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Antibiotikaresistenzen

Antibiotika gehören zu den wichtigsten Medikamenten [46]. Durch die Entwicklung von Antibiotika können heute viele bakteriell verursachte Krankheiten behandelt werden, die früher oftmals tödlich waren [2, 6, 16]. Jedoch werden Antibiotika auch bei Infektionen verordnet, die auch ohne den Einsatz von Medikamenten durch die körpereigene Immunabwehr geheilt werden können. Durch zu häufigen und fehlerhaften Einsatz von Antibiotika können bakterielle Krankheitserreger gegen diese unempfindlich werden. Auch der häufige Einsatz von sogenannten Breitbandantibiotika, die gegen viele verschiedene Bakterien wirken, trägt dazu bei, dass Bakterien resistent werden [6, 16, 32, 47].

Zu beachten ist, dass nicht der Mensch resistent gegen ein Antibiotikum wird, sondern die Bakterien. Eine Antibiotikaresistenz des Erregers entsteht durch natürliche Anpassungsmechanismen des Bakteriums an die Umwelt. Das Bakterium sichert sich durch Erbgutveränderungen und den Austausch von Genen zwischen Bakterien das Überleben. Solche Resistenzen können zum Beispiel entstehen, wenn eine Antibiotikaeinnahme frühzeitig abgebrochen wird. Die krankmachenden Bakterien im Körper können sich so weiter vermehren. Dies kann dazu führen, dass die Erkrankung erneut ausbricht [6].

Bakterien können nicht nur gegen ein bestimmtes Antibiotikum resistent sein, sondern auch gegen mehrere unterschiedliche Antibiotika. Man bezeichnet sie dann als multiresistente Erreger. Sie spielen besonders im Krankenhaus, zunehmend aber auch im ambulanten Versorgungsbereich, eine große Rolle. Im Krankenhaus kommen verschiedene Krankheitserreger und (schwer)kranke Menschen zusammen. Obwohl insgesamt nur 1 % des Antibiotikaverbrauchs beim Menschen im Krankenhaus erfolgt, ist dieser für die Resistenzbildung relevant, da in Krankenhäusern vergleichsweise viele Reserveantibiotika eingesetzt werden. Hygienerichtlinien in Krankenhäusern sind somit sehr wichtig [6].

Die Antibiotikaresistenzen von Bakterien spielt weltweit eine wichtige Rolle. Besonders multiresistente Bakterien führen dazu, dass viele Antibiotika nicht mehr zuverlässig gegen die Erreger helfen.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Antibiotika ist eine Möglichkeit, um der Entstehung von Resistenzen entgegen zu wirken.
Wie auch beim Menschen kann die zunehmende Nutzung von Antibiotika bei Tieren zur Entstehung von Antibiotikaresistenzen führen.

[2] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.): "Bakterien" (2016), (Abruf: 25.10.2017)

[6] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (Hrsg.): "Medikamenten-Anwendung. Antibiotika richtig anwenden und Resistenzen vermeiden" (2017), (Abruf: 25.10.2017)

[16] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.): "Alle reden über Antibiotikaresistenz... Aber was ist das eigentlich?" (2016), (Abruf: 25.10.2017)

[32] Robert Koch-Institut (Hrsg.): "Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Krankenhausinfektionen und Antibiotikaresistenz" (2017), (Abruf: 25.10.2017)

[46] Lindgrün GmbH: Antibiotika. Wissen wann - wissen wie (2017), (Abruf: 20.10.2017)

[47] Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e. V.: GERMAP 2015. Antibiotika-Resistenz und -Verbrauch. Rheinbach: Antiinfectives Intelligence 2016