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Antibiotika in der Landwirtschaft

Durch den vermehrten Einsatz von Antibiotika sowohl in der Medizin als auch in der konventionellen Tierhaltung  wird das Risiko der Selektion von resistenten Bakterienstämmen begünstigt. Gerade durch die Intensivierung der Tierhaltung für die Nahrungsmittelproduktion werden zunehmend Antibiotika bei den Tieren eingesetzt.

Wie auch beim Menschen kann der zunehmende Einsatz von Antibiotika bei Tieren zur Ausbildung und Selektion resistenter Bakterien führen. Diese resistenten Bakterien können durch direkten Kontakt potentiell auf den Menschen übertragen werden (Kolonisation) und bei dem Vorliegen begünstigender Faktoren Infektionen auslösen [34-36].

Auch über Nahrungsmittel können Bakterien auf den Menschen übertragen werden, welche resistent gegen bestimmte Antibiotika sind. Dies betrifft besonders frische tierische Produkte wie zum Beispiel Frischmilch oder Fleischwaren. Jedoch liegen bislang keine ausreichenden Daten vor, die zeigen, welche Rolle Lebensmittel bei der Übertragung resistenter Keime auf den Menschen haben [37]. Eine hygienische  Lebensmittelzubereitung schützt vor derartigen Infektionen [44].

[34] Romanelli C, Buss D: Freshwater, wetlands, biodiversity and human health. In: Romanelli C, Cooper D, Campbell-Lendrum D, et al. (Hrsg.): Connecting global priorities: biodiversity and human health. A state of knowledge review. Geneva, Switzerland: UNEP; Convention on Biological Diversity; World Health Organization (2015), S. 46-62

[35] Butkus M: All Health is Local. Biodiversity, Ethics, and Human Health. Ethics, Policy & Environment (2015), Nr. 18, S. 1-15

[36] Boxall A, Kretsch C: Biodiversity, health care & pharmaceuticals. In: World Health Organization and Secretariat of the Convention on Biological Diversity  (Hrsg.): Connecting Global Priorities: Biodiversity and Human Health. A State of Knowledge Review. 2015, S. 170-180

[37] Bundesinstitut für Risikobewertung (Hrsg.): "ESBL-bildende Bakterien in Lebensmitteln und deren Übertragbarkeit auf den Menschen" (2012), (Abruf: 25.10.2017)

[44] Bundesinstitut für Risikobewertung (Hrsg.): Antibiotikaresistenz in Nutztierbeständen und Lebensmitteln - Ihre Bedeutung für die Humanmedizin und Handlungsoptionen für das Risikomanagement, BfR-Mitteilung Nr. 003/2015 vom 22. Januar 2015