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Pflegepersonal
Als Mitarbeitende im Gesundheits- und Pflegesektor können Sie entscheidend dazu beitragen, Symptome hitzebedingter Gesundheitsprobleme, wie eine beginnende Dehydratation, früh zu erkennen. Zusätzlich können Sie die Auswirkungen von Hitze auf ältere und pflegebedürftige Personen durch präventive Maßnahmen reduzieren.
Denn Hitzeperioden stellen besonders für ältere und pflegebedürftige Menschen eine große gesundheitliche Gefahr dar. Die Fähigkeit zur Anpassung an hohe Temperaturen (Hitzeresilienz) ist im Alter verringert und die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems reduziert. Weitere Risikofaktoren sind Vorerkrankungen und die Einnahme bestimmter Arzneimittel sowie körperliche und/oder kognitive Beeinträchtigungen, zum Beispiel durch eine Demenzerkrankung.
Symptome einer möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigung durch Hitze
Die folgenden Symptome können Hinweise auf eine mögliche Beeinträchtigung durch Hitze sein:
- trockener Mund
- Unruhegefühl
- Unwohlsein
- Kreislaufbeschwerden
- (heftige) Kopfschmerzen
- ein hochroter heißer Kopf oder blasse und kühle Haut
- kein Schwitzen, die Haut ist trocken
- plötzliche Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung
- kurzzeitige Ohnmacht
- schmerzhafte Muskelkrämpfe in Beinen und Bauch
- Erschöpfungs- oder Schwächegefühl
- sehr hohe Körpertemperatur (>39 °C)
- niedriger Blutdruck
- Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
- Kreislaufkollaps
- epileptische Anfälle
Beim Auftreten eines oder mehrerer der oben genannten Symptome lassen Sie die zu pflegende Person möglichst nicht alleine und organisieren Sie medizinische Hilfe.
Im Folgenden finden Sie Informationen zu möglichen Maßnahmen, die vor und während Hitzeperioden in der pflegerischen Versorgung ergriffen werden können. Da sich die Folgen von Hitze mit steigender Arbeitsbelastung auch auf die eigene Gesundheit auswirken, finden Sie hier auch mögliche Maßnahmen, um den Arbeitsalltag und die Versorgung während Hitzeperioden angemessen zu gestalten. Zudem finden Sie konkrete Arbeitsmaterialien, die Sie zur Umsetzung der Maßnahmen nutzen können. Unter den weiterführenden Informationen finden Sie weitere hilfreiche Quellen zum Hitze in der Pflege.
Hinweis: Weitere besonders gefährdete Personengruppen mit Unterstützungsbedarf sind beispielsweise Kinder oder Menschen mit Behinderung. Für diese Zielgruppen finden Sie im Bereich "Hitzeschutz in Kommunen“ weitere Informationen. Für die Arbeit in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege finden Sie unter "Weiterführende Informationen“ eine Arbeitshilfe zu Hitze in der kinderkrankenpflegerischen Versorgung.
Maßnahmen
Während Hitzeereignissen sind pflegebedürftige Personen häufig besonders gefährdet. Um diese in der Versorgung entsprechend zu berücksichtigen und die Betroffenen zu sensibilisieren, empfiehlt sich eine systematische Erfassung besonders gefährdeter Personen im Rahmen der Pflegeanamnese.
Anamnesebogen für die Erfassung besonders gefährdeter Bewohnerinnen und Bewohner
Bei Hitze ist der Flüssigkeitsverlust besonders hoch. Ist die Flüssigkeitszufuhr zu gering, kann die zu pflegende Person dehydrieren und es besteht die Gefahr einer Exsikkose. Ältere Menschen weisen häufig ein vermindertes Durstgefühl auf oder trinken auf Grund von körperlichen Einschränkungen wenig. Eine vorhandene Harninkontinenz kann ein weiterer Grund sein, warum Betroffene bewusst weniger trinken.
Neben der reinen Flüssigkeitsaufnahme ist eine ausreichende Aufnahme von Elektrolyten relevant. Eine Flüssigkeitszufuhr von mindestens zwei Litern pro Tag wird empfohlen. Hierzu eignen sich besonders Mineral- oder Leitungswasser, Saftschorlen und ungesüßte Tees. Auf Getränke mit Alkohol, Koffein oder viel Zucker sollte hingegen verzichtet werden. Bei zu pflegenden Personen mit Vorerkrankungen, wie Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen, sollte die richtige Trinkmenge mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.
