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Anerkennungsverfahren

Grundvoraussetzung für die Berufsausübung als Ärztin oder Arzt ist die deutsche Approbation. Die Approbation berechtigt Sie zur uneingeschränkten Tätigkeit als Ärztin oder Arzt in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen erfolgt die Beantragung einer Approbation bei einer der fünf Bezirksregierungen in NRW, die jeweils für ein bestimmtes Gebiet zuständig sind. Das Verfahren zur Approbation richtet sich nach dem Herkunftsland der Antragstellenden.

Antrag auf Erteilung der Approbation bei ausländischen Studien-/Berufsabschlüssen
(Quelle: eigene Darstellung 2016)

170119 Abbildung Anerkennungsverfahren

Verfahren für Abschlüsse aus der Europäischen Union (EU)/ dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) und der Schweiz

  • In der Regel gilt das Verfahren der automatischen Anerkennung nach der Richtlinie 2005/36/EG: Ihr Abschluss wird ohne eine individuelle Gleichwertigkeitsprüfung anerkannt.
  • Abschlüsse, die vor dem Beitritt des Ausbildungsstaates zur Europäischen Union erworben wurden, werden automatisch anerkannt, wenn Sie eine Bescheinigung der zuständigen Gesundheitsbehörde des Ausbildungsstaats vorlegen, dass die Ausbildung den Mindeststandards der Richtlinie 36/2005/EG entspricht.

Verfahren für Abschlüsse aus Nicht-EU-/EWR-Staaten und für EU-Abschlüsse, die nicht automatisch anerkannt werden können

  • Die zuständige Stelle prüft, ob Ihr im Ausland erworbener Abschluss der Medizin gleichwertig ist mit dem deutschen Abschluss.
  • Ihr Abschluss wird als gleichwertig anerkannt, wenn keine wesentlichen Unterschiede zwischen Ihrem ausländischen Abschluss und dem deutschen Abschluss bestehen.
  • Neben der Ausbildung berücksichtigt die zuständige Stelle auch Ihre im In- oder Ausland erworbene Berufserfahrung. Festgestellte wesentliche Unterschiede können durch einschlägige Berufserfahrung ausgeglichen werden.

Welche Ergebnisse sind möglich?

  • Ihnen wird die Approbation erteilt, wenn die Gleichwertigkeit Ihres Abschlusses festgestellt wird und auch die übrigen Voraussetzungen zur Erlangung der Approbation erfüllt sind, unter anderem ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache.
  • Gibt es wesentliche Unterschiede zwischen Ihrem und dem deutschen Abschluss, haben Sie die Möglichkeit, an einer Prüfung teilzunehmen, um die Gleichwertigkeit Ihres Kenntnisstandes nachzuweisen (Eignungs-/ Kenntnisprüfung).
    (Quelle: www.anerkennung-in-deutschland.de)

Sprachliche Voraussetzung
Egal, ob Sie Ihren Abschluss in einem EU-Mitgliedsstaat oder einem sogenannten "Drittstaat" erworben haben, eine wesentliche Voraussetzung für die Approbation sind Ihre Kenntnisse der deutschen Sprache. Wenn Sie Deutsch nicht als Muttersprache erlernt haben, ist in der Regel ein Prüfungszeugnis der Stufe B 2 des "Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen" vorzulegen.

Zusätzlich werden Ihre berufsbezogenen Sprachkenntnisse in einem Fachsprachentest überprüft. Dieser erfolgt erst, wenn die Gleichwertigkeit Ihres Abschlusses festgestellt ist. Im Fachsprachentest müssen Sie den Nachweis erbringen, dass Sie die in Deutschland üblichen Begriffe der Medizin beherrschen. Dieser Test wird von der zuständigen Ärztekammer durchgeführt, Informationen zum Ablauf finden Sie auf den Internetseiten der Ärztekammern. Beachten Sie, dass sich dieser Test im berufsspezifischen Kontext am Sprachniveau C1 orientiert.

Informationen der Ärztekammer Nordrhein zur Fachsprachprüfung
Informationen der Ärztekammer Westfalen-Lippe zur Fachsprachenprüfung

Anerkennung als Fachärztin oder Facharzt
Die Anerkennung Ihres fachärztlichen Abschlusses erfolgt erst nach der erfolgreichen Approbation. Für dieses Verfahren, wenn Sie in Deutschland als Fachärztin oder Facharzt tätig sein wollen, brauchen Sie die Anerkennung der Facharztbezeichnung durch die zuständigen Ärztekammern in NRW.