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Impfpräventable Erkrankungen

Masern-Leitfaden für den Öffentlichen Gesundheitsdienst in NRW
Beim Auftreten einer Maserninfektion müssen vom Öffentlichen Gesundheitsdienst bestimmte Maßnahmen eingeleitet werden, um die Übertragung des Virus zügig zu stoppen. Der Masern-Leitfaden NRW beschreibt die grundlegenden Aspekte des Managements von Masernfällen durch den ÖGD.

Masern-Leitfaden für den Öffentlichen Gesundheitsdienst in NRW

Merkblätter des LZG.NRW
Bestimmte Infektionskrankheiten können durch einen ausreichenden Impfschutz verhindert werden, sie werden als impfpräventable Erkrankungen bezeichnet. Das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) erstellt Merkblätter mit wichtigen Informationen zu den unterschiedlichen impfpräventablen Erkrankungen.

Merkblatt Masern. Informationen für Bürgerinnen und Bürger

Merkblatt Poliomyelitis (Kinderlähmung). Informationen für Bürgerinnen und Bürger

Kurzinformationen zu impfpräventablen Infektionskrankheiten

Die folgenden Erkrankungen sind laut Infektionsschutzgesetz meldepflichtig. Gegen diese Infektionen kann man sich durch eine spezifische Prophylaxe (wie zum Beispiel Schutzimpfungen) schützen.

Erreger
Vibrio cholerae

Vorkommen
Insbesondere in Regionen mit niedrigen Hygienestandards, zum Beispiel Südostasien, Afrika, Südamerika.

Reservoir
Mensch

Infektionsweg

  • Kontaminiertes Trinkwasser.
  • Verunreinigte Nahrungsmittel.
  • Selten fäkal-oral von Mensch-zu-Mensch.

Übertragung von Mensch zu Mensch
Ja.

Inkubationszeit
Wenige Stunden bis 5 Tage (gewöhnlich 2 bis 3 Tage).

Klinische Symptome

  • Unterschiedliche Verläufe möglich (symptomlos, mild bis schwer).
  • Plötzlicher Beginn mit Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall; sehr hoher Flüssigkeitsverlust bei schweren Verläufen möglich.
  • Letalität bei unbehandelter Erkrankung ca. 60%, behandelt unter 1%.

Maßnahmen bei Krankheit
Ausgleich Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalt, eventuell antibiotische Behandlung.

Prävention

  • Sorgfältige Nahrungs- und Sanitärhygiene, effektive Händehygiene.
  • Impfung bei bestimmten Indikationen (zum Beispiel Hilfseinsätzen in Endemiegebieten).

Weitere (gesetzliche) Bestimmung

  • Striktes Hygienemanagement, da Bakterien auch nach einer Genesung ausgeschieden werden können. Möglich ist ebenfalls eine Erregerausscheidung ohne sichtbare Krankheitszeichen.
  • Negative Stuhlprobe in bestimmten Abständen sowie ärztliches Attest zur Wiederzulassung zu Gemeinschaftseinrichtungen sowie zur Aufhebung von Tätigkeits- und Beschäftigungsverbot erforderlich gemäß §§ 34 und 42 IfSG.

Weitere Informationen
RKI: Informationsübersicht
WHO: Übersicht der Gebiete mit Ausbruchsmeldungen (2010-2013)
Informationen des Auswärtigen Amtes
Factsheet des ECDC (englischsprachig)
Epidemiologisches Bulletin: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut/Stand: August 2013
Falldefinitionen des RKI

Erreger
Corynebacterium diphtheriae (Toxinbildner)

Vorkommen

  • Weltweit, in gemäßigten Klimazonen (in westlichen Industrieländern selten), saisonaler Morbiditätsgipfel im Herbst und Winter.
  • Endemisch unter anderem in der Russischen Föderation, Afghanistan, Indonesien, auf dem  indischen Subkontinent,  auf den Philippinen, auf Haiti und in einigen afrikanischen Ländern.

Reservoir
Mensch

Infektionsweg

  • Tröpfcheninfektion bei pharyngealem Befall.
  • Kontaktinfektion bei Hautdiphtherie.
  • Selten indirekte Übertragung durch kontaminiertes Materia.

Übertragung von Mensch zu Mensch

  • Tröpfcheninfektion bei face-to-face-Kontakt.
  • Kontaktinfektion bei Hautdiphtherie.

Inkubationszeit
2-5 Tage, selten 8 Tage.

Klinische Symptome
Bei Erkrankungen in den gemäßigten Klimazonen ist überwiegend der Respirationstrakt betroffen. Haut- und Wunddiphtherie kommtvor allem in den Tropen vor, in den westlichen Ländern vorwiegend bestimmte Risikogruppen betroffen (Obdachlose, Alkoholiker, i.v.-Drogengebraucher).

Beginnt meist allmählich mit Halsschmerzen, Fieber bis 39°C und Schluckbeschwerden. Dann folgen Heiserkeit, Stridor, Gaumensegellähmung, Lymphknotenschwellung. Pseudomembran auf Tonsillen, die sich auf Gaumen, Rachen und Kehlkopf ausbreiten kann; charakteristisch ist süßlicher Geruch, massive Schwellung im Halsbereich möglich, bis hin zum Ersticken; weitere Komplikationen sind unter anderem Myokarditis und Polyneuritis (noch Wochen nach Infektion als Spätkomplikationen möglich).

