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Login - Projekt-Datenbank zur Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitsversorgung in NRW

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Balu und Du

Projekt ID-Nr.: 247894

1. Angaben zum Projektträger

Kurzbezeichnung der Institution:

Balu und Du e.V.

Name der Institution/Organisation:

Balu und Du e.V.

Adresse:

Georgstraße 7
50676 Köln
Deutschland

Leitung der Institution:

Herr Dr. Dominik Esch

Kontakt:

Tel.: 0049-221-2010326
dominik.esch@balu-und-du.de
http://www.balu-und-du.de

1.1 Ist die Institution/Organisation Mitglied der Landesgesundheitskonferenz NRW?

Nein
2. Allgemeine Angaben zum Projekt

2.1 Titel des Projektes:

Balu und Du

2.2 Weitere Projektträger:

  • Keine

2.3 Kooperationspartner des Projektes:

  • Bildungseinrichtungen, Verbände, Kommune, Träger in NRW und ganz Deutschland

2.4 Ansprechpartner des Projektes:

Herr Dr. Dominik Esch
Funktion: Geschäftsführender Vorstand

Kontakt:

Tel.: 0049-221-2010326
dominik.esch@balu-und-du.de
www.balu-und-du.de

2.4 Laufzeit des Projektes:

Beginn / geplanter Beginn: Januar 2008
Ende / geplantes Ende: keins

2.6 Das Projekt wird in folgenden Regionen in NRW durchgeführt:

Bonn, Kreis: Bonn
Düsseldorf, Kreis: Düsseldorf
Zülpich, Kreis: Euskirchen, Kreis
Stadt Gelsenkirchen, Kreis: Gelsenkirchen
Hamm, Kreis: Hamm
Herford, Kreis: Herford, Kreis
Köln, Kreis: Köln
Stadt Münster, Kreis: Münster
Stadt Paderborn, Kreis: Paderborn, Kreis
Gladbeck, Kreis: Recklinghausen, Kreis
Neuss, Kreis: Rhein-Kreis Neuss
Viersen, Kreis: Viersen, Kreis
Stadt Wuppertal, Kreis: Wuppertal
Olpe, Kreis: Olpe, Kreis
Lüdinghausen, Kreis: Coesfeld, Kreis
Gelsenkirchen, Kreis: Gelsenkirchen
Recklinhausen, Kreis: Recklinghausen, Kreis
Castop-Rauxel, Kreis: Recklinghausen, Kreis
Moers, Kreis: Wesel, Kreis
Duisburg, Kreis: Duisburg
Bochum, Kreis: Bochum
Bestwig, Kreis: Hochsauerlandkreis
Dorsten, Kreis: Recklinghausen, Kreis
Übach-Palenberg, Kreis: Heinsberg, Kreis
Wassenberg, Kreis: Heinsberg, Kreis
Marienheide, Kreis: Oberbergischer Kreis
Borghorst, Kreis: Steinfurt, Kreis
Rheine, Kreis: Steinfurt, Kreis
Stadt Paderborn, Kreis: Paderborn, Kreis
Stadt Dortmund, Kreis: Dortmund
Detmold, Kreis: Lippe, Kreis
Hennef, Kreis: Rhein-Sieg-Kreis
Hürth, Kreis: Rhein-Erft-Kreis
  • Darüber hinaus ist das Projekt bundesweit aktiv

Ergänzende Beschreibung der Interventionsregion:

Der Balu und Du e.V. ist an zahlreichen Standorten in NRW und Deutschland aktiv. Ein Netzwerkpartner stammt aus Linz/Österreich.

In Nordrhein-Westfalen gibt es aktuell 41 Standorte in 31 Kommunen und Landkreisen. Der Balu und Du e.V. bemüht sich um eine möglicht weitläufige Verteilung. Dabei stehen nicht explizit urbane oder ländliche Räume im Zentrum, sondern das lokale Interesse und Bedürfnis nach einem Standort. Balu und Du kooperiert dabei an allen Standorten mit Schulen/Hochschulen und gemeinnützigen Trägern. Vielfach verbinden wir die Sektoren Bildung, Jugendhilfe und Kriminalprävention. So ist der Verein immer auch in die individuellen lokalen Strukturen des Standorts eingebunden, was allen Beteiligten wechselseitige Vorteile bietet und Synergien verschiedenster Art erzeugt.

