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Gesundheitslotse / Refugees Health Network - ReHN

Projekt ID-Nr.: 245613

1. Angaben zum Projektträger

Kurzbezeichnung der Institution:

JOB Service Beschäftigungsförderung Leverkusen gGmbH

Name der Institution/Organisation:

JOB Service Beschäftigungsförderung Leverkusen gGmbH

Adresse:

Gerichtsstraße 10
51379 Leverkusen
Deutschland

Leitung der Institution:

Herr Alexander Lünenbach

Kontakt:

Tel.: 0049-2171-947411
Fax: 0049-2171-947499
info@joblev.de
http://www.joblev.de

1.1 Ist die Institution/Organisation Mitglied der Landesgesundheitskonferenz NRW?

Nein
2. Allgemeine Angaben zum Projekt

2.1 Titel des Projektes:

Gesundheitslotse / Refugees Health Network - ReHN

2.2 Weitere Projektträger:

  • Keine

2.3 Kooperationspartner des Projektes:

  • Stadtverwaltung Leverkusen, Fachbereich Soziales, Miselohestr. 4, 51379 Leverkusen
  • Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Köln e.V., Bildungsstätte Leverkusen, Werkstättenstraße 3, 51379 Leverkusen
  • Wuppermann Bildungswerk Leverkusen GmbH, Hemmelrather Weg 203, 51377 Leverkusen
  • Suchthilfe Leverkusen gGmbH, Otto-Grimm-Str. 9, 51373 Leverkusen
  • Mit Migranten für Migranten Leverkusen, Miselohestr. 4, 51379 Leverkusen
  • Flüchtlingsrat Leverkusen, Kolberger Straße 95a, 51381 Leverkusen

2.4 Ansprechpartner des Projektes:

Herr Alexander Lünenbach
Funktion: Geschäftsführer

Kontakt:

Tel.: 0049-2171-947411
Fax: 0049-2171-947499
info@joblev.de
www.joblev.de

2.4 Laufzeit des Projektes:

Beginn / geplanter Beginn: Juli 2016
Ende / geplantes Ende: Juni 2018

2.6 Das Projekt wird in folgenden Regionen in NRW durchgeführt:

Kreis: Leverkusen

Ergänzende Beschreibung der Interventionsregion:

  • Wie ist die wirtschaftliche Situation?
    Es existieren knapp 6.000 ortsansässige Unternehmen mit über 60.000 versicherungspflichtig beschäftigten Menschen.

  • Wie sehen die Arbeitsmarktzahlen aus?
    Es besteht ein großer Bedarf an Fachkräften in Industrie und Handwerk.

  • Arbeitslose insgesamt 7.422 (8,7%) - Arbeitslose SGB III 2.332 (2,7%) - Arbeitslose SGB II 5.090 (6,0%)

  • Wie sieht die Organisation des SGB II aus?
    Es besteht ein gemeinsames Jobcenter Arbeit und Grundsicherung Leverkusen (AGL) in Trägerschaft von BA und Stadt.

  • Was ist besonders problematisch?
    Die Stadt Leverkusen unterliegt einem Haushaltssanierungsplan bis 2020. Aufgrund der Flüchtlingsversorgung in der Stadt wird 2017 und 2018 eine Etatbelastung von rund 6,9 Millionen Euro Kosten für die Integration geplant.

2.6 Bitte ergänzen Sie ggf. erhaltene Preise, Auszeichnungen, Logovergaben (z. B. "gesundheitsziele.de")

Die JSL ist testiert und mehrfach retestiert nach der 'Lernerorientierten Qualitätstestierung in der Weiterbildung (LQW)' in den Jahren 2007, 2011 und 2015. Die Gültigkeit des aktuellen Zertifikats reicht bis 07.03.2019.

Zudem ist die JSL testiert und mehrfach retestiert nach der 'Akkreditierungs- und Zulassungsordnung Arbeitsförderung (AZAV)' in den Jahren 2012 und 2015. Die Gültigkeit des aktuellen Zertifkats reicht bis 30.03.2020. Jedes Jahr wird ein Audit einer externen Prüferin durchgeführt.

