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Hintergrundinformation

Ausgangspunkt für die heute fast flächendeckend in Nordrhein-Westfalen vorhandenen MRSA- und MRE-Netzwerke sind die deutsch-niederländischen Projekte für Patientensicherheit und Infektionsschutz EUREGIO MRSA-net Twente/Münsterland (2005-2009) und EurSafety Health-net (2009-2014).

Das EUREGIO MRSA-net wurde als regionales Netzwerk zum Schutz vor Infektionen mit MRSA in der deutsch-niederländischen Grenzregion Twente/Münsterland ins Leben gerufen. Moderiert durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) wurde zunächst in dieser Region die Zusammenarbeit von ÖGD, Krankenhäusern und anderen Akteuren des Gesundheitswesens etabliert und gestärkt. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Zusammenarbeit ist die Etablierung einheitlicher Qualitätsstandards zur Prävention der Ausbreitung multiresistenter Erreger (MRE).

Die Idee der regionalen und sektorenübergreifenden Netzwerkbildung zur Prävention nosokomialer Infektionen und der Ausbreitung von MRE hat sich in den letzten Jahren bewährt, und in ganz Nordrhein-Westfalen und Deutschland sind solche Netzwerke nach dem Vorbild des EUREGIO MRSA-net und EurSafety Health-net entstanden. Die Netzwerkbildung ist inzwischen Bestandteil nationaler Strategien zur Prävention der Ausbreitung von MRE wie die im Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) 2006 in Dessau und der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART) belegen. Das Robert Koch-Institut betont den Nutzen regionaler, durch die Gesundheitsämter moderierter Netzwerke bei der Umsetzung von §§ 23 und 36 Infektionsschutzgesetz (IfSG).

Im Zeitraum 2009 bis 2012 wurde in Nordrhein-Westfalen das Projekt MRE-Netzwerk Nordwest vom Bundesministerium für Gesundheit und der Medizinischen Fakultät der Universität Münster gefördert. Im Rahmen des Projektes wurden die Netzwerke Rheinland, Südwestfalen, Münsterland, Ostruhrgebiet, Ostwestfalen-Lippe, Westruhrgebiet und Osnabrück (Niedersachen) geschaffen beziehungsweise ausgebaut. In Gesprächen und Treffen - oftmals als Runder-Tisch-MRSA bezeichnet - wurden die für die Prävention von MRE relevanten Akteure in die Netzwerke eingebunden. Zusätzlich zu den Modellnetzwerken haben sich zahlreiche weitere kommunal organisierte Netzwerke an das Projekt assoziiert. Hinsichtlich der angesprochenen Zielgruppen erreichten die Netzwerke eine breite Abdeckung (ambulante Pflegedienste, Krankenhäuser, stationäre Pflege, Altenheime, Gesundheitsämter, Arztpraxen, Rehaeinrichtungen). Die Aktivitäten, Ergebnisse und Qualitätsstandards im MRE-Netzwerk Nordwest entstanden stets in engem Bezug und in Kooperation mit dem deutsch-niederländischen Netzwerk EurSafety Health-net.

Nachdem die Förderphase des MRE-Netzwerks Nordwest Ende 2012 abgelaufen war, stellten sich die Fragen, wie die überregionalen MRE-Netzwerkaktivitäten in Nordrhein-Westfalen weitergeführt werden können und wie die regionalen Netzwerke dabei kooperieren und Synergien nutzen können.

Unterstützt durch die Landesregierung im Rahmen des "Aktionsplan Hygiene" wurde beim Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) die Stelle einer wissenschaftlichen Begleitung für die Netzwerke geschaffen.

Der Fokus der Arbeit der wissenschaftlichen Begleitung umfasst unter anderem folgende Bereiche:

  • Unterstützung der kommunalen Netzwerke beim Schnittstellenmanagement und bei der Entwicklung konsertierter Standards,
  • Einrichten einer Internetseite für die MRE-Netzwerke in NRW,
  • Entwurf und Unterstützung bei der Umsetzung eines Konzepts zur Verstetigung von MRE-Qualitätssiegeln (in Zusammenarbeit mit dem Projekt EurSafety Health-net),
  • Entwurf/Weiterentwicklung eines Surveillancekonzepts für MRSA und MRGN, sowie Antibiotikagebrauchserfassung.