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Bakterien

Bakterien sind mikroskopisch kleine, einzellige Organismen. Sie kommen überall in der Luft, im Wasser, im Boden, in Nahrungsmitteln und natürlich auch beim Menschen vor. Bakterien können unter vielen verschiedenen Bedingungen überleben und sich vermehren. Einige sind sehr widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse wie Kälte, Hitze und Trockenheit und sichern so ihr Überleben in der Umwelt [1, 2].

Nicht alle Bakterien verursachen Krankheiten. Die meisten Bakterien sind sogar wichtig zum Erhalt unserer Gesundheit. Einige Bakterien bilden als natürliche Darm-, Haut- und Mundflora die sogenannte physiologische Flora [2]. Auf nur einem Quadratzentimeter Haut leben bis zu 10 Millionen Bakterien, im menschlichen Körper insgesamt ca. 40 Billionen. Eine besondere Bedeutung haben Bakterien im Darm [3, 4]. Hier lebt ein Großteil aller im menschlichen Körper lebenden Mikroorganismen.  

Nur ca. 1 % aller Bakterien lösen Krankheiten beim Menschen aus [2].

Bakterielle Infektionen
Krankmachende, sogenannte pathogene Bakterien können direkt oder indirekt auf den Menschen übertragen werden. Bei der direkten Erregerübertragung ist ein unmittelbarer Kontakt mit der Infektionsquelle erforderlich (Reichweite maximal 1 Meter). Dies kann durch Kontakt - und Tröpfcheninfektion  erfolgen. Indirekt können Bakterien zum Beispiel über Nahrungsmittel oder verunreinigtes Wasser übertragen werden [5].

Sind Bakterien in den menschlichen Körper eingedrungen, können einige von ihnen sich hier vermehren [1, 2]. Das Immunsystem eines gesunden Menschen reagiert oftmals schnell und bekämpft die Erreger [10].

Erste Symptome einer Erkrankung treten erst am Ende der Inkubationszeit auf. Als Inkubationszeit wird die Zeit bezeichnet, welche zwischen der Infektion und dem Auftreten von Symptomen liegt. Die Symptomatik richtet sich nach dem jeweiligen Bakterium [1, 2].

Zu den bakteriellen Infektionen zählen Krankheiten wie Harnwegsinfekte und Tuberkulose. Viele Infektionen können sowohl durch Bakterien als auch durch Viren verursacht werden. Dazu gehören zum Beispiel Lungenentzündungen oder Durchfallerkrankungen [2].

Zum Nachweis, ob eine Infektion durch Bakterien verursacht wurde, müssen die Erreger in Körperflüssigkeiten, Stuhlproben oder Abstrichen nachgewiesen werden. Ist eine Infektion durch Bakterien verursacht, kann die Ärztin oder der Arzt ein Antibiotikum verschreiben, welches die Vermehrung der krankmachenden Bakterien hemmt oder die entsprechenden Bakterien tötet.

Einzelne Symptome wie hohes Fieber, Husten oder Schnupfen sind kein eindeutiges Zeichen einer bakteriellen Infektion [2, 6, 7]. Die Verordnung von Antibiotika ist also nicht zwingend nötig. Weniger als 10 % der unkomplizierten Erkältungskrankheiten werden durch Bakterien verursacht, der Hauptanteil (90 %) sind Viruserkrankungen, gegen die Antibiotika unwirksam sind - daher ist der Einsatz von Antibiotika nicht sinnvoll. Ärztinnen und Ärzte entscheiden anhand der Symptomatik und differentialdiagnostischer Untersuchungen, ob ein Antibiotikum notwendig ist [8].

[1] Gesundheitsberichtserstattung des Bundes (Hrsg.): "Bakterien" (2016), (Abruf: 25.10.2017)

[2] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.): "Bakterien" (2016), (Abruf: 25.10.2017)

[3] Berufsverband Deutscher Internisten e. V. (Hrsg.): "Hände sind Paradies für Bakterien" (2008), (Abruf: 25.10.2017)

[4] Sender R, Fuchs S, Milo R: Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body. PLOS Biology. 14 (2016), Nr. 8, S. e1002533

[5] Miksits K, Kramer A, Falke D: Epidemiologie der Infektionskrankheiten. In: Hahn H, Falke D, Kaufmann SHE, Ullmann U (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Berlin/Heidelberg: Springer-Verlag 2005, S. 145-154

[6] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (Hrsg.): "Medikamenten-Anwendung. Antibiotika richtig anwenden und Resistenzen vermeiden" (2017), (Abruf: 25.10.2017)

[7] Gesundheitsberichtserstattung des Bundes (Hrsg.): "Antibiotika" (2016), (Abruf: 25.10.2017).

[8] Eustachi A: Infekte der oberen Luftwege. Hausmittel und Naturheilkunde. Der Allgemeinarzt (2012), S. 39-44

[10] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.): "Viren" (2016), (Abruf: 25.10.2017)