Der Arbeits- und Gesundheitsschutz der JSL ist im Jahre 2009 und erneut 2014 im Rahmen eines landesweiten Prüfverfahrens von der Unfallkasse NRW mit der höchsten Prüfungsstufe GRÜN ausgezeichnet worden. Die nächste Prüfung steht im Dezember 2017 an.

 

2.7 Hintergrundinformationen zum Projekt:

  • Das Projekt ist 2017 in die Projekt-Datenbank aufgenommen worden.
  • Die letzte Aktualisierung der Daten durch den Projektträger erfolgte am 12.12.2017
  • Das Projekt ist 2017 in die Landesinitiative
    "Gesundes Land Nordrhein-Westfalen" aufgenommen worden
    (www.GesundesLand.NRW.de).
3. Zielgruppe(n) und Setting(s) des Projektes

3.1 Das Angebot richtet sich an die folgende(n) Altersgruppe(n):

  • Junge Erwachsene (19-29 Jahre)
  • Erwachsene im mittleren Alter (30-44 Jahre)
  • Ältere Erwachsene (45-59 Jahre)

3.2 Richtet sich das Projekt an Multiplikatoren oder Mediatoren?

Nein

3.3 Das Projekt umfasst geschlechtersensible Angebote für:

Sowohl Jungen / Männer als auch Mädchen / Frauen

3.4 Richtet sich das Angebot gezielt an sozial benachteiligte Personengruppen?

Ja, und zwar an:
  • Asylbewerberinnen / Asylbewerber
  • Migrantinnen / Migranten
  • Sonstiges: Flüchtlinge aus Afghanistan, Iran, Irak, Syrien, Somalia, Eritrea, Ghana, Guinea, Albanien

3.5 Das Projekt zielt auf die Partizipation besonderer Zielgruppen?

Ja, und zwar an:
  • Migrantinnen und Migranten
  • Sonstiges: Asylbewerber und Flüchtlinge aus den benannten Ländern

3.6 Art des/r Settings:

  • Region, Stadt(teil), Gemeinde, Verein
  • Sonstiges: Städtische Flüchtlingsunterkünfte

3.7 Anzahl der Personen, die zu o. g. Setting(s) gehören:

200

3.8 Richten sich die Aktivitäten auf die Umgestaltung des Umfelds, der Strukturen oder von Abläufen im Setting?

Ja
4. Handlungsfeld und Angebotsart des Projektes

4.1 Das Projekt zielt in der Hauptsache auf:

Prävention bzw. Gesundheitsförderung oder Aufklärung

4.2 Projektschwerpunkt(e) nach Handlungsfeldern/Themenbereichen:

  • Suchterkrankung, Alkohol
  • Suchterkrankung, Illegale Drogen
  • Bestimmte Krankheiten, Psychische Erkrankungen
  • Gesunde Ernährung
  • Sport und Bewegung
  • Netzwerkbildung
  • Stärkung der individuellen Bewältigungsressourcen (z. B. Stressbewältigung/Entspannung)
  • Unfälle

4.3 Findet in dem Projekt eine sektorenübergreifende Kooperation statt?

Ja

Die Beratung der Sozialpädagogen als Gesundheitslotsen in den JSL-Maßnahmen sieht zum Einstieg und fortlaufend eine Problemanamnese mit Hilfe eines datenbankunterstützten Assessment vor. Zunächst wird ein grundsätzlicher körperlicher Gesundheitszustand aufgenommen. Dann wird gemäß Bedarf auf das Netzwerk sozialer und gesundheitlicher Hilfeträger in Leverkusen zurück gegriffen. Es erfolgen enge Kooperationen mit der Suchthilfe, dem Sozialpsychiatrischen Zentrum, Ärzten, Betreuungskräften in den städtischen Flüchtlingsunterkünften.  

Gleichzeitig wird auf die Sensibilisierung der Teilnehmenden für die eigene Gesundheit eingewirkt. Dabei wird auf Dolmetscher und Sprachmittler zurückgegriffen. Sie begleiten die Teilnehmenden bei Arzt- und Krankenhausbesuchen, übersetzen grundsätzlich zur Sprachvermittlung, vermitteln die Grundlagen des deutschen Gesundheitssystems, zeigen auf, wie ein Arztbesuch abläuft,

Zudem werden Vorträge und Arbeitsgruppen in den Bereichen Stressbewältigung, Bewegungsangebote, gesunde Ernährung, Umgang mit eigenem Konsumverhalten sowie Selbstmanagement angeboten.