Letalität 5-10 %, bei verzögerter/suboptimaler Behandlung bis zu 25 %.

Maßnahmen bei Krankheit

  • Gabe von Antitoxin als Immunserum und Antibiotikatherapie.
  • Isolierung und Schutzmaßnahmen gegenüber Tröpfchen- und Kontaktübertragung.

Prävention
Schutzimpfung, Expositionsprophylaxe.

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber Diphtherie
RKI: Schutzimpfungen gegen Diphtherie

Erreger
FSME-Virus (Flaviviridae)

Vorkommen
Europa, Asien (FSME-Risikogebiete in Deutschland jährlich durch RKI veröffentlicht).

Reservoir
Kleinsäugerpopulationen, insbesondere Mäuse, aber auch Vögel, Rehe und Rotwild.

Infektionsweg

  • Übertragung durch den Stich einer infizierten Zecke (vor allem Ixodes ricinus und Ixodes persulcatus).
  • Sehr selten durch virusinfizierte Milch von Ziegen und Schafen, in Ausnahmefällen auch von Kühen.

Übertragung von Mensch zu Mensch
Nein.

Inkubationszeit
Gewöhnlich 7-14 Tage, in Einzelfällen bis zu 28 Tagen.

Klinische Symptome
Bei ca. 30 % der Infizierten treten Symptome auf.

Biphasischer Verlauf: Grippeähnliche Symptome mit mäßigem Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schwindelgefühl. Nach einem fieberfreien Intervall (ca. 7-20 Tage) entsteht bei etwa 10 % der Infizierten eine Meningoenzephalitis mit Fieber, Erbrechen, meningealen Reizerscheinungen, vereinzeltem Auftreten von Stupor oder Koma. Vor allem bei älteren Patienten kann sich zusätzlich eine Myelitis entwickeln (Gefahr von bleibenden neurologischen Ausfällen).

Häufig völlige Heilung trotz schwerer Verläufe. Schwere Krankheitsverläufe fast nur bei Erwachsenen, bei 1 % der Erkrankten mit ZNS-Beteiligung tödlich.

Maßnahmen bei Krankheit
Behandlung der Symptome, keine antivirale Therapie möglich.

Prävention

  • Immunprophylaxe (Impfung) in FSME-Endemiegebieten und bei Indikation.
  • Expositionsprophylaxe (Zeckenschutz).

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber FSME
RKI: Schutzimpfung gegen FSME
RKI: Risikogebiete FSME

Erreger
Gelbfiebervirus

Vorkommen
Vorkommen in Afrika, Süd- und Mittelamerika sowie eonzelne Inseln der Karibik.

Reservoir
Affe, Mensch.

Infektionsweg
Übertragung durch Stechmücke (Vektor).

Übertragung von Mensch zu Mensch
Nein

Inkubationszeit
Gewöhnlich 3-6 Tage.

Klinische Symptome
Unterschiedliche Verläufe möglich (asymptomatisch, leicht bis schwer).

Zwei Phasen:

  1. Akuter Beginn mit Fieber (39-40° C), Schüttelfrost, Myalgien, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Nasenbluten, relative Bradykardie; bei Mehrzahl der Patienten Rückgang der Symptome und Genesung.
  2. Toxische Phase (bei 15 % der Erkrankten), zum Teil nach kurzer Besserung innerhalb kurzer Zeit schweres Krankheitsbild: steigendes Fieber bei fallendem Puls, kaffeesatzartiges Bluterbrechen, blutige Durchfälle und Blutungen aus verschiedenen Körperöffnungen, in Organe und Haut, Störung der Leberfunktion mit Ikterus, Störung der Nierenfunktion. Zentralnervöse Störungen möglich.

Gesamtletalität zwischen 10 und 20%.

Maßnahmen bei Krankheit
Symptomatische Behandlung, intensivmedizinische Betreuung, Standardhygiene.

Prävention

  • Impfung bei Aufenthalt in Risikogebieten.
  • Schutz vor Mückenstichen, Vektorkontrolle.

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber Gelbfieber
Steckbrief der WHO (englischsprachig)
Falldefinitionen des RKI

Erreger
Haemophilus influenza, Typ b (Hib)

Vorkommen
Weltweit

Reservoir
Mensch

Infektionsweg
Tröpfcheninfektion oder durch Kontakt mit infizierten Sekreten.

Übertragung von Mensch zu Mensch
Tröpfcheninfektion oder durch direkten Kontakt mit infizierten Sekreten.

Inkubationszeit
Unbekannt, wahrscheinlich 2-4 (1-8) Tage.

Klinische Symptome
Meningitis (Nackensteifigkeit, Fieber, Bewusstseinsstörungen), Sepsis, Epiglottitis. Aber auch andere Krankheitsbilder wie Pneumonie, Otitis, Perikarditis, Pyelonephritis, Arthritis, Osteomyelitis.

