Das Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen (LfGA NRW) ist zum 1. Juli 2025 als Landesoberbehörde im Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen (MAGS) geschaffen worden. In der neuen Behörde werden die Fachkompetenzen des ehemaligen Landeszentrums Gesundheit NRW (LZG.NRW) und des ehemaligen Landesinstitutes für Arbeitsschutz und Arbeitsgestaltung Nordrhein-Westfalen (LIA) zentral gebündelt. Im hier vorliegenden Infektionsjahresbericht 2024 wird aufgrund der Bezugnahme auf einen Zeitraum vor der Fusion ausschließlich das LZG.NRW genannt, obwohl die Veröffentlichung erst nach der Fusion im Namen des LfGA NRW erfolgt ist.
Die Landesmeldestelle im LZG.NRW hat die Aufgabe, Infektionskrankheiten zu überwachen um Erkrankungshäufungen frühzeitig zu erkennen. Daten über meldepflichtige Krankheiten werden fortlaufend gesammelt, analysiert und infektionsepidemiologisch ausgewertet ("Daten für Taten"). Die Veröffentlichung der Meldedaten ist eine wesentliche Voraussetzung für effektive Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Infektionskrankheiten. Die Details zur Meldepflicht sind im IfSG geregelt. Ausführliche Informationen zum Meldesystem und den gesetzlichen Grundlagen finden Sie in diesem Bericht unter Grundlagen des Meldesystems, Datenmanagement und Qualitätssicherung.
Der vorliegende Infektionsjahresbericht gibt Auskunft über die Häufigkeit und Verbreitung der meldepflichtigen Infektionskrankheiten in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2024. Vergleiche mit Vorjahreszahlen erlauben einen Überblick über Trends, weiterhin werden Daten zu Todesfällen und Hospitalisierungen berichtet. Einen Überblick über das Infektionsgeschehen in NRW im Jahr 2024 finden Sie in diesem Bericht unter Zusammenfassung des Infektionsgeschehens 2024.
Der interaktive elektronische Bericht ist in die Teilbereiche Berichte für NRW, Berichte pro Region und Krankheit, Ausbrüche und Nichtnamentlich meldepflichtige Krankheiten aufgegliedert. Detaillierte Informationen zu den Teilberichten finden sich unter Info.
Grundlage der Daten sind im Wesentlichen die bis Ende Februar 2025 nach §11 IfSG von den kommunalen Gesundheitsbehörden des Landes übermittelten Fallmeldungen des Vorjahres. Dies gilt auch für die angegebenen Vergleichszahlen der vergangenen Jahre. Spätere Änderungen oder Ergänzungen wurden, wenn nicht ausdrücklich erwähnt, nicht mehr berücksichtigt. Maßgeblich für die Zuordnung der Meldungen zum jeweiligen Jahr ist der Tag bzw. die Woche des Eingangs der Meldung beim Gesundheitsamt (Meldewoche). Dieser ist nicht zwangsläufig identisch mit dem Infektions-, Erkrankungs- oder Diagnosezeitpunkt. Die regionale Zuordnung der Fälle erfolgt nach dem Kreis des Hauptwohnsitzes der erkrankten Person, unabhängig vom tatsächlichen Infektionsort. Die Auswertungen beziehen sich, sofern nicht anders angegeben, nur auf die Meldefälle, die nach den Kriterien des Robert Koch-Instituts (RKI) die Referenzdefinition erfüllen. Damit ist die Vergleichbarkeit der Daten auf allen Ebenen sichergestellt. Geringe Abweichungen zu den im Vorjahresbericht angeführten und in anderen Publikationen bzw. Datenbanken (z.B. SurvStat@RKI) aufgeführten Zahlen sind bedingt durch nachträglich erfolgte Übermittlungen, Korrekturen und Löschungen möglich.
Die für NRW registrierten nichtnamentlich meldepflichtigen Infektionen (nach § 7 Abs. 3 IfSG), die direkt an das RKI gemeldet werden, sind ebenfalls dargestellt. Die örtliche Zuordnung erfolgt hier indirekt nach den ersten drei Ziffern der Postleitzahl des Patientenwohnortes bzw. des die Labordiagnostik veranlassenden Arztes oder des meldenden Labors.
Nur durch die engagierte Beteiligung von meldenden und diagnostizierenden Praxen, Krankenhäusern und Laboren und die gute Zusammenarbeit der Kolleginnen und Kollegen im Öffentlichen Gesundheitsdienst der Gesundheitsämter und im LZG.NRW ist es möglich, eine solide Datenbasis als Grundlage für den Infektionsschutz zu gewinnen. Daher sei an dieser Stelle allen am Surveillance-System Beteiligten herzlich gedankt. Sie haben durch Ihre Arbeit dazu beigetragen, dass uns auf Landesebene entsprechendes Datenmaterial vorliegt. Der Infektionsjahresbericht soll mithelfen, den Austausch zwischen den Stellen, die die Daten auswerten und denen, die sie erheben, weiter zu verbessern. Wir laden Sie daher wieder ein, mit Anregungen oder Kritik an uns heranzutreten.