2.6 Bitte ergänzen Sie ggf. erhaltene Preise, Auszeichnungen, Logovergaben (z. B. "gesundheitsziele.de")

April 2016:
Gesundheitspreis der AOK Nordost für Balu und Du in Rostock

Oktober 2008:
Fairness Award 2008 - Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (Österreich)
September 2008:
Kiwanis-Förderpreis im Land Bremen an Balu und Du
August 2008:
Das "Projekt Futurino" fördert die Aktivitäten des "Balu und Du e.V."
April 2008:
Preisträger im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“
März 2007:
Integrationswettbewerb; Landessieger NRW - Stiftung “Bürger für Bürger” – Impulse für die Bürgergesellschaft
Dezember 2006:
„Engagement des Monats“ - Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes NRW
November 2006:
„entimon“-Programm: Beispielhaftes Projekt
Juli 2006:
„Blue Sky Involve“ von Johnson Controls
April 2006:
LeapFrog Learning Award 2005
September 2005:
Deutscher Förderpreis Kriminalprävention der Stiftung Kriminalprävention

2.7 Hintergrundinformationen zum Projekt:

  • Das Projekt ist 2019 in die Projekt-Datenbank aufgenommen worden.
  • Die letzte Aktualisierung der Daten durch den Projektträger erfolgte am 20.12.2018
  • Das Projekt ist 2019 in die Landesinitiative
    "Gesundes Land Nordrhein-Westfalen" aufgenommen worden
    (www.GesundesLand.NRW.de).
3. Zielgruppe(n) und Setting(s) des Projektes

3.1 Das Angebot richtet sich an die folgende(n) Altersgruppe(n):

  • Kinder im Grundschulalter (6-10 Jahre)
  • Junge Erwachsene (19-29 Jahre)

3.2 Richtet sich das Projekt an Multiplikatoren oder Mediatoren?

Ja, und zwar an:
  • Lehrer, Erzieher oder anderes pädagogisches Personal
  • Sonstiges: Kriminalprävention, Fachstellen Jugendsachen, Community that Care (CTC)

3.3 Das Projekt umfasst geschlechtersensible Angebote für:

Sowohl Jungen / Männer als auch Mädchen / Frauen

3.4 Richtet sich das Angebot gezielt an sozial benachteiligte Personengruppen?

Nein, es richtet sich hauptsächlich an :
an das Setting Familie und dort besonders an Kinder, um deren Entwicklung sich Eltern und Schule/Jugendhilfe Sorgen machen.

3.5 Das Projekt zielt auf die Partizipation besonderer Zielgruppen?

Ja, und zwar an:
  • Kinder und Jugendliche
  • Sozial benachteiligte Personen

3.6 Art des/r Settings:

  • Familie
  • Sonstiges: Erweiterung des familiären Umfeldes durch die in individuelle außerschulische Förderung des Grundschulkindes

3.7 Anzahl der Personen, die zu o. g. Setting(s) gehören:

6000

3.8 Richten sich die Aktivitäten auf die Umgestaltung des Umfelds, der Strukturen oder von Abläufen im Setting?

Nein
4. Handlungsfeld und Angebotsart des Projektes

4.1 Das Projekt zielt in der Hauptsache auf:

Prävention bzw. Gesundheitsförderung oder Aufklärung

4.2 Projektschwerpunkt(e) nach Handlungsfeldern/Themenbereichen:

  • Stärkung der individuellen Bewältigungsressourcen (z. B. Stressbewältigung/Entspannung)