Schließlich besteht eine enge Kooperation mit dem Leverkusener Projekt 'MiMi – Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheit in Deutschland für Migranten'. Regelmäßig informieren mitarbeitende "MiMis" die Teilnehmenden in laufenden Projekten über wichtige Fragen zum Thema 'Gesundheit in Beruf und Alltag', bei Bedarf in unterschiedlichen Sprachen. 

4.4 Angebotsart(en):

  • Beratungsangebot , fortlaufend
  • Tagung / Veranstaltung(sreihe) / Vortrag / Seminare , fortlaufend
  • Sonstiges, und zwar :
    Individuelle Fallkonferenzen mit den Kooperationspartnern, fortlaufend
  • Unterrichtseinheit
5. Projektbeschreibung

5.1 Zielstellung des Projektes:

Spezifisch
Die Gesundheitslotsen vermitteln Basisinformationen über das deutsche Gesundheitssystem an Flüchtlinge. Dabei steht auch im Vordergrund, dass es in Deutschland eine freie Arztwahl gibt, wobei auf die Spezialisierung der Fachärzte geachtet werden muss. 

Bei erkennbaren Problemlagen bzw. zur Abklärung von möglichen Erkrankungen wird ein Termin beim jeweilige Facharzt eingeleitet.

Hinzu kommt eine Einführung in die Bedeutung der Gesundheit in Deutschland und die dabei notwendige Eigenverantwortung zum Erhalt der Gesundheit durch Früherkennung. Der Umgang mit Medikamenten wird dargestellt. In einem nächsten Schritt wird zu einer gesunden Lebensführung animiert, wobei sportliche Aktivitäten in Vereinen dargestellt werden.  

Der Gesundheitslotse fragt nach sportlichen Betätigungen im Heimatland und nach Perspektiven zur Fortsetzung in Deutschland. Je nach Reaktion werden Kontakte zu Vereinen eingeleitet.

Eine Begleitung / Hinführung zu Fachärzten / Vereinen durch den Gesundheitslotsen samt praktischer Erfahrung des Erlernten im Gesundheitssystem ist jederzeit möglich. 

Messbar
Der Gesundheitslotse erkundigt sich im Beratungsgespräch über den Lebensstil, Ernährungsgewohnheiten, sportliche Aktivitäten. In einem EDV-gestützten Assessment-Verfahren werden auch Gesundheitsparameter abgefragt und Vereinbarungen getroffen, um erkannte Defizite abzubauen. Im Verlaufe der Maßnahme wird zu verschiedenen Zeitpunkten mit Hilfe von Folge-Assessments festgestellt, wie die Entwicklung verlaufen ist und welche Maßnahmen eingeleitet werden müssen, um das vereinbarte Gesundheitsziel zu erreichen.

Gleichzeitig werden Interessen geweckt, Bewusstsein gestärkt, Motivation gefördert, Eigenverantwortung thematisiert. Über Erfahrungen in gesundheitsorientierten Gruppenveranstaltungen wie gemeinsames Fußballspielen, gesundes Kochen und Spaziergänge sowie begleitend durch eng getaktete Gesprächsfolgen und Assessment-Abfragen wird versucht, vereinbarte Gesundheitsziele umzusetzen und damit die Erreichung von zuvor gesteckten Zielen zu überprüfen.

Anspruchsvoll
Generell gilt, dass es allgemeingültige Basisziele wie das Bewusstsein für die Besonderheiten des Gesundheitssystems inklusive freier Arztwahl, Finanzierung und Krankenversicherung zu erreichen gilt. Hinzu kommen individuelle Zielperspektiven, die von der persönlichen Konstitution, dem Bewusstsein und Willen abhängig sind.

Realistisch
Die JSL verfolgt bei all ihren Aktivitäten den Ansatz, individuelle Ziele so zu setzen, dass sie für die umsetzenden Personen selbstverständlich erreichbar sein müssen. So werden Erfolgserlebnisse gefördert, die wiederum Mut machen, weitere Schritte zu gehen und die Eigenverantwortung so Schritt-für-Schritt zu entwickeln und zu stärken. Entsprechend ist im Leitbild der JSL die 'Lehr-Lern-Orientierung' als Lernen durch Tun und damit die Förderung der Hilfe zur Selbsthilfe verankert.