Hierbei handelt es sich um eine Übersicht über die Meldezahlen auf Landesniveau. Die Meldedaten werden in absoluten Zahlen ("Tabelle"), als Meldeinzidenzen ("Inzidenz") und prozentuale Anteile der jeweiligen Krankheit für NRW dargestellt. Die letzte Zeile zeigt die Summe der Meldungen aller Krankheiten für NRW. Außerdem enthält der Bericht die Zahl der aufgrund der gemeldeten Krankheit als verstorben übermittelten Fälle ("Todesfälle") sowie die Zahl hospitalisierter Patienten ("Hospitalisierung"). Auch wird dargestellt, wie sich die übermittelten Fälle auf die unterschiedlichen Kategorien der Falldefinition verteilen ("Falldefinitionskategorien"). In dieser Statistik sind alle Fälle enthalten, die die Falldefinition erfüllen, darunter auch solche, die nicht die Referenzdefinition erfüllen. Unter „Weitere Auswertungen“ findet sich eine Zusammenfassung des Infektionsgeschehens sowie Auswertungen zu einzelnen Erkrankungen, darunter Masern und Tuberkulose.
Die übermittelten Ausbrüche und Ausbruchsfallzahlen nach Infektionskrankheiten werden berichtet und mit den Vorjahreszahlen verglichen („Ausbrüche nach Krankheiten“ und „Ausbruchsfälle nach Krankheiten“). Im Menüpunkt „Infektionsumfelder und Ausbruchsgröße“ werden die Ausbrüche für die einzelnen Krankheiten nach Infektionsumfeld ausgewertet, zudem ist eine grafische Darstellung der Fälle in Ausbrüchen im Verhältnis zur Anzahl der übermittelten Ausbrüche enthalten. Unter „Weitere Auswertungen“ findet sich eine Auswertung der nosokomialen Ausbrüche und der lebensmittelbedingten Ausbrüche. Unter "Erläuterungen" werden die Auswertungsregeln für Ausbrüche beschrieben.
Die regionalen und überregionalen Auswertungen sind zu den einzelnen meldepflichtigen Krankheiten verfügbar. Man wählt die gewünschte Krankheit und Region aus und kann sich die Meldedaten tabellarisch nach Regionen oder grafisch in ihrer räumlichen Verteilung oder im Zeitverlauf ansehen. Für den Menüpunkt „Übersicht Krankheiten“ kann die Region, für die Menüpunkte „Übersicht NRW“ und „Patiententage“ die Krankheit und für die Menüpunkte "Zeitverlauf", "Trend", "Alter- und Geschlecht" und "Erreger" sowohl die Region als auch die Krankheit einzeln ausgewählt werden. Die Menüpunkte „Erreger“ und „Patiententage“ sind nur dann auswählbar, wenn eine Krankheit ausgewählt wurde, für die diese Auswertungen verfügbar sind.
In der Tabelle „Übersicht Krankheiten“ sind die übermittelten Meldungen der gewählten Region in absoluten Zahlen, die Meldeinzidenzen und die prozentualen Anteile der Krankheiten an der Gesamtzahl der Meldungen für das gewählte Berichtsjahr und die zwei vorhergehenden Jahre aufgeführt. Die „Übersicht NRW“ enthält die übermittelten Meldungen pro Kreis in absoluten Zahlen, die Meldeinzidenzen und die prozentualen Anteile der Krankheiten an der Gesamtzahl der Meldungen pro Kreis für das gewählte Berichtsjahr und die zwei vorhergehenden Jahre in einer Tabelle unterhalb der Karte. Die Karte zeigt die Anzahl der Meldungen pro 100.000 Einwohner pro Kreis im ausgewählten Berichtsjahr. Die Farbskala für die Inzidenzkarte reicht von weiß (geringste Inzidenz) bis dunkelblau (höchste Inzidenz). Die Zeitdiagramme („Zeitverlauf“) zeigen die wöchentliche Anzahl der Meldungen des Berichtsjahres sowie die wöchentlichen Minimal- und Maximalwerte und die Wochenmediane der letzten fünf Jahre. Im langfristigen Zeitverlauf („Trend“) werden die Meldungen der letzten zehn Jahre quartalsweise dargestellt. Unter „Alter und Geschlecht“ ist die Alters- und Geschlechtsverteilung als Grafik und als Tabelle verfügbar. Für die Infektionen und Kolonisationen mit Acinetobacter spp. oder Enterobacterales mit Carbapenem-Nichtempfindlichkeit oder Carbapenemase-nachweis, Arboviren, invasive Haemophilus influenzae-Infektionen, Influenza, Malaria, Masern, Meningokokken-Erkrankung, Orthopocken, Salmonellose, SSPE und die viralen hämorrhagischen Fieber kann jeweils auch die Erregerverteilung abgerufen werden ("Erreger"). Für Clostridioides difficile-Infektionen mit schwerem Verlauf sowie für MRSA aus Blut und Liquor können die Meldungen pro 100.000 Patiententage in Form einer Karte angezeigt werden („Patiententage“). Für jede Krankheit/jeden Erreger sind unter dem Menüpunkt „Falldefinition“ die Falldefinition des RKI sowie ein Erregersteckbrief verfügbar.
Bei den nichtnamentlich gemäß § 7 (3) IfSG meldepflichtigen Infektionskrankheiten werden die Erregernachweise vom nachweisenden Labor unter Hilfestellung des behandelnden Arztes direkt an das RKI gemeldet. Den Landesstellen liegen die Daten nur in dem vom RKI bereitgestellten Umfang und in eingeschränkter Kleinräumigkeit vor. So wird eine Zuordnung zu einzelnen Kreisen nur für die kreisfreien Städte vorgenommen. Zudem sind die Auswertungen pro Regierungsbezirk verfügbar. Die nichtnamentlich gemeldeten Krankheiten werden nicht in Falldefinitionskategorien eingeordnet. Hier werden auch Erregernachweise ohne klinisches Bild ausgewiesen.