4.3 Findet in dem Projekt eine sektorenübergreifende Kooperation statt?

Ja

Der Balu und Du e.V. ist so aufgebaut, dass Beteiligte aus unterschiedlichen Sektoren zusammentreffen. Dies sind im Regelfall die unterrichtenden GrundschullehrerInnen der potentiellen "Moglis", das pädagogische Fachpersonal des lokalen Projektträgers, sowie die zumeist (noch) nicht pädadgogisch ausgebildeten Mentoren, die ihre individuellen Kompetenzen produktiv in den Mentoringprozess einfließen lassen. Durch diesen Zusammenfluss von Fach- und Laienkompetenz entsteht ein fruchtbares Kooperationsfeld, das stets die Mentees im Zentrum hat und diese so besonders intensiv und ergiebig betreuen kann. Die besonderen Effekte dieser im Ergebnis dyadischen Beziehung zwischen Mogli und Balu sind durch wissenschaftliche Studien belegt.  Balu und Du hat sich vom Projekt zum Programm entwickelt. Das Programm ist leicht verständlich. Das Programm ist gut an lokale Gegegebenheiten anzupassen und deshalb leicht übertragbar.  Besonders hervorzuheben ist, dass die Sektoren Schule und Jugendhilfe bei Balu und Du kooperieren: in Hennef, Hürth, Lüdinghausen und anderenorts wirken die Grundschule, die Schulsozialarbeit und die weiterführende Schule zusammen,  um Matching und Begleitung durchzuführen. In Erfurt für das Jugendamt selber Balu und Du durch. Im Landkreis Aurich refinanziert der Landkreis aus Mitteln des Sozialraumbudgets Balu und Du.  In Dresden ist ebenfalls das Jugendamt an der Finanzierung beteiligt. In einigen Kommunen wirken ferner die Kriminal-Präventionsräte an der Organisation mit oder initiieren wie jüngst in Stade oder Lingen, dass weiterführende Schulen und Grundschulen zusammenarbeiten. 

Beispielhaft zeigt sich die Zusammenarbeit mit dem Sektor Kriminal-Prävention hier: https://www.gruene-liste-praevention.de/nano.cms/datenbank/programm/8

Beispielhaft zeigt sich die Zusammenarbeit mit dem Sektor Gesundheit hier:

https://www.dieinitiative.de/steckbrief-schule/balu-und-du-grosses-engagement-fuer-kleine-persoenlichkeiten/

Das Programm Balu und Du ist nachweislich gut geeignet, dass sektorenübergreifend erfolgreich kooperiert wird. 

 

4.4 Angebotsart(en):

  • Freizeitangebot , fortlaufend
5. Projektbeschreibung

5.1 Zielstellung des Projektes:

Die Teilnahme am Mentorenprogramm Balu und Du zielt auf die Persönlichkeitsentwicklung von Grundschulkindern und erzeugt eine Win-Win Situation.

Grundsätzlich sind dabei die Zielsetzungen abhängig von den Bedarfen und Interessenlagen eines Gespanns; unterschiedliche Startbedingungen machen es notwendig flexibel zu planen und keine starren Ziele vorzuformulieren. Die individuelle Entwicklung eines jeden Gespannes steht im Mittelpunkt.
Von einer Spezifizierung eines Ergebniswunsches wird zugunsten des Aufbaus einer persönlichen und vertrauensvollen Beziehung zwischen Mogli und Balu verzichtet. Balu und Du arbeitet mit den tatsächlichen Lebensumständen der Moglis und mit realen Zielen, die nicht immer zu Beginn klar erkennbar sind, sich jedoch im Lauf der Mentoringzeit selbstverständlich ergeben. Regelmäßige Reflexionsgespräche mit den StandortkoordinatorInnen ermöglichen den Balus das stetige (Weiter-)Entwickeln und Evaluieren von individuell entstehenden Zielen.

Durch kontinuierliche Kooperation mit WissenschaftlerInnen wie dem Bonner briq-Institut (https://www.balu-und-du.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/V37-2016_Prosociality_IZA_DP.pdf) ist eine im Hintergrund überprüfende Instanz gewährleistet. Der Balu und Du e.V. gewinnt so die Möglichkeit, sich immer wieder auf seine eigene Wirksamkeit in Bezug auf seine Kernziele zu hinterfragen.

5.2 Wurde eine Bedarfsermittlung vorgenommen?

Ja, und zwar an:
  • Expertenbefragung
  • Sonstiges: Expertenaustausch mit Naktergalen/Schweden, Perach/Israel

5.3 Inhalt und Methode des Projektes:

Unsere Idee auf eine Faustformel gebracht:
- ein Kind,
- einmal in der Woche,
- für ein bis drei Stunden,
- für mindestens ein Jahr.

Diese Faustformel fasst in aller Kürze die Projektidee zusammen.

