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Qualität in der Gesundheitsförderung - Begriffsdefinition

Die Bedeutung des Begriffs "Qualität" leuchtet im Alltag zunächst einmal intuitiv ein. Er hat etwas damit zu tun, dass ein Produkt fehlerfrei ist oder eine Dienstleistung so erfüllt wurde, dass man als Kundin oder Kunde damit zufrieden ist (Außensicht) und die hinter dem Produkt oder der Dienstleistung liegende Arbeit möglichst reibungslos und mit vertretbarem Aufwand erfolgt (Innensicht).

Der Qualitätsbegriff wurde in der Industrie entwickelt. In der DIN EN ISO-Norm 8402 wird Qualität definiert als die "Gesamtheit von Merkmalswerten einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen" (Selbmann 2000). Für die industrielle Produktion lässt sich diese abstrakte Formulierung leicht übersetzen: Qualität meint hier, dass die Merkmale eines Produktes die zuvor festgelegten Kriterien erfüllen; zum Beispiel ein Autoreifen, der leise rollt, gut haftet und langlebig ist. Aber was sind die "Merkmalswerte" in der Gesundheitsförderung? Das US-amerikanische Institute of Medicine formuliert Qualität im Gesundheitssektor als "das Ausmaß, in dem Gesundheitsleistungen für Individuen und Populationen die Wahrscheinlichkeit erwünschter gesundheitlicher Behandlungsergebnisse erhöhen und mit dem gegenwärtigen professionellen Wissensstand übereinstimmen" (SVR 2001, S. 57).

Auf Gesundheitsförderung und Prävention übertragen bedeutet Qualität also, dass die Wahrscheinlichkeit gewünschter Ergebnisse (also zum Beispiel ein gesteigertes Bewegungsverhalten) steigt und die Intervention selbst wissenschaftlich fundiert ist.