Maßnahmen bei Krankheit

  • Antibiotische Therapie.
  • Für Kontaktpersonen: antibiotische Prophylaxe und postexpositionelle Impfung.

Prävention
Schutzimpfung (Säuglinge, Kinder und bei Asplenie).

Weitere Informationen
RKI: Infektionskrankheiten, Haemophilus influenzae
RKI: Schutzimpfung gegen Haemophilus influenzae Typ b (Hib)

Erreger
Hepatitis-A-Virus (HAV, Familie der Picornaviridae)

Vorkommen
Weltweit

Reservoir
Mensch

Infektionsweg

  • Fäkal-oral durch Kontakt im Rahmen enger Personenkontakte.
  • Durch kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder Gebrauchsgegenstände.
  • Übertragung durch Blut oder Blutprodukte möglich.

Übertragung von Mensch zu Mensch
Fäkal-oral

Inkubationszeit
Ca. 15-50 Tage (im Durchschnitt 25-30 Tage).

Klinische Symptome
Bei Kindern häufig subklinisch oder asymptomatisch.

Frühsymptome: unspezifische gastrointestinale Symptome sowie allgemeines Krankheitsgefühl, gelegentlich Temperaturerhöhungen; ikterische Phase möglich mit Lebervergrößerung und bei 25 % auch mit Milzvergrößerung. Cholestasezeichen, Hautjucken, flüchtige scarlatiniforme Exantheme möglich. Dann Normalisierung des subjektiven Befindens und der labordiagnostischen Befunde.

In bis zu 10 % aller Fälle verzögerter Verlauf unter Umständen über mehrere Monate. Bei ca. 0,01-0,1 % fulminante Verläufe, deren Häufigkeit mit dem Alter und insbesondere bei Vorgeschädigten (zum Beispiel Patientinnen und  Patienten mit chronischer Hepatitis B oder C) ansteigt.

Maßnahmen bei Krankheit
Spezifische Therapie nicht verfügbar, Behandlung der Symptome, aktive und passive postexpositionelle Immunisierung für Kontaktpersonen möglich.

Prävention
Schutzimpfung, Expositionsprophylaxe, (Hände-)Hygiene.

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber Hepatitis A
RKI: Schutzimpfung gegen Hepatitis A

Erreger
Hepatitis-B-Virus (HBV; Familien der Hepadnaviridae)

Vorkommen
Weltweit

Reservoir
Chronisch infizierte Menschen (350 Millionen/ca. 5 % der Weltbevölkerung).

Infektionsweg

  • Blut, Körperflüssigkeiten.
  • Sexuelle Übertragung.
  • Prä- beziehungsweise perinatale Übertragung.

Übertragung von Mensch zu Mensch

  • Blut.
  • Sexuelle Übertragung.
  • Prä- beziehungsweise perinatale Übertragung.

Inkubationszeit
45-180 Tage (im Durchschnitt 60-120 Tage).

Klinische Symptome
Vielfältige Verlaufsformen möglich (abhängig von Immunabwehr der infizierten Person: akut ikterische Hepatitis, anikterische Hepatitis und asymptomatische Verläufe möglich).

Frühphase: unspezifische Symptome (Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen, Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen und Fieber). 3-10 Tage später beginnt gegebenenfalls die ikterische Phase (dunkler Urin, Ikterus). Diese erreicht ihren Höhepunkt nach 1-2 Wochen und blasst dann innerhalb von 2-4 Wochen wieder ab. Fulminanter Verlauf bei ca. 0,5- 1 % aller Infektionen mit Entwicklung eines akuten Leberversagens.

Bei bis zu 10 % der HBV-infizierten Erwachsenen entwickelt sich eine chronische Verlaufsform. Gleichzeitig kann es zu Simultan- beziehungsweise Superinfektion mit dem Hepatitis-D-Virus kommen, die zu einer schwerer verlaufenden Lebererkrankung als eine alleinige HBV-Infektion führt.

Maßnahmen bei Krankheit
Gegebenenfalls antivirale Therapie bei chronischer Hepatitis B.

Prävention
Schutzimpfung, Expositionsprophylaxe, Hygiene.

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber Hepatitis B
RKI: Schutzimpfung gegen Hepatitis B

Erreger
Influenzavirus A, Influenzavirus B

Vorkommen
Weltweit

Reservoir
Influenza-A-Virus: Vor allem Vögel; Schweine, Mensch und andere Säuger.
Influenza-B-Virus: Mensch.

Infektionsweg

  • Hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion, möglicherweise auch aerogen durch Tröpfchenkerne.
  • Kontaktinfektion durch zum Beispiel kontaminierte Hände und Gegenstände.
  • Bei der durch Tiere übertragenen Grippe (aviäre Influenza) eventuell auch über durch Exkremente verunreinigtes (Trink-)Wasser.

Übertragung von Mensch zu Mensch

  • Durch Tröpfcheninfektion, möglicherweise auch aerogen durch Tröpfchenkerne.
  • Kontaktinfektion durch zum Beispiel kontaminierte Hände und Gegenstände.