Terminiert
Die Unterstützuings- und Qualifizierungsmaßnahmen der JSL für Flüchtlinge sind im Regelfall auf drei Monate ausgerichtet. Eine Verlängerung ist in Einzelfällen und in Abstimmung mit dem Integrationpoint Leverkusen möglich. In diesem Zeitraum sollen die gesetzten Ziele erreicht werden.

Fern-/Nahziele - Grob-/Feinziele
Nah- und damit Grobziele liegen darin, die Erfolge von gesundem Leben möglichst kurzfristig erfahrbar zu machen. Eingeleitete sportliche Aktivitäten führen zu spürbaren Ergebnissen wie verbessertes Körpergefühl, steigende Ausgeglichenheit, steigendes Selbstbewusstsein etc. Hinzu kommen vermittelte Grundlagen des Gesundheitssystems, die zu steigender Sicherheit im alltäglichen Kontakt und zu Behörden führen. Dies führt zur Ermutigung, Probleme und Anliegen selbstständig / selbstmotiviert anzugehen.

Das Fern- und damit Feinziel liegt in der Perspektive, das Bewusstsein für die Umsetzung eines gesunden Lebens so gelegt zu haben, dass die Flüchtlinge dieses Bewusstein von sich aus in ihrem Lebensumfeld künftig umsetzen und anwenden. Somit setzten die Personen die erworbene Erkenntnis um, dass gesundes Leben und die gesunde Lebensgestaltung aus eigenem Interesse am Erhalt von Leistungsfähigkeit und Lebensqualität eine wesentliche Basis darstellt. Im Idealfall sollen die Erkenntnisse und Erfahrungen in die Familie und den Freundeskreis weitergetragen werden.





 

5.2 Wurde eine Bedarfsermittlung vorgenommen?

Ja, und zwar an:
  • Befragung der Zielgruppe
  • Begehung des Settings (Lebenswelt)
  • Sonstiges: Sozialpädagogische Fachkräfte/Einrichtungsbetreuer in den städtischen Flüchtlingsunterkünften

5.3 Inhalt und Methode des Projektes:

Spezifika und Innovationen
Durch den Gesundheitslotsen erhalten die Flüchtlinge einen festen Ansprechpartner, der in grundlegende Gesundheitsthemen einweist und sie mit den Besonderheiten in Deutschland vertraut macht. Damit entfällt eine aufwendige, desorientierend wirkende Informationssuche mit Anfahrtswegen, Wartezeiten, Kosten, verschiedenen Arztbesuchen.

Es erfolgt eine allgemeine Einführung in die Grundlagen der Arbeitssicherheit. Ein Bewusstsein für die Gefahren am Arbeitsplatz und der spezifischen beruflichen Beschäftigung wird im späteren Verlauf je nach den sich ausprägenden beruflichen Interessen aufgebaut. Nach den Erfahrungen besteht eine große Differenz zwischen den Erfahrungen im Heimatland und den bestehenden Arbeitsschutzvorgaben in Deutschland.

Wie gehen Sie vor?
Über die enge Kooperation zwischen Gesundheitslosten und Flüchtlingen entwickeln sich Vertrauensverhältnisse. Der Lotse agiert als Vorbild für ein gesundes Leben und animiert zur Nachahmung und zu eigenverantwortlichem Handeln. Er weist Wege zur sportlichen Betätigung, zu gesundem Kochen und ausgeglichener Ernährung, zu Netzwerk- und Hilfepartnern im kommunalen Gesundheitssystem. Das Angebot ist netzwerk- und kooperationsorientiert ausgerichtet.

Zu Beginn der Beratung durch den Gesundheitslotsen stehen allgemeine Basisinformationen zum Gesundheitssystem, zur Arztwahl, zur Finanzierung bei Krankheit, zum System von Krankenversicherung und Krankenkassen, zum deutschen Vorsorgesystem und von Rehabilitationsangeboten im Vordergrund. In Gruppenveranstaltungen werden diese Grundlagen vermittelt. Praktische Exkursionen u. a. in Krankenhäusern, zu Ärzten, Feuerwehr, in Seniorenzentren, zu Krankenkassen, zu Angeboten von Sportvereinen und Apotheken unterstützen diese Informationen. Hinzu kommen praktische Einführungen bspw. in die Nutzung von Notrufsystemen (110, 112), die Terminierung von Arztbesuchen, das Abholen von Medikamenten.

