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Überblick: Qualitätsinstrumente in Gesundheitsförderung und Prävention

Evaluationstools
Im Bereich "Evaluationstools" sind zahlreiche Instrumente (Fragebögen und Tests) zusammen gestellt, die sich für die Ergebnisevaluation von bewegungs- und ernährungsbezogenen Interventionen eignen. Die Seite wird ergänzt durch eine Einführung in die Prinzipien der Ergebnisevaluation, die es Praktikerinnen und Praktikern ermöglichen soll, einfache Evaluationsstudien selber durchzuführen. Zahlreiche Praxisbeispiele geben hierfür Anregungen.

Gemeindenahe Gesundheitsförderung
Bei diesem Instrument, das für gemeindebezogene Gesundheitsförderungsprogramme in Bayern entwickelt wurde, handelt es sich um zwei Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Während die erste die Programmplanung beinhaltet, fokussiert die zweite auf Fragen zum Aufbau und zur Aufrechterhaltung von Strukturen und Partnerschaften. Die Schritte sind anschaulich beschrieben und erleichtern die systematische Projektarbeit. Eine dritte Anleitung zur Evaluation wurde ebenfalls veröffentlicht (Evaluation in der Gesundheitsförderung).

Goal Attainment Scaling - GAS (Zielerreichungsskalen)
Die klare Definition von Zielen ist für die Qualitätsentwicklung von zentraler Bedeutung. Zielerreichungsskalen bezeichnen ein Verfahren, bei dem in einem partizipativen Prozess das gewünschte Ergebnis (ggf. auch mit Teilzielen) festgelegt wird. Ausgehend von diesem Ergebnis wird eine Skala definiert, die Abweichungen nach oben (besser als erwartet) und nach unten (schlechter als erwartet) beschreibt. Das Instrument eignet sich auch zur Prozessevaluation, wenn jeweils Teilschritte definiert werden.

Good Practice-Kriterien
Bei den Good Practice-Kriterien handelt es sich um einen Katalog von 12 Kriterien, die im Konsens zahlreicher Anbieter von Gesundheitsförderungsangeboten für die Zielgruppe sozial Benachteiliger entwickelt wurden. Die Kriterien werden in einer Print-Publikation (auch als Download auf www.gesundheitliche-chancengleichheit.de) ausführlich erläutert und eignen sich als Reflektionsinstrument, um die eigenen Stärken und Schwächen zu analysieren. Die dazugehörige Datenbank mit gut 2.000 Projekten bietet zahlreiche Praxisbeispiele, die die Kriterien in hervorragender Weise umsetzen.

KEQ - Kapazitätsentwicklung im Quartier
Maßnahmen der Gesundheitsförderung zielen auch darauf ab, die Lebenswelten und Umwelten zu gestalten. Hierzu ist es auch notwendig, Expertise "vor Ort" aufzubauen, um nachhaltig Strukturen zu verändern. Der Fragebogen zur "Kapazitätsentwicklung im Quartier" erfasst mit 51 Fragen 5 Dimensionen der Kapazitätsentwicklung, die im Selbstbeurteilungsverfahren unter Einbindung aller Akteure beantwortet und in einem Netzdiagramm anschaulich dargestellt werden. Das Instrument kann ebenfalls Veränderungen im zeitlichen Verlauf erfassen. Materialien zu KEQ, zum Beispiel Fragebogen, Musteranschreiben, Beispielbericht etc., können auf den Seiten des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf abgerufen werden.

 Partizipative Qualitätsentwicklung
Die Partizipative Qualitätsentwicklung betrachtet Qualität in der Prävention und Gesundheitsförderung als Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen Zielgruppe, Geldgeber, Projektanbieter und anderen wichtigen Akteuren vor Ort. Die gleichberechtigte Einbindung aller an einer Intervention Beteiligten stellt jedoch eine besondere Herausforderung dar. Auf der Webseite www.partizipative-qualitaetsentwicklung.de werden Konzepte und Methoden zur Förderung der Kooperation der Akteure vorgestellt, mit einer besonderen Betonung auf Möglichkeiten zur Stärkung der Partizipation von Zielgruppen an der Entwicklung, Durchführung und Auswertung von Angeboten.

QIP - Qualität in der Prävention
QIP - Qualität in der Prävention ist ein externes Beurteilungsverfahren, das es Projekten und Initiativen ermöglicht, das eigene Angebot in Relation zu dem anderer Anbieterinnen bzw. Anbieter zu setzen. Es wird ein umfangreicher Dokumentationsbogen ausgefüllt, der von externen, geschulten Fachgutachterinnen und -gutachtern beurteilt wird. Auf dieser Grundlage wird ein Profil erstellt und an das Projekt mit konkreten Verbesserungsvorschlägen zurück gemeldet. QIP ermöglicht auch eine Standortbestimmung ("Benchmarking"), die Ausgangspunkt für weitere Qualitätsmanagement-Aktivitäten sein kann.

QUiG© - Qualitätszirkel in der Gesundheitsförderung und Prävention
Mit QUiG© wird ein in der medizinischen Versorgung erprobtes Instrument übertragen. In regelmäßigem kollegialen Austausch wird das eigene berufliche Handeln reflektiert. Voraussetzung ist eine geschulte Moderation und die Bereitschaft, sich in einem längeren Prozess mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen.

Quint-essenz
Quint-essenz ist das wohl umfassendste Qualitätssystem, das derzeit im deutschsprachigen Raum existiert. Es verbindet Projektmanagement mit Qualitätskriterien, orientiert sich an den verschiedenen Projektphasen und hinterlegt verschiedene Qualitätsdimensionen mit 3 bis 5 Kriterien. Quint-essenz ist eine Internetseite (www.quint-essenz.ch), auf der eine Vielzahl von praxisnahen Instrumenten (zum Beispiel Checklisten, Planungs- und Evaluationstabellen) kostenlos verfügbar sind. Diese sind auch für Einsteigerinnen und Einsteiger gut nutzbar. Fortgeschrittene können sich für das Online-Tool registrieren, mit dem sich Projekte qualitätsgestützt steuern lassen.

Selbstevaluation
Der Leitfaden "Einführung in die Selbstevaluation. Ein Leitfaden zur Bewertung der Praxis Sozialer Arbeit" (König 2007) wurde im Rahmen der sozialen Arbeit entwickelt, eignet sich aber ebenso für die Gesundheitsförderung und Prävention. Das Buch gibt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die sehr praxistauglich aufbereitet ist.

Außerdem hat das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen einen Leitfaden "Ergebnisevaluation von Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung. Ein Leitfaden zur Selbstevaluation für Praktikerinnen und Praktiker" (LZG.NRW 2016) herausgegeben, der eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit anschaulichen Beispielen aus der Praxis bietet (auch als Onlineleitfaden verfügbar).