Inkubationszeit
1-2 Tage, aviäre Influenza 2-5 Tage.

Klinische Symptome
Plötzlicher Krankheitsbeginn mit Allgemeinsymptomen: Fieber, Schüttelfrost, trockener Reizhusten, Muskel-, Kopf- und Halsschmerzen, ("influenza-like illness" = ILI), weitere mögliche Symptome: Schweißausbrüche, allgemeine Schwäche, Rhinorrhö, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö.

Selten auftretende schwere Verläufe, pulmonale Komplikationen stehen dabei im Vordergrund.

Maßnahmen bei Krankheit
Behandlung der Symptome, in bestimmten Fällen antivirale Therapie.
Standardhygiene (insbesondere Händehygiene).

Prävention
Jährliche Schutzimpfung, persönliche Hygiene (besonders Händehygiene), antivirale Medikamente zur prä- und postexpositionellen Anwendung.

Weitere (gesetzliche) Bestimmungen
Bei menschlichen Fällen aviärer Influenza gilt die "Aviäre-Influenza-Meldepflichtverordnung".

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber Influenza
RKI: Schutzimpfung gegen Influenza
BZgA: Fragen und Antworten zur Grippeimpfung

Erreger
Plasmodium vivax (M. tertiana), P. ovale (M. tertiana), P. malariae (M. quartana), P. falciparum (M. tropica), P. knowlesi

Vorkommen
Tropische und subtropische Regionen aller Kontinente außer Australien.

Reservoir
Mensch

Infektionsweg

  • Stich einer weiblichen Anopheles-Mücke.
  • Seltener über Bluttransfusion, über nicht ausreichend sterilisierte oder bereits zuvor benutzte Spritzen oder Kanülen, Nadelstichverletzungen oder mehrmaligen Gebrauch von Infusionssystemen.
  • Diaplazentar von der Mutter auf das ungeborene Kind.

Übertragung von Mensch zu Mensch
Nein

Inkubationszeit

  • P. falciparum: 7-15 Tage
  • P. vivax und P. ovale: 12-18 Tage
  • P. malariae: 18-40 Tage

Längere Inkubationszeiten bei allen Formen möglich. Längere Latenzzeiten, abhängig vom Erreger, zwischen 2-40 Jahren beschrieben.

Klinische Symptome
Malaria tropica: Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen, unregelmäßiges Fieber, Thrombopenie (~ 60 %), Splenomegalie (~ 26 %), Hepatomegalie (~ 14 %), zum Teil Durchfall.
Mögliche Komplikationen: akutes Nierenversagen, pulmonale Verlaufsformen, Kreislaufkollaps, hämolytische Anämie und disseminierte intravasale Koagulopathien, zentralnervöse Erscheinungen (Krampfanfälle, Bewusstseinstrübungen, Koma).

Malaria tertiana: Fieber und uncharakteristische Beschwerden. Fieberanfälle ca. alle 48 Stunden, häufig in den späten Nachmittagsstunden. Fieberanstieg mit Schüttelfrost auf ca. 40° C. Nach 3- bis 4-stündiger Fieberdauer Abfall der Temperatur auf Normalwerte (starke Schweißausbrüche).

Malaria quartana: Fieber im 72-Stunden-Rhythmus. Rückfälle bis zu 40 Jahre nach Erstinfektion möglich.

Prävention
Expositionsprophylaxe, medikamentöse Prophylaxe bei Reisen in Endemiegebiete, reisemedizinische Beratung.

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber Malaria
RKI: Reiseassoziierte Infektionskrankheiten

Erreger
Masernvirus (Familie der Paramyxoviridae)

Vorkommen
Weltweit

Reservoir
Mensch

Infektionsweg

  • Inhalation infektiöser Tröpfchen (Sprechen, Husten, Niesen).
  • Kontakt zu infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen.
  • Bereits bei kurzer Exposition kommt es zur Infektion, Kontagionsindex nahezu 100 %.

Übertragung von Mensch zu Mensch

  • Inhalation infektiöser Tröpfchen.
  • Kontakt zu infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen.

Inkubationszeit
8-10 Tage bis zum Beginn des katarrhalischen Stadiums, 14 Tage bis zum Auftreten des Exanthems.

Klinische Symptome
Zweiphasiger Verlauf:

  • Fieber, Konjunktivitis, Schnupfen, Husten, Enanthem an der Mundschleimhaut (Koplik‘sche Flecken: kalkspritzerartige weiße Flecken).
  • Am 3.-7. Tag: makulopapulöses Masernexanthem (bräunlich-rosafarbene konfluierende Hautflecken), beginnt im Gesicht und hinter den Ohren und bleibt 4-7 Tage bestehen. Kleieartige Schuppung beim Abklingen zu beobachten.

Komplikationen:

  • Bakterielle Superinfektion (Otitis media, Bronchitis, Pneumonie und Diarrhöen),
  • postinfektiöse Enzephalitis in ca. 0,1 % der Fälle,
  • Riesenzellpneumonie (mit schweren Organkomplikationen) oder Masern-Einschlusskörper-Enzephalitis,
  • eine sehr seltene Spätkomplikation ist die subakut sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) ca. 6-8 Jahre nach Infektion, dabei stets infauste Prognose.