Um auch über die Nahrung Wasser und Elektrolyte zuzuführen, eignen sich leichte Mahlzeiten aus Obst und Gemüse oder auch Suppen und Brühen.
Mobilitätseinschränkungen können selbstständiges Trinken erschweren, wenn zum Beispiel Getränke nicht erreicht oder geöffnet werden können. Kognitive Beeinträchtigungen können wiederum dazu führen, dass das Trinken vergessen wird. Um den genauen Unterstützungsbedarf der pflegebedürftigen Personen zu berücksichtigen, sollte dieser im Rahmen der Pflegeanamnese erfasst werden. Mittels eines Protokolls sollte zudem die tägliche Flüssigkeitsaufnahme dokumentiert und sichergestellt werden. Folgende Maßnahmen können ältere und pflegebedürftige Menschen in ihrem Trinkverhalten unterstützen.
Trinken attraktiv gestalten & erleichtern
- Bieten Sie abwechslungsreiche und dekorierte Getränke an, z. B. Fruchtsaftschorlen, Eistees, Wasser mit Kräutern oder Früchten.
- Verwenden Sie große, farbige Trinkgefäße mit Henkel.
- Bereiten Sie Getränke gemeinsam zu.
- Aus Fruchtsaft können Sie Eiswürfel herstellen.
- Führen Sie Trinkrituale ein, z. B. Trinkrunden zu festen Zeiten, gegenseitiges Zuprosten, Trinklieder.
- Strohhalme können helfen, Verschluckungsgefahren zu reduzieren.
- Besonders im Sommer kann es wichtig sein, Getränke abzudecken, um diese vor Insekten zu schützen. So wird das Risiko von Insektenstichen beim Trinken verringert (Erstickungsgefahr).
Trinken in den Pflegealltag einbinden
Um eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen, empfiehlt es sich, diese in den pflegerischen Ablauf einzubinden:
- Achten Sie auf eine alters- und einschränkungsangepasste, über den Tag verteilte Flüssigkeitszufuhr und auf jederzeit verfügbare Getränke.
- Stellen Sie ausreichend Getränke in verschiedenen Räumen bereit, wie z. B. im Schlafzimmer, in Gemeinschaftsräumen, Aufenthalts- und Außenbereichen.
- Personen, die durch Hitze besonders gefährdet sind, sollte natriumreiches Mineralwasser oder leicht gesalzenes Leitungswasser angeboten werden.
- Bei Vorerkrankungen, wie Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen, sollte die richtige Trinkmenge mit der behandelnden Ärztin bzw. dem Arzt besprochen werden.
- In Einrichtungen können Trinkbeauftragte benannt werden, die auf das Trinkverhalten pflegebedürftiger Menschen achten.
- Binden Sie weitere Berufsgruppen mit ein, um ein ausreichendes Trinkverhalten sicherzustellen, wie z. B. Sozialdienst, Ergo- oder Physiotherapie, den freiwilligen Besuchsdienst und die An- und Zugehörigen.
Hitze und Sonneneinstrahlung können einen Einfluss auf die Stabilität und Wirksamkeit von Arzneimitteln haben.
Zudem können Hitze und Sonneneinstrahlung die Aufnahme, die Verteilung und den Abbau im Körper sowie die Ausscheidung von Arzneistoffen beeinflussen. Beachten Sie, dass es häufiger zu unerwünschten Arzneimittelnebenwirkungen kommen kann.
Bei der Einnahme von folgenden Arzneimitteln sollten pflegebedürftige Personen besonders überwacht werden:
- Bei Einnahme von Diuretika ist die Dosierung während Hitzeperioden besonders im Blick zu behalten. Bei Dehydratation können infolge geringerer Ausscheidung Dosisreduktionen notwendig sein (z. B. bei Nierenfunktionsstörungen). Machen Sie, sofern erforderlich, die behandelnden Ärztinnen und Ärzte auf die Thematik aufmerksam.
- Bei Transdermalen Therapeutischen Systemen (TTS), insbesondere bei Behandlung mit Opioiden (z. B. Fentanylpflaster), kann eine direkte Hitzeexposition zur Überdosierung führen. Starkes Schwitzen unter dem Pflaster kann die Resorption des Wirkstoffes beeinträchtigen.