Vorgeschlagen werden die teilnehmenden Kinder in der Regel von GrundschullehrerInnen. Ein festgelegtes hartes Kriterium gibt es dabei nicht. Die Maßgabe lautet schlicht und wirkungsvoll, solche Kinder für das Projekt vorzuschlagen, bei denen der Eindruck besteht, dass Ihnen zusätzliche individuelle Zuwendung und Aufmerksamkeit gut tun würde: "Schlagen Sie Kinder vor, um die Sie sich Sorgen machen."

Die Balus sind junge Leute zwischen 17 und 30 Jahren, die sich gern engagieren möchten. Sie stammen dabei aus den unterschiedlichsten Segmenten. Viele sind Studierende oder SchülerInnen, aber auch bereits berufstätige Balus sind keine Seltenheit. Voraussetzung für die Projektteilnahme ist dabei keine bestimmte Ausbildung. Die angehenden Balus werden im Rahmen von Auswahlgesprächen überprüft. Alle legen ein aktuelles erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vor. Im laufenden "Balu-Jahr" nehmen die Balus mindestens vierzehntägig an einem Begleitseminar teil. Die Balus dokumentieren jedes Treffen mit dem Kind in einem Online-Tagebuch. Die KoordinatorInnen kommentieren die Einträge zeitnah. Balu und Du wird an vielen Standorten als Service Learning Projekt angeboten. Als Beispiel sei die Hochschule Bochum genannt, die Balu und Du als Modul in den Studiengang BWL einbaut, um Kinder zu fördern und den Studierenden den Erwerb von sogenannte soft skills ermöglicht.

So individuell wie die Teilnehmenden sind dann auch die Zielsetzungen innerhalb des Projektjahrs. Vielleicht hat Mogli Schwierigkeiten, sich sicher im öffentlichen Raum zu bewegen oder ist insgesamt sehr schüchtern. Vielleicht spielt in seinem Leben Bewegung und körperliche Aktivität eine (zu) geringe Rolle. Die Balus werden dafür sensibilisert, die Bedürfnisse ihres Moglis zu erkennen und entsprechend zu handeln, also passende Aktivitäten auszuwählen. Mogli lernt so scheinbar ganz nebenbei wichtige Grundlagen für ein physisch und psychisch stabileres Dasein kennen.

  • zur Verbesserung der Kommunikation und des Austausches über die Grenzen der etablierten Institutionen hinweg leisten wir einen Beitrag, weil Grundschule, weiterführende Schule, kommunale und freie Jugendhilfe und sogar Kriminalprävention zusammenarbeiten können. Für eine Kooperation mit Akteuren aus dem Gesundheitswesen sind wir offen.
  • zur Verbesserung der Umsetzung innovativer Leistungen tragen wir bei, weil durch Einbindung von Balu und Du in das ordentliche Lehrangebot einer weiterführenden Schule, BBS, FH oder Universität eine neue Methode der Gewinnung von MentorInnen gefunden worden ist. Balu und Du bietet die Möglichkeit, dass ehrenamltiches Engagement im Sektor Jugendhilfe/Familie (die Treffen mit dem Kind) innerhalb des Sektors Bildung reflektiert und zertifziert werden.
  • zu innovativen Lösungen und Fortschritten im Bereich der Messung und Bestimmung von Ergebnissen, Verfahren und Strukturen gesundheitlicher Dienstleistungen bietet das briq durch seine an der Verhaltensökonomie orientierten Testverfahren mit Kindern und Eltern nachweislich die o.g. Ergebnisse. Leider wurde wurde in diesem Jahr ein Forschungsprojekt der SHR Hochschule Gera beim Bundesforschungsministerium abschlägig beschieden. Forschungsleitende Frage war, ob Mentoring von Balu und Du einen Unterschied im Ernährungsverhalten von an Adipositas leidenden Kindern bieten könnte.

 

Zusammenfassend: Das Programm ist ohne feste Vorgaben locker in den familiären Alltag und die Freizeit der Grundschulkinder eingebettet. Die Treffen finden zuhause bei den Familien der Kinder, in den WG der studierenden Balus, draußen in Stadt und Land etc. statt. Informelles Lernen ist das Stichwort, das bei "Balu und Du" zum Tragen kommt: Das Lernen en passant , im Alltag ganz nebenbei, manchmal – wenn es z. B. Lernen am Vorbild ist – noch nicht einmal bewusst. Dieses Konzept verweist auf den „Capability Approach" von Amartya Sen: Die Befähigung zu selbstbestimmtem Leben ist gebunden an Handlungskompetenzen einerseits und andererseits an die Überzeugung, die eigenen Lebensumstände und Geschicke zu einem erheblichen Teil selbst beeinflussen zu können.