Maßnahmen bei Krankheit
Postexpositionelle Impfung für Kontaktpersonen möglich, gegebenenfalls postexpositionelle passive Immunisierung möglich.

Prävention
Schutzimpfung, Expositionsprophylaxe.

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber Masern
RKI: Schutzimpfung gegen Masern

Erreger
Neisseria meningitidis (12 Serogruppen: A, B, C, X, Y, Z, E, W, H, I, K, L)

Vorkommen
Weltweit

Reservoir
Mensch

Infektionsweg
Enger Kontakt mit Übertragung von infektiösen oropharyngealen Sekreten, Tröpfcheninfektion.

Übertragung von Mensch zu Mensch
Enger Kontakt mit Übertragung von infektiösen oropharyngealen Sekreten, Tröpfcheninfektion.

Inkubationszeit
In der Regel 3-4 Tage (Streuung von 2-10 Tagen).

Klinische Symptome
Kurzes Prodromalstadium mit unspezifischen Beschwerden im Nasen-Rachen-Raum, dann plötzlich auftretende Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel und schweres Krankheitsgefühl (lebensbedrohliches Krankheitsbild innerhalb weniger Stunden möglich), petechiale Exantheme vor allem bei septischen Verläufen, makulopapulöses Exanthem möglich, bei Meningitis kommen Erbrechen, Nackensteifigkeit hinzu. Neurologische Symptome wie Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Stupor bis zum Koma sowie Krampfanfälle oder Hirnnervenlähmungen möglich. Bei 2/3 der Fälle verläuft die Erkrankung als Meningitis, bei  ca. 1/3 der Fälle als Sepsis die bei 10-15% der Erkrankungen als Waterhouse-Friderichsen-Syndrom auftreten kann (besonders schwere Form des septischen Schocks).

Komplikationen bei 10-20 % aller Betroffenen.

Maßnahmen bei Krankheit
Umgehende antibiotische Therapie, Isolierung, strikte Einhaltung der Standardhygiene, antibiotische Chemoprophylaxe für Kontaktpersonen.

Prävention
Expositionsprophylaxe, Schutzimpfung (gegen bestimmte Serogruppen).

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber Meningokokken
RKI: Schutzimpfung gegen Meningokokken

Erreger
Mumpsvirus, verschiedene Genotypen bekannt, in Deutschland werden Erkrankungen vor allem durch den Genotyp G verursacht.

Vorkommen
Weltweit

Reservoir
Mensch ist einziges Erregerreservoir.

Infektionsweg

  • Tröpfcheninfektion.
  • Direkter Speichelkontakt.
  • Durch mit Speichel kontaminierte Gegenstände.
  • (Virusausscheidung im Urin und in der Muttermilch hat meist keine praktische Bedeutung.)

Übertragung von Mensch zu Mensch

  • Tröpfcheninfektion.
  • Direkter Speichelkontakt.

Inkubationszeit
16-18 Tage, 12-25 Tage möglich.

Klinische Symptome

  • Mehrtägiges Prodromalstadium mit Fieber, Kopfschmerz, Unwohlsein, Myalgien und Appetitverlust möglich.
  • Schmerzhafte einseitige bzw. doppelseitige entzündliche Schwellung der Parotis, die etwa 3-8 Tage andauert, Beteiligung der submandibulären beziehungsweise der sublingualen Speicheldrüsen bei 10 bis 15 %.
  • Großteil der Mumps-Infektionen im Alter unter 2 Jahren verläuft subklinisch, bei Kindern unter 5 Jahren häufig als respiratorische Erkrankung.
  • Komplikationen: werden mit steigendem Alter häufiger, unter anderem ZNS-Beteiligung, Meningitiden, transiente Taubheit, Orchitis, Mastitis, Oophoritis, Pankreatitis.

Prävention
Schutzimpfung, postexpositionelle Impfung, Expositionsprophylaxe.

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber Mumps
RKI: Schutzimpfung gegen Mumps

Erreger
Bordetella pertussis (hauptsächlicher Erreger)
Bordetella parapertussis (führt ebenfalls zu ähnlichem Krankheitsbild, Verlauf aber meist leichter und kürzer)

Vorkommen
Weltweit

Reservoir
Bei B. pertussis ist der Mensch einziges Reservoir, B. parapertussis wird bei Menschen und Schafen gefunden.

Infektionsweg
Tröpfcheninfektion, die durch engen Kontakt mit einer infektiösen Person, durch große Tröpfchen innerhalb eines Abstandes bis zu ca. 1 Meter durch Husten, Niesen oder Sprechen erfolgen kann.

Übertragung von Mensch zu Mensch
Tröpfcheninfektion

Inkubationszeit
Meist 9-10 Tage, 6-20 Tage möglich.