Sehr wichtig ist auch die Einführung und praktische Darstellung der Voraussetzungen, um einen Arzt aufsuchen zu können. Hier wird eingeübt, dass zunächst eine Abstimmung mit der Sozialverwaltung notwendig ist, um die Finanzierung des Arztbesuches zu sichern. Erst danach kann ein Arzttermin erfolgen. Der Umgang mit Notfällen wird ebenso dargestellt und eingeübt (bspw. starke Zahnschmerzen).

Die Gruppenveranstaltungen werden durch vertrauliche, dem Datenschutz unterliegende Einzelgespräche begleitet, in deren Verlauf mit Hilfe von computergestützten Assessment-Berfragungen zu unterschiedlichen Zeiten die gesundheitliche Konstitution/Situation erfragt wird und schließlich Unterstützungsleistungen eingeleitet werden, um erkannte Defizite möglichst anzugehen und zu beheben.

Die sich entwickelnde Vertraulichkeit wird genutzt, um auch weiterführend über Möglichkeiten zur Erweiterung und Umsetzung eines gesunden, ausgewogenen Lebensstils in Deutschland umzusetzen.

Eine Besonderheit des Angebots liegt darin, mit Hilfe der Exkursionen und Informationen auch ein Interesse für Tätigkeiten in Seniorenzentren, Krankenhäusern, medizinischen Einrichtungen etc. zu entwickeln. In der Einzelberatung werden berufliche Perspektiven angesprochen und entwickelt, um ein Praktikum, später auch eine Ausbildung bzw. Arbeitstätigkeit im Gesundheitswesen zu eröffnen. Eine gezielte Einstiegsplanung schließt sich bei Interesse an.

Wer bereits Erfahrungen aus dem Heimatland im Gesundheitswesen mitbringt, erhält die Möglichkeit, diese Kenntnisse durch arbeitspraktische Einsätze (Praktikum) nachzuweisen und auszuprägen. Damit ist das Ziel verbunden, praktische Tätigkeitsbescheinigungen zu erwerben, die die weiteren Ausbildungs- und Berufstätigkeit fördern sollen. Besonders Tätigkeiten im Helferspektrum (Alten- und Krankenpflegehelfer) sollen dazu motivieren, hier eine berufliche Zukunft im Pflegesektor aufzubauen und damit dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

Verbesserung der Kommunikation und des Austausches über die Grenzen der etablierten Institutionen hinweg
Die Kernidee des Gesundheitslosten liegt in der Vernetzung des kommunalen Gesundheitssystems. Gerade die Lotsenperspektive über die Insitutionen hinweg bietet Möglichkeiten, verschiedene Angebote für die Flüchtlinge transparent zu machen, die jeweiligen Schwerpunkte darzustellen und daraus abzuleiten, welche Unterstützung gerade förderlich ist. Dazu wird eine "Gesundheits-Stadtkarte" erstellt, die übersichtlich für die einzelnen Stadtteile darstellen soll, wo im Stadtgebiet welche Gesundheitsangebote vorgehalten werden. So wird bildlich der Wohnort der Flüchtlinge dargestellt und aufgezeigt, wo in unmittelbarer Nähe welche Angebote von Ärzten, Krankenhäuser, Sportvereinen, Schwimmbäder, offenen Angeboten wie bspw. Frauenhäuser, Therapiegruppen, Selbsthilfeeinrichtungen liegen. Eine Digitalisierung mittels App-Entwicklung ist perspektivisch angedacht.

Defizitminderung in einzelnen Sektoren gesundheitlicher Angebote
Das Angebot trägt zum Abbau von Desorientierungen im kommunalen Gesundheitssystem bei. Die Flüchtlinge erhalten leicht nachvollziehbare, verständliche Informationen, die dazu führen, dass bspw. direkt die für die jeweilige Erkrankung geeigneten Fachärzte aufgesucht werden. Aktuell besteht ein Problem in der undifferenzierten Arztwahl, die auf Unkenntnis zurückzuführen ist. Die Erfahrung zeigt, dass Flüchtlinge nicht zwischen Fachärzten differenzieren, sondern diese impulsgesteuert und ohne Terminierung aufsuchen.

