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Patientenorientierung

Der Begriff "Patientenorientierung" beschreibt die Orientierung der gesundheitlichen Versorgung an den Interessen der Patientinnen und Patienten. In den letzten Jahren hat die Patientenorientierung zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dies liegt unter anderem darin begründet, dass sich aufgrund veränderter Informationszugänge die Rolle der Patientinnen und Patienten von einer eher passiven hin zu einer aktiven Rolle gewandelt hat. Patientinnen und Patienten haben verstärkt ein hohes Interesse daran, sich "auf Augenhöhe" im Gesundheitssystem einzubringen und sich aktiv zu beteiligen. Selbstbestimmung und Autonomie spielen in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle. Dieser Prozess wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach auch in Zukunft weiter fortsetzen.

Allerdings trifft diese Entwicklung nicht auf alle Menschen zu. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wächst die Gruppe der älteren multimorbiden Bürgerinnen und Bürger stetig. Die Betroffenen benötigen in der Regel mehr Unterstützung im Gesundheitssystem, ein Umstand, der vor allem bei Krankenhausaufenthalten von Bedeutung ist. Eine Krankenhausbehandlung entzieht Patientinnen und Patienten ihrer gewohnten Lebenswelt und geht meist mit schwereren Behandlungsanlässen einher. Es bedarf daher besonderer Anstrengungen, um in einer solchen Situation Souveränität und Rechte der Patientinnen und Patienten zu wahren. Die Stärkung der Patientenorientierung in genau diesem Kontext spiegelt sich in Nordrhein-Westfalen unter anderem in § 5 des Krankenhausgestaltungsgesetzes Nordrhein-Westfalen wider. Das Gesetz sieht für alle Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen die Einrichtung unabhängiger Stellen für Beschwerden von Patientinnen und Patienten vor.

Diese unabhängigen Stellen werden oftmals mit Patientenfürsprecherinnen und -fürsprechern besetzt, die sich in der Regel ehrenamtlich um unterschiedlichste Anliegen der Patientinnen und Patienten kümmern. Zur Stärkung und Vernetzung der Patientenfürsprecherinnen und -fürsprechern trägt das LZG.NRW mit verschiedenen Maßnahmen bei:

  • Patientenfürsprecherinnen und -fürsprecher können auf Handlungsempfehlungen zurückgreifen, die das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen e. V. und der Beauftragte der Landesregierung Nordrhein-Westfalen für Patientinnen und Patienten gemeinsam erarbeitet und herausgegeben haben.
  • Durchführung von landesweiten Netzwerktagungen für Patientenfürsprecherinnen und -fürsprecher:
    - Zusammen Wege gehen am 19. September 2013 in Bochum,
    - Zusammen weitergehen am 06. Oktober 2015 in Mülheim an der Ruhr.
  • Qualifizierungsworkshops für Patientenfürsprecherinnen und -fürsprecher im Jahr 2014 und im Jahr 2016.
  • Ein Mentoring-Programm ist in Planung.