- Bei subkutaner Insulingabe kann die Resorptionsfähigkeit ebenfalls verändert bzw. erhöht sein. Insulinpflichtige Menschen sollten häufiger kontrolliert (mind. 2x pro Tag) und die Dosierung von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt angepasst werden.
- Bei Einnahme von Sedativa ist eine besondere Beobachtung nötig, da Sedativa das Erkennen der körpereigenen Warnsymptome erschweren oder verhindern können.
- Bei Arzneimitteln, die zur verminderten Schweißproduktion führen (z. B. Antidepressiva).
- Bei Arzneimitteln, welche die Thermoregulation oder Hitzewahrnehmung beeinflussen können (z. B. Opioide).
- Bei Arzneimitteln, die eine Gefäßverengung fördern oder die Herzleistung verringern können (z. B. Beta-Blocker).
- Bei Arzneimitteln, die den Wasser- und Elektrolythaushalt verändern bzw. eine Dekompensation des Stoffwechsels oder Herz-Kreislauf-Systems begünstigen (z. B. Diuretika).
- Arzneimittel mit möglichen fototoxischen oder fotosensibilisierenden Nebenwirkungen nach der Anwendung (z. B. Diuretika).
Auch nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel können hitzerelevante Nebenwirkungen haben. Es empfiehlt sich daher, Menschen mit Pflegebedarf bewusst auf die Einnahme weiterer Produkte anzusprechen und die Information für das ärztliche Personal transparent zu machen.
Die Sensibilisierung gefährdeter Personengruppen für die gesundheitlichen Folgen von Hitze kann dazu beitragen, dass Betroffene mögliche Symptome früher erkennen und ihr Handeln anpassen oder Hilfe aufsuchen. Da An- und Zugehörige eine wesentliche Rolle in der Begleitung und Betreuung pflegebedürftiger Menschen spielen, ist es sinnvoll, sie nach Einverständnis der Betroffenen miteinzubeziehen. Zur Vermittlung von Informationen können
- hitzebezogene Informationsflyer ausgehändigt werden,
- Poster mit Hitzeschutztipps in Gemeinschaftsbereichen und Fluren aufgehängt werden oder
- digitale Kommunikations- und Informationswege genutzt werden (z. B. via E-Mail im Newsletter-Format).
Da An- und Zugehörige die Gewohnheiten und Wünsche der zu pflegenden Personen häufig am besten kennen, empfiehlt es sich, sie in den Hitzeschutz miteinzubinden. Im Rahmen einer sogenannten Hitzepatenschaft können An- und Zugehörige sowie ehrenamtliche Personen folgendermaßen die Versorgung mit unterstützen:
Zum Besuch mitbringen:
- Wasserreiches Obst und Gemüse.
- (alkoholfreies) Lieblingsgetränk der zu pflegenden Person.
- Helle und luftige Kleidung.
- Sonnencreme, Sonnenbrille und luftdurchlässige, leichte Kopfbedeckung.
Während des Besuchs:
- Informationen zu Gesundheitsrisiken durch Hitze weitergeben.
- Die zu Pflegenden zur Selbsthilfe anregen.
- Die zu Pflegenden zum Trinken motivieren.
- Gemeinsam mit der zu pflegenden Person etwas trinken.
- Bei Zustimmung der zu pflegenden Person kühlende Wickel und Bäder an Armen und Füßen anwenden.
- Auf die Verwendung von Sonnencreme, Sonnenbrille und luftdurchlässiger, leichter Kopfbedeckung achten.
- Auf Verhaltensveränderungen wie Verwirrtheit, Unruhe oder Benommenheit achten.
- Aufenthalte im Freien möglichst während kühler Tageszeiten planen und wenn möglich Schatten aufsuchen.
In Kontakt bleiben:
- Regelmäßige Telefonate zu festgelegten Uhrzeiten vereinbaren.
- Regelmäßige Besuche vereinbaren.
Um den Körper zu kühlen und kühl zu halten, können aktive und passive Maßnahmen genutzt werden. Aktive Maßnahmen beziehen sich auf Anwendungen, die die Auswirkungen von Hitze auf den Körper verringern. Passive Maßnahmen beziehen sich auf das Schaffen einer hitzeangepassten Umgebung für den Körper, wie durch das Tragen bestimmter Kleidungsstoffe.
