische Laryngotracheitis)

· THautdiphtherieT, definiert als

- Haut- oder Bindehautläsion (-veränderung).

ICD10: TA36.3T Hautdiphtherie, exkl.: Erythrasma

Zusatzinformation

Bei impfpräventablen Krankheiten sollten stets Angaben zur Impfanamnese (Anzahl der vorangegan­genen Impfungen, Art und Datum der letzten Impfung) erhoben (z.B. Impfbuchkontrolle) und über­mittelt werden.

Labordiagnostischer Nachweis

Positiver Befund bei TbeidenT folgenden Untersuchungsschritten:

[direkter Erregernachweis:]

- Erregerisolierung (kulturell) TundT

[Toxinnachweis:]

- Nachweis des Diphtherie-Toxins (z.B. Elek-Test) bzw. XNukleinsäure-NachweisX (z.B. PCR) des Diphtherie-Toxin-Gens Tnur im IsolatT.

Zusatzinformation

Als toxinbildende Erreger kommen neben C. diphtheriae in seltenen Fällen auch andere Spezies, typischerweise C. ulceras und C. pseudotuberculosis in Betracht.

Epidemiologische Bestätigung

Epidemiologische Bestätigung, definiert als folgender Nachweis unter Berücksichtigung der Inkubationszeit:

· TEpidemiologischer ZusammenhangT mit einer labordiagnostisch nachgewiesenen Infektion beim TMenschenT durch

- Mensch-zu-Mensch-Übertragung ToderT

- gemeinsame Expositionsquelle (z.B. potentiell kontaminierte Gegenstände).

Inkubationszeit ca. 2-5 Tage, gelegentlich länger.

 

Über die zuständige Landesbehörde an das RKI zu übermittelnder Fall

A. Klinisch diagnostizierte Erkrankung

Entfällt.

B. Klinisch-epidemiologisch bestätigte Erkrankung

Klinisches Bild einer akuten Diphtherie, ohne labordiagnostischen Nachweis, aber mit epidemiologischer Bestätigung.

C. Klinisch-labordiagnostisch bestätigte Erkrankung

Klinisches Bild einer akuten Diphtherie und labordiagnostischer Nachweis.

D. Labordiagnostisch nachgewiesene Infektion bei nicht erfülltem klinischen Bild

Labordiagnostischer Nachweis bei bekanntem klinischen Bild, das die Kriterien für eine akute Diphtherie nicht erfüllt. Hierunter fallen auch asymptomatische Infektionen.

E. Labordiagnostisch nachgewiesene Infektion bei unbekanntem klinischen Bild

Labordiagnostischer Nachweis bei fehlenden Angaben zum klinischen Bild (nicht ermittelbar oder nicht erhoben).

 

Referenzdefinition

In Veröffentlichungen des Robert Koch-Instituts, die nicht nach Falldefinitionskategorien differenzieren (z.B. wöchentliche „Aktuelle Statistik meldepflichtiger Infektionskrankheiten“ im Epidemiologischen Bulletin), werden nur Erkrankungen der Kategorien TBT und TCT gezählt.

 

Gesetzliche Grundlage

Meldepflicht

Dem Gesundheitsamt wird gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. c IfSG der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an Diphtherie, sowie gemäß § 7 Abs. 1 Nr. 8 IfSG der direkte oder indirekte Nachweis von TToxin bildendemT Corynebacterium diphtheriae, soweit er auf eine akute Infektion hinweist, namentlich gemeldet. Darüber hinaus stellt das Gesundheitsamt gemäß § 25 Abs. 1 IfSG ggf. eigene Ermittlungen an.

Übermittlung

Das Gesundheitsamt übermittelt gemäß § 11 Abs. 1 IfSG an die zuständige Landesbehörde nur Erkrankungs- oder Todesfälle und Erregernachweise, die der Falldefinition gemäß § 4 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. a IfSG entsprechen.

Zusätzlich ist gemäß § 12 Abs. 1 IfSG das Auftreten von Diphtherie vom Gesundheitsamt unverzüglich an die zuständige oberste Landesgesundheitsbehörde und von dieser unverzüglich dem RKI zu übermitteln. Der Begriff 'Auftreten' schließt neben der Infektion/Erkrankung und dem Tod auch Verdachtsfälle ohne labordiagnostischen Nachweis und ohne epidemiologische Bestätigung ein.

Urheberrecht

Mit freundlicher Erlaubnis des Robert Koch-Instituts Berlin. TDort finden Sie auchT eine Auflistung sämtlicher aktueller Falldefinitionen: (Externer Link!RKI )