Klinische Symptome
Keuchhusten kann über mehrere Wochen bis Monate andauern, bei typischer Erstinfektion verläuft die Erkrankung in drei Stadien:

  1. Stadium catarrhale (1 bis 2 Wochen): grippeähnliche Symptome (unter anderem Schnupfen, leichter Husten, Schwäche, kein/leichtes Fieber),
  2. Stadium convulsivum (4 bis 6 Wochen): anfallsweise auftretende Hustenstöße gefolgt von inspiratorischem Ziehen, Hustenattacken gehen häufig mit zähem Schleim und anschließendem Erbrechen einher, häufig nächtliche und zahlreiche Attacken,
  3. Stadium decrementi (6 bis 10 Wochen): allmähliches Abklingen der Hustenattacken.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen verläuft die Erkrankung oftmals ohne die typischen Hustenanfälle als lang dauernder Husten, bei Säuglingen Atemstillstände im Vordergrund und Risiko schwerwiegender Komplikationen (unter anderem Pneumonie).

Prävention
Schutzimpfung, Expositionsprophylaxe, Chemoprophylaxe für Kontaktpersonen.

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber Pertussis
RKI: Schutzimpfung gegen Pertussis (Keuchhusten)

Erreger
Pockenvirus (Variola-Virus)

Vorkommen
Seit 1980 laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit ausgerottet.

Reservoir
Der Mensch ist das einzige Reservoir.

Infektionsweg

  • In der Regel von Mensch zu Mensch, über Tröpfchen oder Staub verkrusteter Pusteln, im weiteren Verlauf über Haut-zu-Haut-Kontakt.
  • Auch durch kontaminierte Gegenstände möglich.

Übertragung von Mensch zu Mensch
Ja

Inkubationszeit
Durchschnittlich 7-14 Tage (bis zu 19 Tage möglich).

Klinische Symptome

  • Beginn mit schwerem Krankheitsgefühl, hohem Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen.
  • Nach kurzem Fieberabfall Auftreten eines Exanthems besonders im Gesicht und an den Extremitäten (auch an Handinnenflächen und Fußsohlen), dieses bildet sich zu virushaltigen Bläschen; nach Eintrocknen der Bläschen verschorfen diese und es bleiben Narben zurück.
  • Gesamtletalität ca. 30% bei Ungeimpften, über 90% bei hämorrhagischem Verlauf.

Maßnahmen bei Krankheit
Isolierung und Behandlung in speziellem Behandlungszentrum, Kontaktpersonenmanagement.

Prävention

  • Kein natürliches Auftreten mehr.
  • Impfstoff steht für den Notfall zur Verfügung.

Weitere (gesetzliche) Bestimmung
Für besondere biologische Gefahrenlagen wurde ein gemeinsames Rahmenkonzept von Bund und Ländern erstellt, da bei Auftreten von Pockenerkrankungen ein abgestimmtes Vorgehen aller beteiligten Akteure notwendig ist.

Weitere Informationen
RKI: Informationsübersicht zu Pocken
Übersicht des CDC zu Pocken (englischsprachig)

Erreger
Poliovirus (Typ I, II, III)

Vorkommen
Endemisches Vorkommen in Afghanistan, Nigeria und Pakistan; sporadisches Vorkommen jedoch auch in anderen Ländern. Eine Übersicht der aktuellen Verbreitungsgebiete finden Sie über den den unten genannten Link.

Reservoir
Mensch

Infektionsweg
Hauptsächlich fäkal-oral. Kurz nach der Infektion auch aerogen möglich.

Übertragung von Mensch zu Mensch
Ja

Inkubationszeit
Gewöhnlich 3-35 Tage.

Klinische Symptome
Die Mehrzahl der Infektionen (> 95 %) verlaufen asymptomatisch.

Verschiedene Verläufe möglich:

  • Abortive Poliomyelitis (4-8 %): nach 6-9 Tagen Fieber, Übelkeit, Halsschmerzen, Kopfschmerzen (ZNS ist nicht betroffen).
  • Nichtparalytische Poliomyelitis (aseptische Meningitis) (1-2 %): 3-7 Tage nach abortiver Polio; Fieber, Nackensteifigkeit, Rückenschmerzen, Muskelspasmen.
  • Paralytische Poliomyelitis (0,1-1 %): Fortschreiten der nichtparalytischen Polio mit schweren progredienten Paralysen, häufig biphasischer Verlauf.
  • Postpolio-Syndrom: Zunahme der Paralysen und Muskelschwund Jahre oder Jahrzehnte nach der eigentlichen Infektion.

Maßnahmen bei Krankheit

  • Isolierung und Behandlung in speziellem Behandlungszentrum, Kontaktpersonenmanagement.
  • Striktes Hygienemanagement, da Viren auch über einen längeren Zeitraum ausgeschieden werden können. Möglich ist ebenfalls eine Erregerausscheidung ohne sichtbare Krankheitszeichen.
  • Symptomatische Therapie.
  • Orthopädische und physiotherapeutische Nachbehandlungen meist über längere Zeit erforderlich.