Aktiv kühlen:
- Verwenden Sie lauwarmes Wasser für die Körperpflege der zu Pflegenden (geringer als die Körpertemperatur, aber nicht kalt). Zu kaltes Wasser kann gefährlich für den Kreislauf sein und fördert das Schwitzen z. B. nach dem Duschen.
- Es empfiehlt sich, den Körper nur grob abzutrocknen oder zu tupfen. Das auf der Haut verdunstende Wasser kann so den Körper weiter kühlen.
- Bieten Sie den zu Pflegenden zur aktiven Kühlung z. B. Duschen, Hand-, Arm- oder Fußbäder an.
- Legen Sie für kurze Zeit feuchte, kühlende (nicht kalte) Handtücher oder Waschlappen auf Arme, Beine, Füße, Nacken oder Stirn auf. Insbesondere immobile pflegebedürftige Menschen profitieren von einem regelmäßiges Kühlen.
- Stellen Sie eine Fußwanne mit kühlem Wasser zur kurzzeitigen Kühlung der Füße und Unterschenkel auf.
- Verwenden Sie zur allgemeinen Körperpflege feuchtigkeitsspendende statt fetthaltige Cremes.
Passiv kühlen:
- Achten Sie bei den zu Pflegenden auf leichte, helle und luftige Kleidung, die bei Bedarf eigenständig geöffnet werden kann. Atmungsaktive Stoffe wie Baumwolle oder Leinen sind besonders geeignet. Beim Aufenthalt im Freien sorgen Sie für zusätzlichen Sonnenschutz, z. B. durch Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnencreme.
- Achten Sie auf das Benutzen von leichter Bettwäsche und Laken, entfernen Sie gesteppte Zudecken. Kopfkissen sollten aus atmungsaktivem Material sein.
- Anstelle einer Bettdecke kann ggf. nur der Deckenbezug als Zudecke verwendet werden.
Um die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze für die zu Pflegenden zu minimieren, sollten Innenräume möglichst kühl gehalten und ein passendes Raumklima geschaffen werden. Zum Raumklima gehören die Temperatur, aber auch die Luftbewegung und Luftfeuchtigkeit. Die Raumtemperatur sollte 26 °C nach Möglichkeit nicht überschreiten. Zur Dokumentation der Raumtemperatur sollten Thermometer in allen häufig genutzten und bewohnten Räumen und Bereichen genutzt werden, um die Raumtemperatur zu überwachen. Digitale Thermometer mit großem Display ermöglichen ein einfaches und schnelles Ablesen der Werte. Nutzen Sie kühle und beschattete Räume auf der Nordseite, untere Stockwerke, Korridore, den Speisesaal oder die Kapelle, um die Wärmebelastung auf den Körper möglichst gering zu halten. Maßnahmen, um die Raumtemperatur zu senken sind beispielsweise:
- Verschattung der Räume und Fenster, wenn möglich durch außenliegenden Sonnenschutz wie Jalousien und Markisen.
- Türen und Fenster in den frühen Morgen- und späten Abendstunden (sobald die Außentemperatur geringer als die Innenraumtemperatur ist) für 10 Minuten oder länger öffnen. Beachten Sie, dass es nicht ausreicht, die Fenster zu kippen. Wenn möglich, lüften Sie quer oder öffnen Sie den gesamten Fensterflügel.
- Außentüren und Fenster tagsüber insbesondere auf der besonnten Seite nach Möglichkeit geschlossen halten, solange die Außentemperatur über der Innentemperatur liegt.
- Ventilatoren kühlen nicht den Raum, sondern die Personen. Sie können jedoch zu einem höheren Wohlbefinden beitragen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass zu pflegende Personen keiner stetigen Zugluft ausgesetzt werden. Dafür kann etwa der Abstand zum Ventilator vergrößert oder auch der Schwenkbetrieb eingeschaltet werden.
- Hohe Luftfeuchtigkeit ist zu vermeiden.
Der Aufenthalt im Freien, etwa in begrünten Innenhöfen oder Parks, kann das Wohlbefinden steigern. Zum Schutz der zu Pflegenden empfiehlt es sich jedoch, übermäßige Hitze und Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Hierzu können folgende Maßnahmen ergriffen werden:
- Vermeiden Sie zur Mittagshitze sowie in Bereichen mit stehender Luft (Stauwärme) nach Möglichkeit den Aufenthalt im Freien.
