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Modellprojekte

Die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Nordrhein-Westfalen führt zu ausgewählten Themenschwerpunkten Modellprojekte durch. Dabei stehen im Vorfeld entwickelte Arbeitshilfen, besonders relevante methodische Ansätze sowie in Konferenzen und Workshops behandelte Themen im Vordergrund. Die modellhafte Umsetzung stellt in diesem Sinn den jeweils letzten Schritt eines Entwicklungsprozesses dar; was zunächst wissenschaftlich-konzeptionell vorbereitet und im Rahmen von Workshops oder Fachgruppen praxisnah ausgearbeitet wurde, wird nun in kommunalen Kontexten erprobt. Die Modellprojekte werden im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten dokumentiert und evaluiert.

Ziele
In Hagen und Duisburg wurde das Modellprojekt "Gesundheitsförderung für arbeitslose Menschen" durchgeführt. Bei dem Projekt ging es um die Vernetzung der Akteurinnen und Akteure der Arbeitsförderung und des Gesundheitssystems und um die Optimierung des Schnittstellenmanagements. Das Schnittstellenmanagement zwischen Arbeitsförderung und Gesundheitsförderung ist ein komplexes Thema, das vielerorts noch am Anfang steht. Dabei liegen im Schnittstellenmanagement - im Kern in der Frage "Wie kommen betroffene Arbeitslose an Angebote der Gesundheitsförderung oder -versorgung vor Ort?" - viele Verbesserungspotentiale für die gesundheitliche Situation von arbeitslosen Menschen. Gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren der Gesundheits- und Arbeitsförderung wurde der Bedarf an präventiven und gesundheitsfördernden Maßnahmen für arbeitslose Menschen in Hagen und Duisburg erörtert und das Schnittstellenmanagement zwischen Arbeitsförderung und Gesundheitsförderung verbessert und ausgebaut. Die Bedürfnisse und Bedarfe der arbeitslosen Menschen wurden über eine Befragung erfasst und fanden im Projektverlauf Berücksichtigung.

Durch den Zusammenschluss der Akteurinnen und Akteure vor Ort sollten die gesundheitlichen Belastungen für arbeitslose Menschen in beiden Städten reduziert und die Zugangswege zu Angeboten der Gesundheitsversorgung und -förderung verbessert werden. So sollen langfristig die Chancen der erwerbslosen Menschen auf dem Arbeitsmarkt erhöht und die Lebensqualität der Betroffenen gesteigert werden.

Die Modellprojekte wurden in 2012 begonnen und bis 2014 fortgeführt. Über die Projektlaufzeit hinaus werden die aufgebauten Strukturen für weiterführende Aktionen und für Initiativen einzelner Akteurinnen und Akteure nachhaltig genutzt.

Modellstandorte
Für die Umsetzung der Ziele und die Einhaltung des Maßnahmen- und Zeitplans übernahmen die Stadt Hagen und das Gesundheitsamt Duisburg die Federführung. Die Projektkoordination lag in Hagen beim Leiter der Geschäftsstelle der Hagener Gesundheitskonferenz und in Duisburg beim Gesundheitsamt, relevante Akteurinnen und Akteure der Arbeits- und Gesundheitsförderung wurden in das Projekt eingebunden.

weitere Informationen zum Projekt am Standort Hagen

weitere Informationen zum Projekt am Standort Duisburg

Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit (Hrsg.):  Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen. Themenblatt 1-2016
Im Themenheft werden Beispiele erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen Arbeitsförderung und Gesundheitssystemen vorgestellt. Dazu zählen unter anderem auch die beiden kommunalen Modellprojekte aus Duisburg und Hagen. Ferner werden das Modellprojekt der Bundesagentur für Arbeit und der Gesetzlichen Krankenversicherung zur "Empfehlung zur Zusammenarbeit" sowie ein Landesprogramm aus Thüringen, CARDEA 2.0, vorgestellt. Abgerundet wird die Publikation von einer Auswahl kostenloser Kursangebote für arbeitslose Menschen.

Kommunale Ansprechpersonen

Bettina Schumacher
Stadt Duisburg
Geschäftsstelle Kommunale Gesundheitskonferenz
Ruhrorter Straße 195
47049 Duisburg
E-Mail: b.schumacher@stadt-duisburg.de
Richard Matzke
Stadt Hagen
FB Gesundheit und Verbraucherschutz
Berliner Platz 22
58089 Hagen
E-Mail: richard.matzke@stadt-hagen.de

Dokumentation
Eine praxisnahe, kleinschrittige Beschreibung zu Vorbereitung, Verlauf und wesentlichen Ergebnissen finden Sie in der Projektdokumentation. Erfolge und Schwierigkeiten werden gleichermaßen berücksichtigt.

Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen. Zwei Projekte aus Nordrhein-Westfalen zum Schnittstellen-Management zwischen Arbeitsförderung und Gesundheitssystem. LZG.NRW 2016