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Ergebnisse des Standardfragen-Moduls

Routinemäßig werden im NRW-Gesundheitssurvey Standardfragen zur Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes, zu häufig vorkommenden Erkrankungen, zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen (Subjektive Morbidität) und zu gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen gestellt. Die aus dieser repräsentativen Bevölkerungsbefragung generierten Indikatoren fließen in den Indikatorensatz der Länder-Gesundheitsberichterstattung ein. Für einige dieser Indikatoren werden Daten nicht jährlich, sondern in größeren zeitlichen Abständen erfasst. In den folgenden Texten werden jeweils die aktuellsten Ergebnisse dargestellt. Die verlinkten Indikatorentabellen geben einen Überblick über die Ergebnisse vergangener Jahre.

Die Stichwortsuche unter "Gesundheitsindikatoren" bietet eine detaillierte Übersicht aller Surveyindikatoren:
Stichwortsuche.

Subjektive Gesundheitsindikatoren wie die Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes ergänzen objektive Maßzahlen zur Beschreibung der gesundheitlichen Lage um den Aspekt der gesundheitlichen Lebensqualität. Die subjektive Bewertung des Gesundheitszustandes steht in engem Zusammenhang mit dem psychischen Wohlbefinden und dem individuellen Gesundheitsverhalten.

Im NRW-Gesundheitssurvey 2017 geben 19 % der Frauen und Männer an einen sehr guten Gesundheitszustand zu haben. 50 % der Befragten bewerten ihre Gesundheit als gut. Etwa jede/jeder Dritte (31 %) schätzt den eigenen Gesundheitszustand als mittelmäßig, schlecht oder sogar sehr schlecht ein. Mit zunehmendem Alter wird die eigene Gesundheit schlechter bewertet.

Surveyindikator zum Thema Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes:
3.15 Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes nach Alter und Geschlecht

Neben der Erhebung des subjektiven Gesundheitszustandes wird im NRW-Gesundheitssurvey danach gefragt, in welchem Ausmaß Krankheiten dazu führen, dass sie die Ausübung alltäglicher Tätigkeiten dauerhaft einschränken. 13 % der Frauen und 12 % der Männer berichten über eine erhebliche Alltagseinschränkung. 24 % der Frauen und 23 % der Männer fühlen sich in der Ausübung alltäglicher Tätigkeiten teilweise eingeschränkt. Zwei Drittel der Befragten geben an, nicht durch eine Krankheit in der Ausübung ihrer alltäglichen Tätigkeiten eingeschränkt zu sein. Es zeigt sich eine deutliche Altersabhängigkeit beim Ausmaß der Alltagseinschränkungen (NRW-Gesundheitssurvey 2016).

Surveyindikator zum Thema Alltagseinschränkung durch Krankheit:
3.16 Dauerhafte Einschränkungen bei der Ausübung alltäglicher Tätigkeiten durch Krankheit nach Alter und Geschlecht

Um ein Bild der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung zu bekommen, wird die Verbreitung nicht übertragbarer Krankheiten herangezogen. Im NRW-Gesundheitssurvey werden daher alle Befragten nach dem Vorkommen einiger weit verbreiteter, chronischer Krankheiten gefragt. Erfasst wird jeweils die Lebenszeitprävalenz und die Jahresprävalenz ärztlicher Diagnosen anhand folgender Interviewfragen: Wurde bei Ihnen jemals von einem Arzt die Erkrankung xy festgestellt? Im Falle einer Bejahung wird im Anschluss gefragt: Bestand die Krankheit xy bei Ihnen auch in den letzten 12 Monaten?

Im NRW-Gesundheitssurvey 2017 wurden dazu folgende Häufigkeiten ermittelt:

Arthrose
Lebenszeitprävalenz: Frauen 33 %, Männer 21 %
Jahresprävalenz: Frauen 30 %, Männer 18 %

Bluthochdruck
Lebenszeitprävalenz : Frauen 33 %, Männer 35 %
Jahresprävalenz: Frauen 27 %, Männer 28 %

Erhöhte Cholesterinwerte
Lebenszeitprävalenz: Frauen 25 %, Männer 33 %
Jahresprävalenz: Frauen 17 %, Männer 21 %

Diabetes mellitus
Lebenszeitprävalenz: Frauen 8,4%, Männer 15 %
Jahresprävalenz: Frauen 5,9 %, Männer 13 %

Depression
Lebenszeitprävalenz: Frauen 20 %, Männer 12 %
Jahresprävalenz: Frauen 10 %, Männer 5,2 %

Surveyindikator zum Thema häufige Krankheiten:
3.18 Verteilung ausgewählter häufiger Krankheiten nach Alter und Geschlecht (Lebenszeitprävalenz)
3.79 Diabetes mellitus nach Alter und Geschlecht

In Nordrhein-Westfalen raucht etwa jede fünfte Frau (22 %) und etwa jeder dritte Mann (30 %). 18 % der Frauen und 25 % der Männer rauchen täglich und 5 % der Frauen sowie 6 % der Männer rauchen nur gelegentlich (NRW-Gesundheitssurvey 2017). Zehn Jahre zuvor (2008) lag der Anteil der täglichen Raucherinnen noch bei 23 % und der täglichen Raucher bei 28 %.

Rauchen ist in der Bevölkerungsgruppe mit einem hohen Sozialstatus weniger verbreitet als in der Bevölkerungsgruppe mit einem niedrigen Sozialstatus.

Surveyindikatoren zum Thema Rauchen:
4.01  Rauchverhalten nach Alter, Sozialstatus und Geschlecht
4.02 Rauchverhalten der täglichen Raucherinnen und Raucher nach Alter, Sozialstatus und Geschlecht
4.03 Nichtraucherinnen und Nichtraucher nach Alter und Geschlecht
4.05 Durchschnittliches Alter der Raucherinnen und Raucher bei Rauchbeginn nach Alter und Geschlecht

Zum Standardmodul im NRW-Gesundheitssurvey gehören die Fragen nach Körpergröße und Körpergewicht. Der daraus errechnete Body Mass Index (BMI) gilt als Beurteilungsgrundlage für die Ausprägung von Übergewicht oder Adipositas. Unter Adipositas versteht man die über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts mit einem BMI ≥ 30. Übergewicht liegt bei einem BMI von 25,0 bis 29,9 vor. Laut NRW-Gesundheitssurvey 2017 sind 32 % der Frauen und 42 % der Männer übergewichtig und 16 % der Frauen sowie 17 % der Männer adipös. Adipositas ist in allen Statusgruppen weit verbreitet und kommt in den Bevölkerungsgruppen mit hohem und mittlerem Sozialstatus lediglich etwas seltener vor (NRW-Gesundheitssurvey 2017).

Surveyindikator zum Thema Übergewicht und Adipositas:
4.08 Body Mass Index (BMI) der erwachsenen Bevölkerung nach Alter, Sozialstatus und Geschlecht