Verbesserung von Zugänglichkeit und Inanspruchnahme gesundheitlicher Dienstleistungen im Gesundheitswesen
Die Tätigkeit des Gesundheitslotsen soll dazu führen, dass eine geplante, strukturierte Herangehensweise an die Inanspruchnahme gesundheitlicher Dienstleistungen inklusive der vorherigen Klärung der Kostenübernahme sowie des späteren Medikamentenerwerbs und der dann angepassten Lebensführung erreicht wird. Gleichzeitig wird durch praktisches Einüben zu einer ersten Orientierung der Zugänglichkeit und Inanspruchnahme gesundheitlicher Dienstleistungen beigetragen.

Verbesserung der Umsetzung innovativer Leistungen
Des Gesundheitswesen wird zunächst schulisch dargestellt. Die eigentliche Innovation besteht anschließend darin, das Gesundheitswesen durch Begleitung des Gesundheitslotsen und in praktischer Umsetzung kennen zu lernen. Eine direkte Verbindung besteht zur arbeitspraktischen Vermittlung der Grundlagen der Arbeitssicherheit. Dies erfolgt über praktische Belehrungen (etwa Hygienebelehrung) und Unterweisungen in den Arbeitsschutz (etwa Maschinen, Werkzeuge, eersönliche Schutzausrüstung).

Hinzu kommt der präventive Charakter der Gefühls- und Bewusstseinsbildung für den eigenen Körper, für gesundes Leben, für Bewegung und gesundheitsfördernde Ernährung mit dem Ziel der Vermeidung von physischen und psychischen Krankheiten. Dazu dient auch die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit Sportvereinen und der Begleitung der Flüchtlinge zu Trainingseinheiten.

Innovative Lösungen und Fortschritte im Bereich der Messung und Bestimmung von Ergebnissen, Verfahren und Strukturen gesundheitlicher Dienstleistungen

Harte Messfaktoren ...
Am Anfang, in der Mitte und zum Ende der dreimonatigen Teilnahme an dem Projekt werden Gesundheits-Assessments erhoben. Mit Hilfe der unterschiedlichen Befragungspunkte wird deutlich, welche Entwicklung / Fortschritte in den drei Monaten erfolgt ist. So wird u. a. mit Hilfe einer EDV-gestützten Datenbank zu den Befragungszeitpunkten erfasst, welche physischen und psychischen Beschwerden in der Befragung angegeben werden.

... und weiche Messfaktoren
Parallel dazu beobachtet der Gesundheitslotse das Verhalten, die Stimmung, die Entwicklung von Problem- und Konfliktlösungsverhalten, die Reizschwelle bei Konflikten, die Zugewandtheit, Team- und Kooperationsfähigkeit, Ausdauer etc. und leitet in Absprache mit dem Teilnehmenden geeignete Maßnahmen u. a. m Leverkusener Hilfenetzwerk ein.

Die gemessenen Projektergebnisse und -erkenntnisse sollen neben dem Nutzen für die Teilnehmenden auch dazu beitragen, innovative Beiträge an die kommunalen Akteure wie soziale und caritative Dienste sowie die Stadtpolitik wie die Gesundheit-Stadtkarte für Leverkusen und Informationsblätter in Landessprache in Krankenhäusern / Ärzten. Ziel ist, das abgebildete Lotsensystem unter Berücksichtigung der erkannten Bedarfe (wie Qualifizierung von Personal) in den Netzwerken der gesundheitlichen Dienstleister in Leverkusen zu etablieren und zu entwickeln.

5.4 Anzahl der Personen, die unmittelbar/direkt erreicht werden:

200 Personen / Jahr

5.5 Anzahl der Personen, auf die die Aktivitäten schätzungsweise Auswirkungen haben:

ca. 1000 Personen / Jahr

5.6 (Erwartbare) Hauptergebnisse des Projektes:

Mit Hilfe der datenbankgestützten Assessment-Verfahren sind messbare Ergebnisse erzielt worden, die die Verbesserung des Gesundheitszustands und des Gesundheitsbewusstseins der Teilnehmenden darstellen. Der Gesundheitslotse hat nachweislich dazu beigetragen, die Teilnehmenden zu den entsprechenden Kooperationspartnern des Gesundheitswesens überzuleiten.

