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Sitzende Lebensweise

Hinweis: Nachfolgender Text ist ein komprimierter Auszug. Das komplette Faktenblatt finden Sie unter "Downloads".
Sitzende Lebensweise - ein Gesundheitsrisiko

Sitzen dominiert den Alltag. Kinder und Jugendliche sitzen in der Schule, Erwachsene bei der Arbeit. Beide Gruppen sitzen auf dem Weg zur Arbeit, der Schule und nach Hause. Sie sitzen mittags in der Kantine und schließlich abends vor dem Fernseher. Mit jeder Stunde, die eine Person länger ununterbrochen sitzt und dabei nur geringe Mengen an Energie verbraucht, steigt das Risiko, vorzeitig zu versterben. Auch das (relative) Risiko für kardiale Erkrankungen ist erhöht und es gibt Befunde, die eine zuverlässige Assoziation zu Übergewicht und zu Diabetes mellitus vom Typ 2 wahrscheinlich erscheinen lassen. Durch körperliche Aktivität ist das Gesundheitsrisiko, das durch vermehrtes Sitzen entsteht, möglicherweise zu mindern, aber nicht gänzlich zu beseitigen. Vielmehr lässt es sich nur beseitigen, indem das Sitzen, bei dem nur eine geringe Menge Energie verbraucht wird (sedentariness), vermieden oder zumindest stark eingeschränkt wird.

Fazit
Sedentariness ist ein Verhalten, bei dem im Sitzen nur eine geringe Menge an Energie verbraucht wird. Es ist ein eigenständiges Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, für Diabetes Mellitus Typ 2 und vermutlich auch für Krebs. Das Risiko hat seine Ursache in muskulären Stoffwechselvorgängen, die "gebremst" werden, wenn die großen Muskelgruppen inaktiv sind. Das Risiko lässt sich vermeiden oder zumindest mindern, wenn längere Phasen des Stillsitzens immer wieder für kurze Zeit unterbrochen werden.

Empfehlung
Personen sollten angehalten werden, längere ununterbrochene Phasen des Sitzens im Alltag und in der Freizeit zu vermeiden. Immer wieder einmal aufstehen, einige Minuten Stehen oder Umhergehen sind risikomindernde Strategien. Im Arbeitsalltag lässt sich das integrieren, wenn einige Gewohnheiten neu organisiert und Prozesse anders arrangiert werden: Aufstehen beim Telefonieren, den Drucker außer Griffweite platzieren, Besprechungen an Stehtischen durchführen und Botengänge machen, statt Emails im gleichen Gebäude versenden.

Weiterführende Links zum Thema
http://www.bhfactive.org.uk/resources-and-publications-item/328/index.html
Überblick über die Erkenntnisse zu Sedentariness und Gesundheit (englischsprachig)

http://www.sedentarybehaviour.org/
Die Organisation Sedentary Behaviour Research Network (SBRN) beschäftigt sich mit den gesundheitlichen Auswirkungen des Sitzens auf die Gesundheit (englischsprachig)