 

 

5.4 Anzahl der Personen, die unmittelbar/direkt erreicht werden:

2000

5.5 Anzahl der Personen, auf die die Aktivitäten schätzungsweise Auswirkungen haben:

6000

5.6 (Erwartbare) Hauptergebnisse des Projektes:

Die Teilnahme am Mentorenprogramm Balu und Du hat nachweislich positive Wirkungen sowohl auf die Moglis als auch auf die Balus.

Die externe Evaluation zu Balu und Du von Deckers, T., Falk, A., Kosse, F., Pinger, P. & Schildberg-Hörisch, H., "The formation of prosociality: Causal evidence on the role of social environment" ist aktuell zur Veröffentlichung akzeptiert im Journal of Political Economy.

Die Moglis (Grundschulkinder) profitieren in einem weit gefächerten Spektrum. Folgende Fortschritte konnten nach einem Jahr der Projektteilnahme (im Vergleich zu einer Kontrollgruppe) festgestellt werden:

Fröhlichere Grundstimmung
Moglis weisen eine deutlich positivere Grundstimmung auf (Cohens d= 0.55) im Vergleich zur Kontrollgruppe (d= 0,04).

 
Zunehmende Fähigkeit zur Selbstorganisation
Moderate Effekte (Cohens d> 0,5) wurden z.B. dadurch erzielt, dass vermehrt Hausaufgaben fertiggestellt und Unterrichtsmaterialien mitgenommen wurden.
 
Erhöhte Motivation und Beteiligung in der Schule
Für die Gesamtgruppe der Moglis wurden nur kleine Verbesserungen festgestellt (Cohens d>0,2). Auf den Anteil der Moglis mit den geringsten Motivations- und Beteiligungswerten hatte das Programm jedoch überwiegend moderate Effekte.
 
Realistischere Selbsteinschätzung
Bei Kindern mit bedeutend unrealistischer Einschätzung ihrer sportlichen Leistungen zu Beginn von “Balu und Du“ konnte durch das Mentoring ein hoher Verbesserungseffekt beobachtet werden (Cohens d=0.92).
 
Zunehmende Konzentrationsfähigkeit
Speziell bei Moglis, die sich schwer konzentrieren konnten zu Beginn des Programms, wurden durch den Kaseler Konzentrationstest weitgehend deutliche Verbesserungen der Konzentrationsfähigkeit erwiesen (Cohens d>0.49).
 
Erhöhte gesundheitsbezogene Lebensqualität
Bei Moglis mit der niedrigsten wahrgenommenen Lebensqualität zu Beginn von “Balu und Du“ konnten sehr hohe Effekte im Bezug auf das phyisische (Cohens d=1,19) und moderate Effekte im Bezug auf das psychische Wohlbefinden (Cohens d=0,54) festgestellt werden.
 
Gesunkenes Stresslevel
Mentoring, welches nicht richtungsweisend und unsicher durchgeführt wird, hat nachweislich ein signifikant erhöhtes Stresslevel der Moglis zu Folge (r >0.45), was anhand von Cortisolmessungen und Tagebuchanalysen nachgewiesen wurde. Durch wöchentliche Supervision der Balus wird der Mentoring-Stil stressmindernd für die Moglis beeinflusst.

Persönliche Hygiene
Kinder, die sich vor dem Programm am seltensten die Hände gewaschen hatten, verbesserten sich mit deutlichem Effekt (Cohens d=1.24)

Vermehrter Besuch des Gymnasiums
Die Wahrscheinlichkeit, in der 5. Klasse das Gymnasium zu besuchen, ist bei Kindern mit niedrigem sozialökonomischem Status durch das Mentoring um 11 Prozentpunkte gestiegen (von 50% auf 61%). Zweitklässler mit Mentoring haben sogar eine um 16 Prozentpunkte höhere Chance auf das Gymnasium zu gelangen.
 