- Körperlich anstrengende Tätigkeiten im Außenbereich, sofern möglich, auf kühlere Morgen- und Abendstunden verschieben.
- Aufenthalte im Freien möglichst in verschattete, gut belüftete Bereiche verlegen und, sofern verfügbar, Orte im Grünen bzw. unter Bäumen nutzen, denn diese haben einen kühlenden und beruhigenden Effekt.
- Achten Sie auf einen zusätzlichen Sonnenschutz durch z. B. Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnencreme. Das Tragen von leichter, luftdurchlässiger und weiter Kleidung aus atmungsaktiven Stoffen, wie Baumwolle oder Leinen, ist empfehlenswert.
- Halten Sie Wege durch Gebiete ohne Schatten möglichst kurz, insbesondere bei Personen mit eingeschränkter Hitzeverträglichkeit oder geringer Mobilität.
- Beachten Sie das Risiko der Verbrennung an überhitzten Gegenständen. Insbesondere Metalle und dunkle Materialien können in der Sonne sehr heiß werden.
Zudem können Sie weitere präventive Maßnahmen vorbereitend organisieren:
- Nutzen Sie nach Möglichkeit (künstliche) Verschattungsmöglichkeiten, wie z. B. Sonnenschirme, Sonnensegel oder Markisen. Achten Sie hierbei auf Materialien mit UV-Schutzfaktor und ausreichender Größe, Sicherung gegen Wind und Standsicherheit. Allgemeingültige Hinweise zum Thema UV-Schutz finden Sie auch im Bereich Hitzeschutz für Alle.
- Überwachen Sie die Temperatur auch im Schatten, da auch unter Markisen und Sonnenschirmen Stauwärme auftreten kann.
- Außenbereiche, die sich übermäßig aufheizen, können ggf. temporär abgesperrt werden.
- Prüfen Sie, inwieweit die Aufenthaltsqualität von kleineren, verschatteten Außenanlagen bei Windstille gesteigert werden kann, etwa durch die Verwendung eines mobilen Ventilators.
- Angemessene Außenbetreuung durch Personal, An- und Zugehörige oder andere Personen gewährleisten.
- Stellen Sie Getränke im Außenbereich bereit, um Flüssigkeitsverlusten entgegenzuwirken.
- Aktive Kühlungsmöglichkeiten im Außenbereich anbieten, wie das vorübergehende Auflegen von feuchten Tüchern auf Arme, Beine, Nacken oder Stirn sowie Fußbäder mit kühlem Wasser zur Kühlung der Füße und Unterschenkel.
Um zusätzlichen psychischen Belastungen durch Schlafmangel infolge warmer Temperaturen vorzubeugen, können folgende Maßnahmen ergriffen werden:
- Die Schlafenszeiten nach Möglichkeit an die abnehmende Raumtemperatur im späteren Verlauf der Abend- und Nachtstunden anpassen.
- Einen "Cool down“ anstelle des direkten Schlafes anstreben, wie beispielsweise mit dem gemeinsamen Hören eines Hörbuches oder Musik.
- Schlafzimmer kühl halten (siehe "Innenräume kühlen“).
- Bett und Bettzeug durch die Verwendung von Stoffen aus Leinen, Baumwolle oder Naturfasern und einer möglichst atmungsaktiven Matratze kühl halten.
- Leichte, atmungsaktive Nachtwäsche aus Baumwolle, Seide und anderen Naturfasern nutzen. Auf synthetische Nachtwäsche verzichten, da sie zusätzlich schweißtreibend wirkt.
- Eine Wärmflasche mit kaltem Wasser mit ins Bett geben.
- Verzichten Sie möglichst auf die Ausgabe von Schlafmitteln, da sie den Kreislauf bei Hitze zusätzlich belasten.
