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Qualitätsmanagement in unterschiedlichen Projektphasen

Das Qualitätsmanagement ist in allen Phasen eines Projektes relevant. Allerdings sind je nach Projektphase jeweils unterschiedliche Fragen von Bedeutung:
In der Planungsphase ist vor allem die Konzept-, Assessment- und Planungsqualität wichtig. Die Fragen beziehen sich zum Beispiel darauf, ob die Intervention theoretisch fundiert ist, ob auf die Vorerfahrung Anderer zurückgegriffen wurde und ob die Bedürfnisse der Zielgruppe angemessen erfasst wurden. In dieser Phase sollten auch die Ziele klar definiert werden, und es müssen bereits zu diesem Zeitpunkt erste Überlegungen angestellt werden, wie der Erfolg der Maßnahme erfasst werden soll, um die Evaluation zu planen (Ergebnisqualität). Von Bedeutung sind auch Aspekte der Strukturqualität, zum Beispiel: Stehen genügend Ressourcen zur Verfügung? Ist das Personal, das die Intervention umsetzen soll, ausreichend qualifiziert?

Wenn ein Projekt in die Durchführungsphase geht, ist die Prozessqualität von zentraler Bedeutung, also die Frage, ob das Projekt auch wie geplant umgesetzt wird. Nicht immer läuft ein Projekt so, wie es ursprünglich geplant war - die Rahmenbedingungen können sich ändern, das Personal wechselt oder Dinge, die man sich vorab überlegt hat, funktionieren nicht. Die Dokumentation des Ablaufes und eine Reflexion der Hindernisse, aber auch der förderlichen Faktoren, ist hier wichtig, um aus den Erfahrungen des Projektes lernen zu können.

In der Abschlussphase rückt die Ergebnisqualität in den Vordergrund, also die Frage nach der Bewertung (und damit die Evaluation): Wurden die gesteckten Ziele erreicht? Sind die Effekte nachhaltig, also bleibt zum Beispiel das veränderte Bewegungsverhalten stabil? Wurden Teile der Zielgruppe besser erreicht als andere? Lassen sich die Erfahrungen übertragen? Gerade für die letzte Frage ist es wichtig, dass die Ergebnisse dokumentiert werden, so dass andere bei der Planung neuer Maßnahmen auf die Erfahrungen zurückgreifen können.

Den Begriff Evaluation beziehen wir in diesem Wegweiser vor allem auf die Ergebnisqualität, also auf die Frage, ob eine Intervention auch die geplanten Ziele erreicht hat (Kolip 2006). So kann eine Evaluationsstudie danach fragen, ob durch die Schaffung von autofreien Quartieren mehr Menschen kleinere Distanzen zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen, ob durch die Einrichtung von Bewegungsangeboten (zum Beispiel Lauftreffs, seniorengerechte Bewegungsareale) die älteren Bewohnerinnen und Bewohner eines Viertels sich mehr bewegen oder ob durch Tai-Chi-Angebote im Park die Beweglichkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesteigert wird. Methodisch stützen sich diese Evaluationsstudien auf das Repertoire der Sozialwissenschaften (Bortz & Döring 2006). Bei der Bewertung spielen zwei zentrale Fragen eine Rolle: Wurden mit der Maßnahme die angestrebten Ziele erreicht (Frage nach der Effektivität)? Und stehen die Kosten in einem angemessenen Verhältnis zum Nutzen (Frage nach der Effizienz)?

Eine weitere Unterscheidung ist von Bedeutung: In der Evaluationsforschung wird die interne (Selbst-)Evaluation von der externen (Fremd-)Evaluation unterschieden. Der Begriff interne Evaluation wird verwendet, wenn die Evaluation von der Institution durchgeführt wird, die auch die Maßnahme umsetzt. Er ist gleichbedeutend mit dem Begriff "Selbstevaluation". Externe Evaluation ist immer damit verbunden, dass eine Person oder ein Team die Evaluation durchführt, die oder das nicht mit der Institution verbunden ist, die die Maßnahme durchführt. Vielmehr wird fachliche und methodische Expertise "von Außen" eingeholt.