Prävention

  • Schutzimpfung im Rahmen der Grundimmunisierung nach Empfehlungen der ständigen Impfkommission (STIKO).
  • In Deutschland Impfung mit inaktivierter Polio-Vakzine (Totimpfstoff),  orale Polio-Vakzine (Lebendimpfstoff) wird in einigen Teilen der Welt noch verwendet.
  • Möglichkeit der Postexpositionsprophylaxe über schnellstmögliche Impfung nach Kontakt.

Weitere (gesetzliche) Bestimmung
Negative Stuhlprobe in bestimmten Abständen sowie ein schriftliches ärztliches Attest zur Wiederzulassung zu Gemeinschaftseinrichtungen sowie zur Aufhebung von Tätigkeits- und Beschäftigungsverboten erforderlich gemäß § 34 IfSG.

Aufgrund des seltenen Krankheitsbildes sind die Kriterien für das ärztliche Urteil bezüglich der Weiterverbreitung mit dem Gesundheitsamt abzusprechen und können gegebenenfalls von den genannten Kriterien abweichen.

Weitere Informationen
Merkblatt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) (englischsprachig)
RKI: RKI-Ratgeber Poliomyelitis
Impfkalender des RKI
Falldefinitionen des RKI
Impfseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Verbreitungsgebiete Poliomyelitis (englischsprachig)

Erreger
Rotaviren (Familie: Reoviridae)

Vorkommen
Weltweit

Reservoir
Mensch, vereinzelt Nutz- und Haustiere.

Infektionsweg

  • Fäkal-oral durch Kontaktinfektion.
  • Kontaminiertes Wasser und Lebensmittel.

Übertragung von Mensch zu Mensch
Übertragung fäkal-oral durch direkten Kontakt möglich.

Inkubationszeit
1-3 Tage.

Klinische Symptome

  • Häufig subklinische Verläufe.
  • Wässrige Diarrhö mit Schleimbeimengungen, Übelkeit, Erbrechen, abdominelle Schmerzen, Fieber möglich, schwere Verläufe (häufiger bei kleinen Kindern) mit Dehydratation und Exsikkose.

Prävention
Expositionsprophylaxe, Nahrungsmittelhygiene, Händehygiene, Impfung bei unter 6 Monate alten Säuglingen (vergleiche Informationen der STIKO).

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber Rotaviren
RKI: Schutzimpfung gegen Rotaviren

Erreger
Rötelnvirus (Togaviridae)

Vorkommen
Weltweit

Reservoir
Mensch

Infektionsweg
Tröpfcheninfektion

Übertragung von Mensch zu Mensch

  • Durch Tröpfcheninfektion.
  • Diaplazentar während der Schwangerschaft (vor allem 1. Trimenon).

Inkubationszeit
14-21 Tage.

Klinische Symptome

  • Ca. 50 % der Erkrankungen im Kindesalter verlaufen symptomlos.
  • Kleinfleckiges makulöses oder makulopapulöses Exanthem vom Gesicht über den Körper ausbreitend (Dauer ca. 1-3 Tage), Kopfschmerzen, subfebrile Temperaturen, Lymphknotenschwellung, Entzündung der oberen Luftwege, Konjunktivitis.
  • Komplikationen sind selten, steigen jedoch mit zunehmendem Alter der erkrankten Person an.
  • Besondere Gefahr ist die konnatale Rötelninfektion, welche mit schweren Folgen für das Kind einhergehen kann.

Maßnahmen bei Krankheit
Kausale Therapie nicht möglich, Behandlung der Symptome, postexpositionelle Impfung von Kontaktpersonen möglich.

Prävention
Schutzimpfung, Expositionsprophylaxe.

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber Röteln
RKI: Schutzimpfung gegen Röteln

Erreger
Clostridium tetani

Vorkommen
Weltweit

Reservoir
Sporen kommen im Erdreich und im Darminhalt und Fäzes von Pferden vor, seltener bei Rindern und anderen Tieren.

Infektionsweg
Vorbedingung für eine Infektion ist eine Verletzung. Aufnahme der Sporen über Wunden, auch "Bagatellverletzungen", zum Beispiel an Rosendornen, Nägeln, Holzsplittern etc. können gefährlich sein.

Übertragung von Mensch zu Mensch
Nein.

Inkubationszeit
In der Regel 3 Tage bis 3 Wochen (möglich ist auch zwischen einem Tag und mehreren Monaten).

Klinische Symptome

  • Generalisierte Form: häufigste Form, beginnt meist afebril oder subfebril mit tonischen Spasmen der Skelettmuskulatur, charakteristischer Gesichtsausdruck: fixiertes Lächeln (Risus sardonicus), Kieferklemme, Trismus, Dysphagie, Laryngospasmus. Körperhaltung ist opisthoton, klonische Krämpfe insb. der Rumpfmuskulatur. Respiratorische Komplikationen führen zur Ateminsuffizienz. Beteiligung des sympathischen Nervensystems in Form von Blutdruckschwankungen, peripheren Durchblutungsstörungen und Schweißausbrüchen.
  • Letalität bei Intensivtherapie 10-20 %, sonst erheblich höher. Todesursachen: vor allem respiratorische Insuffizienz und kardiovaskuläre Komplikationen.
  • Neonatale Form: Kinder, die von unzureichend immunisierten Müttern entbunden werden und bei denen eine hygienisch unzureichende Behandlung des Nabels erfolgte, entwickeln in der Regel in den ersten zwei Lebenswochen eine generalisierte Form mit Rigidität, Trinkschwäche und Krämpfen.
  • Lokale Tetanuserkrankung: seltene Form, entsteht in der Regel bei Teilimmunität und hat gute Prognose. Manifestation auf Muskeln der Eintrittspforte.

