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Health Literacy - Gesundheitskompetenz sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen (HLS-NRW)

Zuwendungsempfänger
Universität Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften

Unterstützung und Auswertung der Datenerhebung
Ludwig Bolzmann Institut, Wien
Ipsos Operations GmbH, Mölln

Zuwendungssumme
323.000 ¤

Status
abgeschlossen

Projektbeschreibung
Junge Menschen mit niedrigem Bildungs- und Sozialstatus, ältere Menschen und auch Menschen mit Migrationshintergrund sind häufig besonderen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt. Zugleich sind sie gefährdet, benötigte Versorgungsleistungen nicht oder nur unzureichend zu erhalten. Diese benachteiligten Bevölkerungsgruppen so in ihrer Kompetenz zu stärken, dass sie sich sowohl für den Erhalt ihrer Gesundheit als auch für eine bedarfsgerechte Versorgung einsetzen können, ist daher ein wichtiges Anliegen geworden. Für die Konzeption zielgerichteter Interventionen fehlte es jedoch an differenzierten empirischen Daten.

Ziel des Projekts war es daher, in Anlehnung an den europaweiten Health Literacy Survey eine quantitative Erhebung der Gesundheitskompetenz vulnerabler Gruppen in Nordrhein-Westfalen durchzuführen. Ca. 1.000 Personen wurden für die Stichprobe herangezogen. Sie setzte sich zu 50 % aus Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren zusammen, die maximal über einen Hauptschulabschluss verfügen, und zu 50 % aus Menschen über 65 Jahren. In beiden Gruppen wurde der Befragung von Menschen mit Migrationshintergrund besondere Bedeutung beigemessen.

Die Projektergebnisse bestätigen die Vermutung, dass die Gesundheitskompetenz der befragten Bevölkerungsgruppen deutlich unter der der Allgemeinbevölkerung liegt. Die Befragung hat verdeutlicht, dass vulnerable Bevölkerungsgruppen große Probleme haben, sich im Gesundheitswesen zurechtzufinden, große Schwierigkeiten bei der Krankheitsbewältigung aufweisen und nur sehr eingeschränkte Fähigkeiten besitzen, sachlich angemessene gesundheitsrelevante Entscheidungen zu treffen. Eine niedrige Gesundheitskompetenz wirkt sich ebenfalls auf das Gesundheitsverhalten aus.

Für mögliche Interventionen werden folgende Ansätze vorgeschlagen:

  1. Entwicklung systematischer Maßnahmen zur Steigerung der Gesundheitskompetenz dieser Bevölkerungsgruppen,
  2. nutzerfreundliche Gestaltung des Gesundheitssystems, um auch Menschen mit niedriger Gesundheitskompetenz das Zurechtkommen zu erleichtern und
  3. Förderung der Aufmerksamkeit zum Thema Gesundheitskompetenz auf politischer Ebene.

Health Literacy - Gesundheitskompetenz vulnerabler Bevölkerungsgruppen. Ergebnisbericht, Universität Bielefeld, 2016

Quenzel, G., Schaeffer, D. (2016) Health Literacy - Gesundheitskompetenz vulnerabler Bevölkerungsgruppen. Bielefeld: Universität Bielefeld. (Abstract)