Erhöhte Prosozialität
Es konnte ein dauerhaft positiver kausaler Effekt des Mentorings auf Prosozialität (Vertrauen, Altruismus und Verhalten gegenüber anderen) von Kindern mit niedrigem sozialökonomischem Status von Programmanfang bis 2 Jahre nach dem Programm festgestellt werden. Die Kinder, die an “Balu und Du“ teilgenommen hatten, wiesen dann eine vergleichbare Prosozialität auf wie Kinder mit hohem sozialökonomischem Status.
 
Nachhaltigkeit der kurzfristigen Effekte
Eltern beschrieben ihre Kinder während des Jahres nach dem Ende des Mentorings als autonomer, sicherer, aufgeschlossener, entspannter und glücklicher. Weiterhin konnte eine signifikante Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit von Programmanfang bis 1 Jahr nach Ende des Mentorings festgestellt werden.
 
Ausbildung von Schlüsselkompetenzen bei den Mentorinnen und Mentoren:
Balus weisen im Vergleich zu Nicht-Balus zwei weitere Kompetenzen auf: „Arbeitshaltung und Selbstdisziplin“ sowie „Kommunikation in schwierigen Situationen / Krisenmanage- ment“. Bei Nicht-Balus konnte nur zusätzlich die Komponente „Studienzufriedenheit / Studienleistung“ festgestellt werden.
 
Erhöhtes Selbstbewusstsein bei den Mentorinnen:
65 % der Balus haben durch das Programm eine höhere Selbsteinschätzung und mehr Selbstbewusstsein erlangt, laut einer Auswertung von 102 Reflexionsberichten.
 
Erhöhte Empathie für Kinder
64 % der Balus haben durch das Programm ein besseres Verständnis für die Erfahrungswelt von Kindern2.
Mehr Verständnis für andere Menschen und Kulturen
Weiterhin geben Balus (n=74) an, ein zu 75% höheres Verständnis für fremde Personen zu entwickeln als Nicht-Balus (n=208)1.


Diese Vielzahl unterschiedlicher Entwicklungsmöglichkeiten zeigt, dass Balu und Du ein Breitbandangebot. Eine recht kleine Intervention im familiären Umfeld bewirkt positive Veränderungen.  Die Kinder erwerben jeweils die Kompetenzen und Haltungen, die individuell für ihre Situation angemessen und vielleicht sogar erforderlich sind.

Die Balus (junge Leute) erwerben Schlüsselqualifikationen, die in vielen Studiengängen gefordert sind: Selbstdisziplin und eine nachweislich verbesserte Arbeitshaltung (ebenfalls ermittelt im Vergleich zu einer Kontrollgruppe).

An der Universität der Bundeswehr München forscht ein Team um Prof. Dr. Karl-Heinz Renner zu Balu und Du: " Das ressourcenorientierte Mentoren-Programm Balu und Du zur Stärkung von life skills (personale, soziale und funktionale Kompetenzen) bei Grundschulkindern kann als eine Langzeit-Form positiver Interventionen interpretiert werden und soll deshalb genauer auf seine diesbezügliche Wirksamkeit hin untersucht werden. In unserer Studie werden sowohl zentrale Konstrukte der Positiven Psychologie (subjektives Wohlbefinden, Positive Affektivität), als auch resilienzbezogene Variablen (Selbstwert, Selbstwirksamkeit, Autonomie) mit Hilfe von Fragebogen-Skalen zur Selbstbeschreibung vor und nach dem Mentorenprogramm erhoben. Darüber hinaus führen wir eine quantitative Textanalyse der Tagebucheinträge, die von Balus während des Mentorenjahres verfasst werden, mit Hilfe des Programms Linguistic Inquiry and Word Count (LIWC) durch." (https://www.unibw.de/hum-psychologie/ppd)

Einen Ergebnisüberblick samt Quellenangaben zu den o.g.  Evaluationsergebnissen  bietet der Link: https://www.balu-und-du.de/fileadmin/user_upload/A-Z/BuDs_Wirkung_im_U__berblick.pptx

6. Dokumentation und Evaluation des Projektes

6.1 Wird für das Projekt eine Dokumentation erstellt?

Ja, liegt vor
H. Müller-Kohlenberg (2018): Handbuch Mentoring für Grundschüler. Balu und Du. 53 Bausteine für Theorie und Praxis. Ibbenbüren.
http://www.muenstermann-verlag.de/?Buchinformationen___Fachbuecher___Handbuch_Mentoring_fuer_Grundschulkinder&search=m%C3%BCller

6.2 Ist das Vorgehen (bzw. die Konzeption) allgemein evidenzbasiert oder gibt es plausible Annahmen zur Wirksamkeit für den Ansatz?

