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Modellierungen

Wie werden sich zukünftig Gesundheit und Krankheit in NRW entwickeln? Wie viele Menschen werden unter chronischen Erkrankungen leiden, und welche Versorgungsbedarfe entstehen hierdurch? In welchem Maße könnten zukünftig Krankheitslast und Behandlungskosten durch gezielte Interventionsmaßnahmen gesenkt werden, welche gesundheitlichen Effekte haben Projekte und politische Vorhaben?

Um auf diese und ähnliche Fragen Antworten zu finden, bedient sich das LZG.NRW der Health Impact Quantification, wendet also auf die nordrhein-westfälische Bevölkerung quantitative Modelle an. In diese Modelle fließen unter anderem Daten zur demografischen Entwicklung, zur Verbreitung verschiedener Risikofaktoren und der damit verbundenen Erkrankungen ein. Die Modellierung ist somit ein wichtiger Baustein für die Gesundheitsfolgenabschätzung (Health Impact Assessment), denn die simulierten Effektschätzer spielen eine zunehmende Rolle für Planungsprozesse im Bereich Gesundheitsschutz,  -förderung und -versorgung. Die Modellierung beschäftigt sich ebenso mit der Frage, welche Erkrankungen und Faktoren eine besonders hohe Krankheitslast in spezifischen Teilen der NRW-Bevölkerung verursachen. Einen Meilenstein zur Weiterentwicklung der Risiko-Modellierung stellt dabei das EU-Projekt RAPID dar.

Inzwischen ist eine Vielzahl an Modellen verfügbar. Das LZG.NRW (bzw. seine Vorgängerinstitution) organisierte zwei internationale Experten-Workshops in 2010 (Düsseldorf) und in 2011 (Granada). Ziel dieser Workshops war der Austausch über aktuelle methodische Ansätze und Anwendungsmöglichkeiten der Quantifizierung gesundheitlicher Auswirkungen. Mit den geladenen nationalen und internationalen Expert*innen wurde ein Überblick über den derzeitigen Entwicklungsstand der wichtigsten vorgestellten Modelle und Werkzeuge erarbeitet. Die vergleichende Gegenüberstellung dieser Modelle wurde in zwei Fachpublikationen (Fehr, Hurley, Mekel, Mackenbach 2012 und Fehr, Mekel, Hurley, Mackenbach 2016) veröffentlicht.

DYNAMO-HIA ist ein Software-Instrument zur Modellierung zukünftiger Gesundheitseffekte durch politische Planungen, Projekte oder Präventionsmaßnahmen. Es stellt ein wertvolles Instrument im Rahmen der quantitativen Gesundheitsfolgenabschätzung (Health Impact Assessment) dar und erlaubt die Modellierung veränderter Risikofaktor-Expositionen und ihrer Auswirkungen auf relevante Gesundheitsendpunkte.

Die Krankheitslast einer Bevölkerung wird nach dem "Burden of Disease"-Ansatz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) berechnet und erlaubt den Vergleich des Beitrags verschiedener Erkrankungen auf die Gesundheit der Bevölkerung oder in verschiedenen Regionen.

Ziel des europäischen Projekts RAPID (2009 bis 2012) ist die Weiterentwicklung klassischer Methoden und Modelle der Risikoanalyse für den Einsatz bei Health Impact Assessments in unterschiedlichen Politikbereichen.