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Arbeitslosigkeit und Gesundheit

Eine Arbeit zu haben dient weit mehr als nur dem Zweck, den Lebensunterhalt finanzieren zu können. Arbeit zu haben bedeutet Teilhabe am gesellschaftlichen und sozialen Leben und prägt unsere persönliche Identität und unser Selbstwertgefühl. Der Verlust der Arbeit und länger andauernde Arbeitslosigkeit stürzen Menschen oftmals in eine kritische Lebensphase. Arbeitslose Menschen haben eine schlechtere Gesundheit und ein höheres Risiko, krank zu werden; das belegen zahlreiche Studien. Analysen des Mikrozensus 2005 zeigen für Nordrhein-Westfalen, dass Arbeitssuchende einen doppelt so hohen Krankenstand im Vergleich zu Erwerbstätigen aufweisen. Länger andauernde Arbeitslosigkeit kann sich negativ auf Körper und Seele auswirken und hier schließt sich der Kreis: Wer gesundheitlich angegriffen beziehungsweise eingeschränkt ist, hat es umso schwerer, vermittelt zu werden und wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Gesundheitsförderung von Arbeitslosen hat also eine Schlüsselfunktion und bildet deshalb einen besonderen Schwerpunkt der Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit NRW. Doch obgleich Arbeitslose einen hohen Bedarf an Prävention und Gesundheitsförderung haben, werden sie in der Praxis bisher nur in sehr geringem Maße von Maßnahmen der arbeitsintegrativen Gesundheitsförderung erreicht.

Die Koordinierungsstelle will dem entgegenwirken. Dabei stehen zwei Ziele im Vordergrund:

  • Sammlung und Verbreitung von Know-how zur Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen.
  • Lokale und überregionale Vernetzung der Akteurinnen und Akteure aus Arbeitsförderung und Gesundheitsförderung in Nordrhein-Westfalen.

Diese Ziele sollen insbesondere durch Veranstaltungen und Leitfäden erreicht werden.

Wie hoch sind die Arbeitslosenzahlen in Nordrhein-Westfalen? Wie sieht das Verhältnis der Arbeitslosenzahlen in NRW zum Bundesdurchschnitt aus? Welche Unterschiede gibt es bei Geschlecht, Alter und Ausbildungsstatus? Wie sehen die Daten zur Langzeitarbeitslosigkeit aus?

Welche Daten gibt es zur physischen und psychischen Gesundheit arbeitsloser Frauen und Männer? Welche Rolle spielt Stress bei der Entstehung gesundheitlicher Einschränkungen? In welcher Wechselbeziehung stehen Krankheit und Arbeitslosigkeit zueinander?

Welche Charakteristika und geschlechtsspezifischen Unterschiede gibt es beim Gesundheitsverhalten von arbeitslosen Frauen und Männern? Auf welche Gesundheitsressourcen können Arbeitslose zurückgreifen? Welchen Einfluss haben Familie, Freunde und Bekannte auf die Gesundheit?

Welche Zielgruppen können identifiziert und erreicht werden? Welche Herausforderungen müssen beachtet werden? Welche Chancen gibt es bei der Planung und Durchführung von Strategien der Prävention und Gesundheitsförderung? Auf welchen Ebenen können Interventionen ansetzen?

Wirksame Prävention und Gesundheitsförderung von Arbeitslosen setzen gute Kenntnisse der Ergebnisse aus Forschung und Praxis voraus. Die Übersicht relevanter Fachpublikationen und eine Auswahl interessanter Links zu Institutionen der Gesundheits- und Arbeitsförderung unterstützen eine vertiefte Recherche zu der Thematik.

In Hagen und Duisburg wurde das Modellprojekt zur "Gesundheitsförderung für arbeitslose Menschen" durchgeführt. Bei dem Projekt geht es um die Vernetzung der Akteurinnen und Akteure der Arbeitsförderung und des Gesundheitssystems sowie um die Optimierung des Schnittstellenmanagements.

Akteurinnen und Akteure der Gesundheits- und Arbeitsförderung stehen in der Praxis oft vor erheblichen Herausforderungen bei der Planung und Umsetzung von Angeboten und Maßnahmen. Die (Online-)Leitfäden sollen einen praxisnahen und gleichzeitig theoretisch fundierten sowie methodisch abgesicherten Beitrag zur Unterstützung der Arbeit vor Ort leisten.