Ja, die Wirksamkeit des Vorgehens (Konzepts) ist nachgewiesen.
Evaluationsmethode und Ergebnisse
 

Kosse, F., Deckers, T., Schildberg-Hörisch, H., Falk, A. (2016): The Formation of Prosociality. Causal Evidence on the Role of Social Environment, IZA Discussion Paper No. 9861, April 2016, Bonn.
https://www.balu-und-du.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/V37-2016_Prosociality_IZA_DP.pdf

Diesselben: http://newsroom.iza.org/de/2016/04/05/chancengleichheit-wie-sich-prosoziales-verhalten-bei-kindern-fordern-lasst/

 

6.3 Wird eine Projektevaluation durchgeführt?

Ja, abgeschlossen

6.4 Die Evaluation wird durchgeführt:

Sowohl Projektbeteiligte als auch externe Fachleute

6.5 Folgende Informationen werden ausgewertet, um die Wirkungen des Projektes festzustellen:

  • Spontane Rückmeldungen aus der Zielgruppe bzw. den Zielgruppen
  • Ergebnisse von Expertenbefragungen, Expertenmeinungen
  • Sonstiges: wissenschaftliche Erhebungen mit qualitativen und quantitativen Methoden

6.6 Ergänzende Beschreibung der Evaluationsmethode:

Die Evaluationen an der Universität Osnabrück unter der wissenschaftichen Leitung von Frau Prof. Dr. Hildegard Müller-Kohlenberg wandten qualitative und quantitative Methoden an.

Das Forschungsdesign der externen Studien mögen Sie bitte den Quellenangaben entnehmen:

S. Drexler: Resilienzförderung sozial benachteiligter Grundschulkinder durch das Mentorenprogramm Balu und Du. Eine Evaluationsstudie zu Lebensstilen und zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität. https://repositorium.ub.uni-osnabrueck.de/handle/urn:nbn:de:gbv:700-2015110513652

Siehe auch:

S. Drexler, B. Borrmann, H. Müller-Kohlenberg (2012): Learning life skills strengthening basic competencies and health-related quality of life of socially disadvantaged elementary school children through the mentoring program "Balu und Du" ("Baloo and you"). In: Journal of Public Health, Vol. 20, Number 2, pp 141–149 (DOI:10.1007/s10389-011-0458-7)

 

Forschergruppe am briq: The Formation of Prosocialty. Causal Evidence on the Role of Social Environment; https://www.balu-und-du.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/V37-2016_Prosociality_IZA_DP.pdf:

N=1.626 Familien mit Grundschulkindern in Klassenstufe 2 und 3 in Köln und Bonn waren zur Teilnahme an der Studie bereit. Die Familien wurden entlang von Einkommen, Bildungsgrad und Alleinerziehendenstatus in eine Gruppe mit geringem sozioökonomischen Status (Low SES) und hohem Status eingeteilt (High SES). Die "Low SES" - Gruppe wurde per Zufall der Intervention (n=212) oder der Kontrollbedingung (n=378) zugeteilt, die "High SES" - Gruppe (n=122) diente als weitere Kontrollgruppe. Outcome-Messungen betrafen die Prosozialität der Kinder (Altruismus und Vertrauen gemessen auf Kindebene, prosoziales Verhalten gemessen durch Befragungen der Mütter), der Mütter und der Mentoren. Messzeitpunkte waren vor der Intervention (Welle 1), unmittelbar nach der Intervention (Welle 2) und ein zwei-jahres Follow-up (Welle 3). Durch "Balu und Du" konnte die anfangs bestehende Entwicklungslücke zwischen der "Low SES" und der "High SES" in Bezug auf die Prosozialität für die Interventionsgruppe geschlossen werden. Der Interventionseffekt hielt auch im Follow-up an. Die Kontroll - "Low SES" Gruppe konnte den Abstand nicht aufholen und blieb signifakant zurück.    