Hitze wirkt sich nicht nur auf die Gesundheit pflegebedürftiger Menschen aus, sondern stellt auch eine Belastung für Sie als professionell Pflegende dar. Die körperliche Anstrengung pflegerischer Tätigkeiten ist bei Hitze belastender und der Pflegeaufwand selbst kann steigen. Zusammen mit individuellen Risikofaktoren (z. B. Alter, Gesundheitszustand) wirkt sich dies auf die empfundene Gesamtbelastung aus. Achten Sie deshalb auch bei sich selbst auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, suchen Sie während Pausen kühle Räumlichkeiten auf und passen Sie nach Möglichkeit Ihre Kleidung an. Zur Reduktion von Hitzebelastungen können Kühlwesten oder Kühlshirts getragen werden, wenn diese bereitgestellt werden. Auch Pulskühler können genutzt werden. Beachten Sie die allgemeinen Verhaltensempfehlungen, um sich selbst vor den negativen gesundheitlichen Folgen von Hitze zu schützen.
Allgemeingültige Hinweise finden Sie auch im folgenden Bereich:
Hitzeschutz für Alle.
Nachfolgend finden Sie Materialien und weitere Informationen zum Umgang mit Hitze für die Zielgruppe. Die Sammlung umfasst verschiedene Darstellungs- und Angebotsformen:
Broschüre, Flyer oder Poster
Video oder Spot
Arbeitsmaterialien für die praktische Arbeit (z. B. Druckvorlagen oder Aushänge)
Internetseite (ggf. mit verschiedenen Medientypen)
Material
Gut durch die Sommerhitze
Das Poster "Gut durch die Sommerhitze“ informiert Beschäftigte in der Gesundheitsversorgung zu Maßnahmen bei Hitze.
Herausgegeben von: LMU Klinikum Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin
Zum Poster
Gesundheitsgefahr Hitze
Die Broschüre stellt Informationen und Handlungsempfehlungen für die stationäre pflegerische Versorgung bereit. Erarbeitet wurde die Broschüre im Projekt “Hitzeresiliente und Gesundheitsfördernde Lebens- und Arbeitsbedingungen in der stationären Pflege (HIGELA)”.
Herausgegeben von: KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V.
Zur Broschüre
20 Tage Hitzechallenge
Mit der 20 Tage Hitzechallenge erhalten Sie Tipps und Handlungsbeispiele zur Förderung der Hitzeresilienz in stationären Pflegeeinrichtungen. Der zeitliche Aufwand beträgt ca. 10 Minuten pro Blatt pro Tag.
Herausgegeben von: KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V.
Zur Hitzechallenge
Erfassen besonders gefährdeter Personen
Diese Arbeitshilfe informiert dazu, wie stationäre Pflege- und Wohneinrichtungen im Rahmen der Anamnese besonders gefährdete Personen identifizieren können.
Herausgegeben von: Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen
Zur Arbeitshilfe
Flüssigkeitszufuhr bei Hitze
Diese Arbeitshilfe für stationäre Pflege- und Wohneinrichtungen enthält u. a. ein Protokoll zur Dokumentation der Flüssigkeitsaufnahme. Zudem wird darüber informiert, welche Getränke und Speisen während Hitze empfehlenswert sind.
Herausgegeben von: Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen
Zur Arbeitshilfe
Rezepte für Infused Water
Die Sammlung von Rezepten zeigt viele Möglichkeiten, um Wasser geschmacklich abwechslungsreich zu gestalten.
Herausgegeben von: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen
Zur Sammlung
Einnahme von Arzneimitteln
Diese Arbeitshilfe informiert stationäre Pflege- und Wohneinrichtungen über mögliche Nebenwirkungen von Arzneimitteln während Hitzeperioden und bei Sonnenexposition.
Herausgegeben von: Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen
Zur Arbeitshilfe
Lagerung von Arzneimitteln
Diese Arbeitshilfe informiert stationäre Pflege- und Wohneinrichtungen über die richtige Lagerung von Arzneimitteln während des Sommers.
Herausgegeben von: Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen
Zur Arbeitshilfe
Mehrsprachige Informationsmaterialien
Mit der Kampagne „Sonne. Hitze. Schutz!“ stellt das LfGA NRW Flyer und Poster in sechs verschiedenen Sprachen mit den wichtigsten Tipps zum Umgang mit Hitze bereit.
Herausgegeben von: Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen
Zur Kampagne
Gut durch die Sommerhitze
Das Poster "Gut durch die Sommerhitze“ informiert Patientinnen und Patienten zu möglichen Maßnahmen bei Hitze.
Herausgegeben von: LMU Klinikum Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin
Zum Poster
Beratung von gefährdeten Personen und deren Angehörigen
Diese Arbeitshilfe informiert stationäre Pflege- und Wohneinrichtungen über die Beratung gefährdeter Personen und die Möglichkeit, Angehörige über Hitzepatenschaften einzubinden.
