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Die Arbeit mit dem Public Health Action Cycle

Das Denken in Regelkreisen veranschaulicht der Public Health Action Cycle (siehe zum Beispiel Ruckstuhl et al. 1997): Auf die Problemanalyse folgt die Ableitung einer Interventionsstrategie, darauf die Umsetzung beziehungsweise Implementation und schließlich die Bewertung/Evaluation.

In der Schweiz hat das Institut für Sozial- und Präventivmedizin in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit ein Arbeitsinstrument entwickelt, das sich an den einzelnen Phasen des Public Health Action Cycle orientiert. Für jede Phase wurden Leitfragen formuliert, die man zur Reflexion der Projektarbeit nutzen kann.

In der Broschüre "Förderung der Qualität in Gesundheitsprojekten. Der Public Health Action Cycle als Arbeitsinstrument" (Ruckstuhl et al. 1997) sind praktische Aspekte zum Public Health Action Cycle zusammengestellt. Hier sind für die vier Phasen die folgenden Leitfragen formuliert:

  • Welche Informationen sind erforderlich, um eine Intervention zu legitimieren? Anhand welcher Kriterien wird das Zielpublikum festgelegt? (Problemdefinition)
  • Wie kann bei der Entwicklung einer Intervention alles schief laufen? (Strategieformulierung)
  • Unter welchen Bedingungen kann eine Intervention möglichst erfolgreich durchgeführt werden? (Implementation/Umsetzung)
  • Wie erfolgreich ist die Intervention? (Bewertung/Evaluation)

Diese Fragen sind richtungsweisend für die Planung, Durchführung und Bewertung von Projekten und werden durch "handlungsleitende Fragen" spezifiziert. Anhand dieser kann beispielsweise kritisch reflektiert werden, ob

  • die Datengrundlage für das Projekt ausreichend ist;
  • es überhaupt eine öffentliche Wahrnehmung für die anvisierte Problemstellung gibt;
  • zentrale Aspekte für die Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern bedacht sind;
  • die Kommunikation nach außen und nach innen gefördert wird oder
  • ob die Ziele formuliert beziehungsweise hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit gerprüft sind.

In der Broschüre sind auf diese Weise Faktoren gebündelt, die zum Gelingen oder Misslingen von Projekten beitragen können. Zusätzlich wird die Bedeutung der einzelnen Phasen herausgestellt und es werden Beispiele aus der Praxis hinzugezogen sowie kritisch beleuchtet.

In der Anwendung erfordert das Arbeitsinstrument vor allem die Fähigkeit, die eigene Arbeit kritisch zu beleuchten. Wenn man dabei auf Schwachstellen aufmerksam wird, ist man gefordert, eigenständig Problemlösestrategien zu entwickeln. Hierbei kann ein Rückgriff auf andere - hier vorgestellte - Instrumente hilfreich sein.