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Projekte der Fachgruppe Digitale Weiterentwicklung des ÖGD
Neben der Förderung von einzelnen Digitalisierungsprojekten in Gesundheitsämtern, sogenannten Modellprojekten, können auch "koordinierte Landesmaßnahmen“ im Rahmen des ÖGD-Paktes Digitalisierung gefördert bzw. beantragt werden. Auf Länderebene war das LfGA NRW an zwei koordinierten Ländermaßnahmen beteiligt. Diese Projekte hatten das übergeordnete Ziel, die digitale Reife anhand des Reifegradmodells in Einrichtungen des ÖGD in Nordrhein-Westfalen zu verbessern. Sie waren so gestaltet, dass die im Projekt entwickelten Anwendungen, auch über die Projektlaufzeit hinaus, landesweit genutzt werden und damit alle Einrichtungen von der Maßnahme profitieren können. Konkrete Informationen zu den koordinierten Ländermaßnahmen finden Sie unter "Weiterführende Informationen & Links".
Das LfGA NRW setzte federführend die koordinierte Landesmaßnahme "Weiterentwicklung der elektronischen modularen Krankenhausüberwachung in NRW ("elmoK.NRW“) um. Sie zielte darauf ab, die Hygienebegehungen in Krankenhäusern und Gemeinschaftseinrichtungen nicht nur digital gestützt, sondern auch mobil und im Offline-Modus durchführen zu können. Durch die erweiterten Funktionen werden nun sowohl die Gesundheitsämter als auch die besuchten Einrichtungen entlastet.
Weitere Informationen zu Hygienebegehungen in Krankenhäusern und anderen Gemeinschaftseinrichtungen finden Sie unter "Weiterführende Informationen & Links".
Darüber hinaus unterstützt das LfGA NRW die Umsetzung der koordinierten Landesmaßnahme GENTRAIN (Entwicklung und Einführung von Software für die genomisch gestützte Infektionskettenanalyse).
Zuwendungsempfänger
Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz (LfGA NRW)
Projektlaufzeit
01.08.2023 bis 31.07.2025
Zuwendungssumme
230.000 Euro
Status
Beendet
Projektbeschreibung
Dem Thema Hygiene kommt in Krankenhäusern und anderen Gemeinschaftseinrichtungen eine hohe Bedeutung zu, um kranke und geschwächte Menschen vor nosokomialen (= in medizinischen Einrichtungen erworbene) Infektionen zu schützen. Die infektionshygienische Überwachung von Krankenhäusern und anderen Gemeinschaftseinrichtungen stellt daher eine wichtige (gesetzliche) Aufgabe der Gesundheitsämter in Deutschland dar.
Im Rahmen der landesweiten Qualitätssicherung hat das LfGA NRW in Zusammenarbeit mit der Universität Düsseldorf bereits 2013 ein systematisches, modulares Überwachungskonzept entwickelt, welches an die Anforderungen in NRW angepasst ist. Das LfGA NRW hat die infektionshygienische Überwachung von medizinischen Einrichtungen bereits vor dem Projekt in Form eines webbasierten Tools auf Grundlage eines Formular-Management-Systems ("elektronische modulare Krankenhausüberwachung in NRW") unterstützt. Die Nutzung dieses webbasierten Tools war jedoch nur mit einem dauerhaften Internetzugang nutzbar, der in den besuchten Einrichtungen häufig nicht gewährleistet ist.
Um Hygienebegehungen auch ohne Zugang zu einem stationären Computer durchführen zu können, hat das LfGA NRW im Rahmen des Paktes für den ÖGD mit externer Unterstützung von IT-Dienstleistern das Projekt bzw. die koordinierte Ländermaßnahme "elmoK.NRW" umgesetzt. Ziel des Projektes war die Weiterentwicklung des bestehenden, webbasierten Tools zu einem Online-Tool, welches für den mobilen Gebrauch, insbesondere im Außendienst, geeignet ist. Die Programmierung einer Tablet-optimierten Version ermöglicht medienbruchfreie Hygienebegehungen durch die Gesundheitsämter auch ohne dauerhafte Internetverbindung. Dafür wurde eine Applikation in Form einer Progressive Web App (PWA) entwickelt, die eine klassische Webanwendung mit den Vorteilen einer nativen mobilen App verbindet. Die Anwendung kann mobil genutzt werden, ohne dass vorab ein Download in einem App-Store erfolgen muss. Die PWA für elmoK.NRW ist dabei für die Nutzung mit Tablets optimiert.