Herausgegeben von: Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen
Zur Arbeitshilfe
Hitze ist gefährlich. Tipps, wie Sie sich schützen können
Die Handreichung informiert die Bewohnerinnen und Bewohner von stationären Pflegeeinrichtungen über die Gefahren von Hitze und über mögliche Maßnahmen.
Herausgegeben von: KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V.
Zur Broschüre
Tipps zur Nutzung von Innenbereichen
Diese Arbeitshilfe gibt stationären Pflege- und Wohneinrichtungen Hinweise zur Nutzung von Innenbereichen während des Sommers.
Herausgegeben von: Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen
Zur Arbeitshilfe
Tipps zur Nutzung von Außenbereichen
Diese Arbeitshilfe für stationäre Pflege- und Wohneinrichtungen enthält Hinweise zur Nutzung von Außenbereichen während des Sommers.
Herausgegeben von: Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen
Zur Arbeitshilfe
Einrichtungsbezogener Hitzeschutz in NRW. Arbeitshilfen für stationäre Pflege- und Wohneinrichtungen
Die modular aufgebauten Arbeitshilfen "Einrichtungsbezogener Hitzeschutz in NRW“ bieten Informationen zum Hitzeschutz in stationären Pflege- und Wohneinrichtungen. Sie enthalten eine Checkliste für den Schnelleinstieg, Grundlagen- und detaillierte Handlungsinformationen.
Herausgegeben von: Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen
Zu den Arbeitshilfen
Bundeseinheitliche Empfehlung des Qualitätsausschusses Pflege zum Einsatz von Hitzeschutzplänen in Pflegeeinrichtungen und -diensten
Die bundeseinheitliche Empfehlung zum Einsatz von Hitzeschutzplänen in der Pflege gibt einen Überblick über Maßnahmen zu Hitze in vollstationären Pflegeeinrichtungen inkl. der Kurzzeitpflege, ambulanten Pflege- und Betreuungsdiensten und teilstationären Einrichtungen.
Herausgegeben von: Qualitätsausschuss Pflege
Zur Empfehlung
Hitzemaßnahmenplan für stationäre Einrichtungen der Altenpflege
Der Hitzemaßnahmenplan enthält Hinweise für Altenpflegeeinrichtungen, vermittelt Hintergrundwissen zum Thema, enthält mögliche Maßnahmen und gibt Tipps zur Einbindung von Angehörigen, Besuchenden und verschiedenen Berufsgruppen.
Herausgegeben von: LMU Klinikum, Institut für Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin
Zum Hitzemaßnahmenplan
Vorbereitung und Vorgehen in stationären Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe
Die Arbeitshilfe enthält Maßnahmen für stationäre Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe. Diese erstrecken sich vom Informieren über Maßnahmen im Rahmen der Betreuung und Pflege bis hin zur Einrichtungsorganisation.
Herausgegeben von: Regierungspräsidium Gießen
Zu den Handlungsempfehlungen
Musterhitzeschutzpläne für Einrichtungen
Auf dieser Internetseite finden sich Muster-Hitzeschutzpläne für verschiedene Einrichtungstypen und Maßnahmen zum Schutz vor hitzebedingten Gesundheitsbeeinträchtigungen, darunter Maßnahmen zu Personalplanung, Arbeitsschutz, Pflegepraxis und strukturellen Anpassungsmöglichkeiten.
Herausgegeben von: KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V.
Zu den Musterhitzeschutzplänen
Pflege im Umgang mit dem Klimawandel
Diese Arbeitshilfe befasst sich mit dem Umgang mit den Auswirkungen von Wetterextremen in der Pflege, darunter auch Hitze.
Herausgegeben von: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe – DBfK Bundesverband e. V.
Zur Arbeitshilfe
Leitfaden Hitzemaßnahmenplan
Der Leitfaden bietet Orientierung für medizinische und pflegerische Einrichtungen zur Erstellung eigener Hitzemaßnahmenpläne.
Herausgegeben von: Landessanitätsdirektion Wien – Magistratsabteilung
Zum Leitfaden
Gesundheitshinweise zur Prävention hitzebedingter Gesundheitsschäden
Dieser Leitfaden enthält spezifische Informationen für verschiedene Akteurinnen und Akteure des Gesundheitswesens, darunter Informationen für Leitungen von Pflegeeinrichtungen und medizinisches Fachpersonal.
