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Illegaler Arzneimittelhandel

Risiken des illegalen Internethandels mit Arzneimitteln
Der illegale Kauf von Arzneimitteln über das Internet, also außerhalb der genannten legalen Verfahren, kann für Ihre Gesundheit gefährlich sein. Im illegalen Internethandel werden gefälschte, qualitativ schlechte und wirkungslose oder aber deutlich über- oder unterdosierte Arzneimittel angeboten. Des Weiteren werden oftmals auch stark wirksame Arzneistoffe in als "rein pflanzlich" bezeichneten Zubereitungen gefunden. Rezeptpflichtige Präparate werden ohne ärztliche Verschreibung angeboten, zum Teil wird sogar speziell damit geworben, dass ein Rezept nicht erforderlich ist. Das weltweite Angebot von Arzneimitteln gegen alle möglichen Erkrankungen ist riesengroß. Neben zahlreichen dubiosen, nicht zugelassenen Arzneimitteln werden auch preiswerte Fälschungen von Arzneimitteln vertrieben. Bei der Einnahme von solchen Arzneimitteln bestehen für Verbraucherinnen und Verbraucher große Gesundheitsrisiken!

Die Überwachungsbehörden vieler Länder beobachten regelmäßig die Arzneimittelangebote im Internet und geben Warnmeldungen heraus, wenn gesundheitsgefährdende Produkte erkannt werden. Das LZG.NRW sammelt Warnmeldungen von möglichst vielen Behörden und veröffentlicht sie in deutscher Sprache auf seiner Internetseite unter "Verbraucheraufklärung über Arzneimittel".

Risiken des illegalen Internethandels

  • Gesundheitsrisiko: Das größte Risiko bei einem illegalen Bezug von Arzneimitteln aus dem Internet betrifft Ihre Gesundheit. Eigendiagnose und Selbstbehandlung ohne Beratung durch medizinisches Fachpersonal können riskant sein. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich die Krankheit verschlimmert, weil sie mit falschen oder unwirksamen Medikamenten behandelt wird. Wechselwirkungen (Interaktionen) mit anderen Arzneimitteln, die Sie einnehmen, können zu schweren Nebenwirkungen - bis zum Tod - führen.
  • Qualität der Arzneimittel: Bei Arzneimitteln aus dem illegalen Internetvertrieb sind Qualität und Zusammensetzung des Arzneimittels nicht garantiert. Gefälschte Potenzmittel und Arzneimittel ohne jeglichen Wirkstoff sind ebenso an der Tagesordnung wie Medikamente mit chemischen Wirkstoffen oder toxischen (giftigen) Verunreinigungen, die als "natürlich" und "rein pflanzlich" beworben werden. Aber auch wenn ein Arzneimittel tatsächlich den angegebenen Wirkstoff enthält, können falsche Lagerung und falscher Transport die Wirkung negativ beeinflussen.
  • Ungeprüfte Therapien/Arzneimittel: Die Zahl der "Wundermittel", die im Internet etwa zum Abnehmen, zum Muskelaufbau, zur Stärkung des Immunsystems und sogar gegen Krebs angeboten werden, ist immens. Das LZG.NRW rät aus Gründen des Gesundheitsschutzes dringend davon ab, andere als in Deutschland übliche Therapien oder geprüfte Arzneimittel zu verwenden. Häufig halten die Angebote nicht das, was sie versprechen. So enthalten zum Beispiel "Schlankheitsmittel" oft entwässernde Substanzen pflanzlicher Art, aber eben oft auch zusätzliche synthetische, hoch wirksame und verschreibungspflichtige Arzneistoffe. So wird nur scheinbar durch kurzfristigen Wasserverlust das Gewicht reduziert. Außerdem werden solche Produkte oft mit Wirkstoffen versetzt, die bei uns aufgrund der vielen und schwerwiegenden Nebenwirkungen bereits wieder vom Markt verbannt wurden. Die Einnahme von Anabolika zum Muskelaufbau führt zu Leberschädigung und erhöht das Herzinfarktrisiko. Bei Männern kann es zum Schrumpfen der Hoden, Störung der Spermienproduktion sowie zur Verweiblichung durch Brustwachstum kommen. Bei Frauen kann es zu einer Vermännlichung mit tieferer Stimme, stark gesteigerter Körperbehaarung und Störung der Monatsregel kommen.
  • Anbieter im Internet: Gehen Sie davon aus, dass illegale Anbieter von Medikamenten im Internet in erster Linie verkaufen möchten. Angaben dieser Anbieter sind oft irreführend:
    - Auch wenn behauptet wird, dass Firma und Versand legal seien, muss dies nicht zutreffen.
    - Das Erstellen eines Online-Rezeptes aufgrund von Angaben der Bestellerin oder des Bestellers legalisiert den Bezug übers Internet nicht und bietet keine Sicherheit.
    - Obwohl Anbieter oft vorgeben, in Großbritannien, Kanada oder USA lokalisiert zu sein, werden Arzneimittel zum Beispiel aus Indien, China, Thailand oder von wechselnden und kaum kontrollierbaren Absendern aus tropischen Kleinstaaten geliefert.

Vorgehen des Zolls bei illegalem Import
Falls Arzneimittelimporte nicht den gesetzlichen Bestimmungen entsprechen, ist die Einfuhr verboten und die Sendung wird am Zoll festgehalten. Auch nicht deklarierte Ware wird dank der erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Post und beim Zoll meistens erkannt und einbehalten. Die Zollverwaltung und die Arzneimittelaufsicht arbeiten im Fall von illegalen Importen eng zusammen.