Im Zuge des Projekts wurde mit der Durchführung eines IT-Grundschutz-Checks und eines Penetrationstests auch die Sicherheit der Anwendung überprüft. Es zeigten sich keine hochkritischen Schwachstellen. Gehostet wird die Anwendung auf den Servern von IT.NRW.
Die Anwendung soll auch über das Projektende hinaus weiterentwickelt werden. Feedbackgespräche mit (potenziellen) Nutzerinnen und Nutzern in den Gesundheitsämtern dienen dabei dazu, die Benutzeroberfläche stärker den Bedürfnissen der Anwenderinnen und Anwender anzupassen und das Tool noch benutzerfreundlicher zu gestalten.
Ansprechpersonen & Kontakt
Ursula Kaspar
Fachgruppe Infektiologie und Hygiene, Grundsatzangelegenheiten untere Gesundheitsbehörden
Telefon: 0234 41692-2102
ursula.kaspar@lfga.nrw.de
Veronika Strotbaum
Fachgruppe Digitale Weiterentwicklung des ÖGD
Telefon: 0234 41692-4105
veronika.strotbaum@lfga.nrw.de
Kooperationsprojekte IT-Zielarchitektur
Darüber hinaus wurde mit dem dritten Förderaufruf auch die Möglichkeit geschaffen, sich an sogenannten "Kooperationsprojekten IT-Zielarchitektur" zu beteiligen. Die IT-Zielarchitektur ist eine derzeit in der Entwicklung befindliche modulare IT-Plattform für den ÖGD, welche im Verlauf des Projektes den neuen Namen ÖGD.NeT (Nationalweit elektronischer Transfer für den ÖGD; im Gebrauch auch ÖGDnet) erhalten hat.
Ziel der Kooperationsprojekte ist, unter Einbeziehung der Perspektive ausgewählter Gesundheitsämter bzw. ÖGD-Einrichtungen eine modulare IT-Plattform aufzubauen, die den Datenaustausch im Öffentlichen Gesundheitswesen vor dem Hintergrund vieler verschiedener Systeme erleichtern und die IT-Landschaft mittels bundeseinheitlicher Schnittstellen harmonisieren soll (Mehr Informationen zu ÖGDnet finden Sie unter "Weiterführende Informationen & Links“.)
Das erste Teilprojekt innerhalb der Kooperationsprojekte fokussiert die Entwicklung und den ersten Roll-out einer bundeseinheitlichen Kernanwendung für den Infektionsschutz: das “Elektronische Melde- und Informationssystem für Gesundheitsämter” (kurz: EMIGA). EMIGA wird der Nachfolger des aktuellen Infektionsmeldesystems SurvNet@RKI. Die Bearbeitung erfolgt in Zusammenarbeit zwischen dem Bund, den Bundesländern und unterschiedlichen Gesundheitsämtern, die im Rahmen der Antragstellung durch die Bundesländer anhand festgelegter Kriterien ausgewählt wurden. Erfahrene und qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der teilnehmenden Gesundheitsämter testen in Zusammenarbeit mit dem Land neu entwickelte Funktionalitäten und Software-Module von ÖGDnet und nehmen an regelmäßig stattfindenden Feedback-Prozessen teil.
In Nordrhein-Westfalen ist die Landesmeldestelle, angesiedelt beim LfGA NRW, an zwei Kooperationsprojekten beteiligt. Projektpartner sind daneben die Gesundheitsämter der Städte Bochum und Köln sowie der Kreise Lippe und Mettmann.
Weiterführende Informationen zu EMIGA und den Kooperationsprojekten finden Sie unten unter "Weiterführende Informationen & Links".