Herausgegeben von: Weltgesundheitsorganisation
Zum Leitfaden
Kommunikationsleitfaden (teil-)stationäre Pflege. Pflegebedürftige Menschen vor Hitze schützen
Dieser Leitfaden enthält Informationen für (teil-)stationäre Pflegeeinrichtungen zur Gefährdung von Pflegebedürftigen und verschiedene Maßnahmen zur Sensibilisierung von Betroffenen und Beschäftigten zum Thema Hitze und Hitzeschutz.
Herausgegeben von: Bundesministerium für Gesundheit
Zum Leitfaden
Hitze-Manual. Klimaresiliente kinder- und jugendärztliche und kinderkrankenpflegerische Versorgung
Für die kinderkrankenpflegerische Versorgung stellt Ihnen diese Arbeitshilfe umfassende Informationen zur Identifizierung hitzegefährdeter Personen, zu möglichen Verhaltensanpassungen bei Hitze, zur Medikation, zur Anpassung von Praxisabläufen und zu relevanten Krankheitsbildern bereit.
Herausgegeben von: Berufsverband der Kinder- und Jugendärztinnen und Jugendärzte e. V., Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit e. V., KlimaDocs e. V., KLUG
Zur Arbeitshilfe
Weiterführende Informationen
Hitze und Pflege
Das Zentrum für Qualität in der Pflege bietet Informationen und Tipps für pflegende Angehörige sowie für Pflege(fach)kräfte zum Thema Hitze und Hitzeschutz in der Pflege an.
Herausgegeben von: Zentrum für Qualität in der Pflege
Zur Internetseite
Information zu Hitze und Gesundheit
Die Stiftung Gesundheitswissen bietet auf ihrer Internetseite mehrere kurze Videos zum Thema Hitze & Gesundheit an.
Herausgegeben von: Stiftung Gesundheitswissen
Zur Internetseite
Hitze und Diabetes
Das Diabetesinformationsportal „diabinfo.de“ informiert Menschen mit Diabetes über gesundheitliche Risiken von Hitze und zu möglichen Maßnahmen.
Herausgegeben von: Deutsches Zentrum für Diabetesforschung, Deutsches Diabetes-Zentrum, Helmholtz Munich
Zum Portal
Hitzeschulung Gesundheitsberufler:innen
Auf der Webseite der KLUG finden Sie spezifische Informationsmaterialien zum Thema Hitzeschulungen für Beschäftigte in Gesundheitsberufen.
Herausgegeben von: KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V.
Zur Schulung
Klimaanpassung in der Pflege (Schulungen zu Pflege bei Hitze)
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bietet zwei Online-Schulungen zum Thema „Pflege bei Hitze“ an. Das Angebot ist kostenlos und richtet sich sowohl an beruflich Pflegende als auch an pflegende Angehörige.
Herausgegeben von: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Zu den Schulungen
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BiÖG) (o. D.): Empfehlungen bei Hitze. Alle wichtigen Tipps. Klima – Mensch – Gesundheit. Abrufbar unter: https://www.klima-mensch-gesundheit.de/hitzeschutz (letzter Abruf: 21.01.2026).
Landessanitätsdirektion Wien (2018): Leitfaden Hitzemaßnahmenplan. Für medizinische und pflegerische Einrichtungen zur Erstellung eigener Hitzemaßnahmenpläne. Wien.
LMU Klinikum, Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin (2020): Hitzemaßnahmenplan für stationäre Einrichtungen der Altenpflege – Empfehlungen aus der Praxis für die Praxis.
Stiftung ZQP (o. D.): Hitze und Pflege. Abrufbar unter: https://www.zqp.de/thema/hitze-und-pflege (letzter Abruf: 21.01.2026).
Universitätsklinikum Heidelberg (2020): Heidelberger Hitze-Tabelle. Abrufbar unter: https://www.dosing.de/Hitze/Heidelberger_HitzeTabelle_25.7.19_Public.pdf (letzter Abruf: 21.01.2026).
Weltgesundheitsorganisation (WHO), Regionalbüro Europa (2019): Gesundheitshinweise zur Prävention hitzebedingter Gesundheitsschäden. Neue und aktualisierte Hinweise für unterschiedliche Zielgruppen