Prävention
Schutzimpfung, passive Immunisierung im Verletzungsfall.

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber Tetanus
RKI: Schutzimpfung gegen Tetanus

Erreger
Rabiesvirus (Rhabdoviridae)

Vorkommen
Weltweit

Reservoir
Hauptsächlich Füchse, aber auch andere wildlebende Tiere wie Dachse, Marder, Rehe und bei den Haustieren Weidetiere (Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde) sowie Hunde und Katzen. In Amerika Hauptreservoir in Stinktieren, Waschbären, Fledermäusen und Füchsen, in Europa auch Tollwutreservoir bei Fledermäusen (andere Tollwutviren, prinzipiell jedoch gleiche Gefahr wie bei klassischer Tollwut).

Infektionsweg

  • In der Regel durch einen Biss.
  • Ebenfalls möglich über Hautverletzungen oder Schleimhautkontakt zu Speichel infizierter Tiere.
  • Tiere sind gewöhnlich 3-7 Tage vor Auftreten von klinischen Symptomen sowie während der gesamten Dauer der Erkrankung ansteckend.

Übertragung von Mensch zu Mensch
Durch Kontakt mit Speichel Erkrankter möglich.

Inkubationszeit
In der Regel 3-8 Wochen, selten kürzer als 9 Tage, in Einzelfällen bis zu einem oder mehreren Jahren.

Klinische Symptome
Tollwut beim Menschen in folgenden Stadien:

  1. Prodromalstadium: uncharakteristische Beschwerden (Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit), Fieber ist nicht immer anzutreffen, im Bereich der Bisswunde Brennen, Jucken und vermehrte Schmerzempfindlichkeit.
  2. Akute neurologische Phase: bei der enzephalitischen Form zerebrale Funktionsausfälle und ausgeprägte Hydrophobie (beim Schlucken Krämpfe der Schlundmuskulatur, dadurch erhebliche Angst vor Trinken und Speichel fließt aus dem Mund), Gemütszustand wechselt zwischen aggressiver und depressiver Verstimmung. Bei der paralytischen Form Veränderungen an Nerven des Rückenmarks und peripheren Nerven (zunehmende Lähmungen, vor allem der Hirnnerven).
  3. 3. Koma: Der Tod tritt in der Regel im Koma und unter den Zeichen der Atemlähmung ein. Zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und dem Tod liegen maximal 7 Tage bei unbehandelten Patientinnen und Patienten.

Prävention
Schutzimpfung, Expositionsprophylaxe (Prä- und postexpositionelle Immunisierung, postexpositionelle Maßnahmen), Immunisierung der Haustiere und orale Immunisierung der Füchse. Präventive Maßnahmen müssen ohne Zeitverzug bei potentiell Exponierten durchgeführt werden, da eine Tollwuterkrankung immer zum Tode der betroffenen Person führt.

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber Tollwut
RKI: Schutzimpfung gegen Tollwut

Erreger
Varicella-Zoster-Virus (VZV) (kann neben Windpocken bei endogener Reaktivierung Herpes Zoster (Gürtelrose) verursachen)

Vorkommen
Weltweit

Reservoir
Mensch ist einzig bekanntes Reservoir.

Infektionsweg

  • Aerogen durch virushaltige Tröpfchen, die beim Atmen oder Husten ausgeschieden werden (und unter Umständen im Umkreis von mehreren Metern zur Ansteckung führen können).
  • Übertragung durch virushaltigen Bläscheninhalt oder Krusten als Kontaktinfektion möglich.
  • Diaplazentare Übertragung selten.

Übertragung von Mensch zu Mensch

  • Aerogen.
  • Kontaktinfektion.
  • Selten diaplazentar.

Inkubationszeit
8-28 Tage, in der Regel 14-16 Tage.

Klinische Symptome

  • 1-2 Tage leichtes Krankheitsgefühl und gelegentlich Fieber, danach typischer, juckender Hautausschlag (Papeln, Bläschen und Schorf in verschiedenen Entwicklungsstadien) und Fieberanstieg für 3-5 Tage.
  • Schwere, auch hämorrhagische, Verläufe bei Neugeborenen oder Menschen mit geschwächter Immunabwehr möglich, ebenso bei sonst gesunden Kindern.
  • Komplikationen: unter anderem bakterielle Superinfektion, Varizellenpneumonie, ZNS-Manifestationen.

Prävention
Schutzimpfung, postexpositionelle Prophylaxe möglich, Expositionsprophylaxe.

Weitere Informationen
RKI: RKI-Ratgeber Windpocken (Varizellen), Gürtelrose (Herpes zoster)
RKI: Schutzimpfung gegen Varizellen (Windpocken)