Im Bereich des physischen Gesundheitszustandes konnten deutliche Verbesserungen erreicht werden: Bei Fehlsicht wurden medizinische Leistungen eingeleitet und entsprechende Hilfsmittel (Brillen) beschafft. Häufig wurden Zahnbehandlungen und Zahnsanierungen veranlasst. Die Behandlung akuter Herz-Kreislauf-Schwierigkeiten wurde veranlasst. Die Sensibilität für den Gesundheitszustand von Kleinkindern wurde deutlich erhöht.

Auch im Bereich des psychischen Gesundheitszustandes konnten deutliche Stabilisierungen erreicht werden: Projektteilnehmende mit oft schweren Fluchtschicksalen und damit einhergehenden massiven psychischen Einschränkungen wurden im Rahmen unseres vorhandenen Netzwerks im Gesundheitswesen zu zuständigen Psychologen und Therapeuten begleitet. Hier sind erste Stabilisierungen erzielt und neue persönliche Lebensperspektiven entwickelt worden.

In Zukunft erwarten wir u. a., dass die Teilnehmenden sich selbstständig im Gesundheitswesen bewegen können und das Gesundheitsbewusstsein in ihre eigenen Netzwerken und Familien weitertragen / etablieren.

Zudem wird es gelingen, einzelne Teilnehmende zu Gesundheitslotsen zu befähigen und diese Funktion schließlich eigeninitiativ weiterzuführen.  

 

 

 

6. Dokumentation und Evaluation des Projektes

6.1 Wird für das Projekt eine Dokumentation erstellt?

Ja, geplant

6.2 Ist das Vorgehen (bzw. die Konzeption) allgemein evidenzbasiert oder gibt es plausible Annahmen zur Wirksamkeit für den Ansatz?

Weiß nicht

6.3 Wird eine Projektevaluation durchgeführt?

Ja, geplant

6.4 Die Evaluation wird durchgeführt:

Nur durch Projektbeteiligte (Eigenevaluation)

6.5 Folgende Informationen werden ausgewertet, um die Wirkungen des Projektes festzustellen:

  • Spontane Rückmeldungen aus der Zielgruppe bzw. den Zielgruppen
  • Ergebnisse schriftlicher Zielgruppenbefragungen
  • Ergebnisse mündlicher Zielgruppenbefragungen

6.6 Ergänzende Beschreibung der Evaluationsmethode:

Eine sach- und fachgerechte Untersuchung und Bewertung erfolgt maßnahmebegleitend über regelmäßige - im Regelfall wöchentliche - Abstimmungsgespräche aller Projektbeteiligten. Der Gesundheitslotse/Sozialpädagoge stellt hier seine Erfahrungen aus der vergangenen Woche vor und benennt erkannte Problembereiche und Besonderheiten. Diese werden gemeinsam mit der Projektleitung und den in Maßnahmen der JSL eingesetzten Fachanleiter beraten und gemeinsam Wege erschlossen, um Aktivitäten zur Reduzierung erkannter Hemmnisse einzuleiten. Diese teamorientierte Evaluation ermöglicht sowohl eine individualisierte Unterstützung als aufgrund der wöchentlichen Abstimmungen auch eine sehr zeitnahe Problembearbeitung. Die Evaluation beinhaltet die gemeinsame Erarbeitung von Lösungswegen und Ableitung von Interventionen.

Zur Evaluation wird zudem die EDV-gestützte Dokumentation in der Datenbank comp.ASS eingesetzt. Zu mehreren Zeitpunktenim Maßnahmeverlauf - mindestens zu Beginn, in der Mitte und zum Ende - werden individualisierte Assessments zum aktuellen Stand eingeleiteter Maßnahmen erstellt. Der Vergleich mehrerer Erhebungszeitpunkte bietet die Möglichkeit, Entwicklungen zu erkennen und Defizite/Hemmnisse aufzudecken. Diese werden mit einem Zeitplan zur Reduzierung erkannter Defizite hinterlegt, der wiederum in die Erstellung individuell zu setzenden Maßnahmeziele mündet.