 

6.7 Wird ein Evaluationsbericht veröffentlicht?

Ja, abgeschlossen
https://repositorium.ub.uni-osnabrueck.de/handle/urn:nbn:de:gbv:700-2015110513652
7. Fortsetzung der Projektaktivitäten

7.1 Ist ein Anschluss- bzw. Folgeprojekt geplant, beantragt, oder läuft dieses bereits?

Ja

7.2 Werden entsprechende Aktivitäten nach Abschluss dieses Projektes durchgeführt?

Ja

Die Gespanne treffen sich häufig auch über das Projektjahr hinaus.

Es gibt Beispiele für Balus und Moglis, die auch nach Jahren noch den Kontakt aufrecht erhalten.

Ein Aluminnetzwerk für den Balu und Du e.V. ist in Planung.

7.3 Entstehen im Rahmen des Projektes Produkte, die auch nach Projektende genutzt werden?

Ja

Das wichtigste und augenfälligste Produkt ist die die leichte Übertragbarkeit des Programms Balu und Du. Die allermeisten Netzwerkpartner wenden das "Produkt Balu und Du" dauerhaft in ihren Einrichtungen an. Innerhalb des Programms sind für die Netzwerkpartner im Intranet online eine Vielzahl von Memos, Kopiervorlagen, Präsentationen etc abrufbar. Flyer, Plakate, PR-Material, Banner und der jährliche Wirkungsbericht sind handgreifliche Produkte.

Hier geht es aber auch häufig um auf den ersten Blick kleine Dinge. Häufig werden Fotoalben erstellt, aber auch eine Bastelarbeit, die Mogli vielleicht in seinem Zimmer aufbewahrt, kann langfristig an die positiven Erlebnisse während der Projetkzeit erinnern.

Manche Balus helfen Mogli bei der Anmeldung in (Sport-)Vereinen und sorgen somit gewissermaßen für das Entstehen eines immateriellen Produktes, das im Besten Fall lebenslang genutzt werden kann.

Der Balu und Du ist Mitglied im Bundesverband Innovative Bildungsprogramme (http://www.innovativebildung.de), dem Zusammenschluss von deutschen Schulentwicklungs- und Schulunterstützungsprogrammen. Hier und auch mit anderen Nichtmitgliedern tauschen wir Formulare und andere Eigenentwicklungen aus. Die Eigenentwicklung Online-Tagebuch steht nur Netzwerkpartnern des Balu und Du zu Verfügung.

 

8. Projektfinanzierung

8.1 Das Projekt finanziert sich über:

  • Spenden
  • Öffentliche Mittel, Kommunale Mittel
  • Öffentliche Mittel, Landesmittel
  • Sonstige, und zwar : Balu und Du setzt auf vorhandene finanzielle Ressourcen in den Sektoren Bildung und Jugendhilfe. Uns gelingt es in sehr innovativen Art, dass vorhandene Deputate von LehrerInnen und SozialpädagInnen etc. genutzt werden, um qualitativ hochwertig eine wirksame Intervention im Setting Familie zu bewirken. Es ist unser Ziel, noch mehr EntscheiderInnen aus den Sektoren Bildung, Jugendhilfe und Gesundheit in NRW und darüber dazu zu bringen, vorhandene Personalressourcen auf Balu und Du zu lenken. Die lokalen Netzwerkpartner finanzieren sich also selber und können ggf. Nothilfen beim Balu und Du e.V. beantragen. Der Balu und Du e.V. selber wird maßgeblich von einem privaten Förderer finanziert. Ferner besteht eine Unternehmensfundraisingkooperation (CSR) mit dem Kosmetik-Hersteller benefit cosmetics. Bis Ende des Jahres 2018 förderte maßgeblich die Benckiser Stiftung Zukunft. In der Geschäftsstelle sind ab 01.01.2019 drei Vollzeit- und eine Teilzeitstelle eingerichtet.

8.2 Geschätzter Gesamtaufwand (inklusive Planung, Ausführung, Evaluation etc.) in Personentagen oder in Euro:

--- €

--- Personentage

8.3 Ist die Finanzierung bis Projektende gesichert?

Ja