Ein praktisches Beispiel: Der Gesundheitscoach/Sozialpädagoge befragt den Teilnehmenden zum Einstieg in die Maßnahme nach allgemeinen Lebensumständen und der gesundheitlichen Situation. Die Ergebnisse erfasst er in der Datenbank comp.ASS unter Wahrung des Datenschutzes. Gleichzeitig wird ein Zeitplan erstellt, der einzuleitende Maßnahmen zur Reduzierung der erkannten gesundheitlichen Defizite beinhaltet. Wenn etwa eine Sucht erkannt wird, werden Anschlusstermine bei entsprechenden Fachberatungen im Stadtgebiet zur Unterstützung durch Spezialisten eingeleitet. Der Gesundheitscoach fungiert dabei als Wegweiser, Türöffner und Netzwerker. Er nutzt seine Kontakte, um den Teilnehmenden an geeignete Fachstellen zu verweisen und begleitete den eingeschlagenen Weg. Er unterstützt die Einhaltung von Terminen und erhebt an weiteren Zeitpunkten des Maßnahmeverlaufs die erkannten Fortschritte bzw. weitere Ansätze zur Unterstützung der eingeleiteten Maßnahmen.

  

 

Hier erkennbare Defizite werden 

6.7 Wird ein Evaluationsbericht veröffentlicht?

Ja, geplant
7. Fortsetzung der Projektaktivitäten

7.1 Ist ein Anschluss- bzw. Folgeprojekt geplant, beantragt, oder läuft dieses bereits?

Ja

7.2 Werden entsprechende Aktivitäten nach Abschluss dieses Projektes durchgeführt?

Ja

Das aktuelle Projekt läuft zunächst bis Ende Juni 2017. Eine Fortführung ist beabsichtigt, wenn die im Auftrag der Agentur für Arbeit und des Integration Point Leverkusen mit bis zu gleichzeitig 60 Personen durchgeführte Maßnahme 'Förderzentrum für Flüchtlinge' als Ausgangspunkt für den Gesundheitslotsen vom Auftraggeber fortgeführt wird.

Unabhängig davon ist beabsichtigt, die Aufgaben des Gesundheitslotsen auf alle Projekte/Maßnahmen der JSL auszuweiten. Dazu werden die Erfahrungen im ersten Jahr erhoben und ausgewertet, um erkannte Problembereiche abzustellen und die Grundlagen dann auf weitere Projekte/Maßnahmen zu übertragen.

Zugleich wird die JSL im bestehenden JSL-Netzwerk Leverkusener Hilfeeinrichtungen ihre Erfahrungen einbringen, für eine breite Umsetzung der Aufgaben des Gesundheitslotsen werben und zu dem Themenfeld eine gemeinsame, einrichtungsübergreifende Kooperation anstoßen.

7.3 Entstehen im Rahmen des Projektes Produkte, die auch nach Projektende genutzt werden?

Ja

Nach den Erfahrungen in den ersten Maßnahmemonaten wird derzeit die Erstellung eines Flyers sowie eine Gesundheitslandkarte in verschiedenen Sprachen für Teilnehmende als Wegweiser durch das Gesundheitssystem in Leverkusen erörtert. Bei Interesse ist hier auch eine einrichtungsübergreifende Kooperation und Erstellung einer Internetpräsenz angedacht, wobei das bestehende JSL-Netzwerk der Hilfeeinrichtungen eingebunden werden soll.

Die übergreifende Möglichkeiten der Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle in Leverkusen wird derzeit erörtert. Es besteht die Option, eine Fachkraft für den Themenbereich 'Unterstützung von Flüchtlingen im deutschen Gesundheitssystem' bei der JSL anzubinden, die zentral in dem Themenfeld für die Stadt Leverkusen eingesetzt wird.

8. Projektfinanzierung

8.1 Das Projekt finanziert sich über:

  • Öffentliche Mittel, Bundesmittel
  • Öffentliche Mittel, Kommunale Mittel

8.2 Geschätzter Gesamtaufwand (inklusive Planung, Ausführung, Evaluation etc.) in Personentagen oder in Euro:

30.000 €

--- Personentage

8.3 Ist die Finanzierung bis Projektende gesichert?

Ja