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Ergebnisse des Standardfragen-Moduls
Routinemäßig werden im NRW-Gesundheitssurvey Standardfragen zur Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes, zu häufig vorkommenden Erkrankungen, zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen (Subjektive Morbidität) und zu gesundheitsrelevanten Verhaltensweisen gestellt. Die aus dieser repräsentativen Bevölkerungsbefragung generierten Indikatoren fließen in den Indikatorensatz der Länder-Gesundheitsberichterstattung ein. Für einige dieser Indikatoren werden Daten nicht jährlich, sondern in größeren zeitlichen Abständen erfasst. In den folgenden Texten werden jeweils die aktuellsten Ergebnisse dargestellt. Die verlinkten Indikatorentabellen geben einen Überblick über die Ergebnisse vergangener Jahre. Zudem finden sich hier Verlinkungen zu themenbezogenen Factsheets, welche die Ergebnisse des Standardfragenmoduls näher beleuchten.
Die Stichwortsuche in den "Indikatoren der Gesundheitsberichterstattung der Länder" bietet eine detaillierte Übersicht aller Surveyindikatoren: Indikatoren der Gesundheitsberichterstattung der Länder.
Subjektive Gesundheitsindikatoren wie die Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes ergänzen objektive Maßzahlen zur Beschreibung der gesundheitlichen Lage um den Aspekt der gesundheitlichen Lebensqualität. Die subjektive Bewertung des Gesundheitszustandes steht in engem Zusammenhang mit dem psychischen Wohlbefinden und dem individuellen Gesundheitsverhalten.
Im NRW-Gesundheitssurvey 2024 geben 19 % der Frauen und 24% der Männer an, einen sehr guten Gesundheitszustand zu haben. Etwa jede/jeder Zweite der Befragten bewertet die eigene Gesundheit als gut (52% der Frauen und Männer). Etwa jede dritte Frau und jeder vierte Mann (30% Frauen, 25% Männer) schätzt den eigenen Gesundheitszustand als mittelmäßig, schlecht oder sogar sehr schlecht ein.
Surveyindikator zum Thema Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes:
3.15 Selbsteinschätzung des Gesundheitszustandes nach Alter und Geschlecht
Neben der Erhebung des subjektiven Gesundheitszustandes wird im NRW-Gesundheitssurvey danach gefragt, in welchem Ausmaß Krankheiten dazu führen, dass sie die Ausübung alltäglicher Tätigkeiten dauerhaft einschränken. 8 % der Frauen und 5 % der Männer berichten über eine erhebliche Alltagseinschränkung. 25 % der Frauen und 21 % der Männer fühlen sich in der Ausübung alltäglicher Tätigkeiten mäßig eingeschränkt. 67 % der befragten Frauen geben an, nicht durch eine Krankheit in der Ausübung ihrer alltäglichen Tätigkeiten eingeschränkt zu sein. Bei den Männern sind es 74 %. Es zeigt sich eine deutliche Altersabhängigkeit beim Ausmaß der Alltagseinschränkungen (NRW-Gesundheitssurvey 2024).
Surveyindikator zum Thema Alltagseinschränkung durch Krankheit:
3.16 Dauerhafte Einschränkungen bei der Ausübung alltäglicher Tätigkeiten durch Krankheit nach Alter und Geschlecht
Um ein Bild der gesundheitlichen Lage der Bevölkerung zu bekommen, wird die Verbreitung nicht übertragbarer Krankheiten herangezogen. Im NRW-Gesundheitssurvey werden daher alle Befragten nach dem Vorkommen einiger weit verbreiteter, chronischer Krankheiten gefragt. Erfasst wird jeweils die Lebenszeitprävalenz und die Jahresprävalenz ärztlicher Diagnosen anhand folgender Interviewfragen: Wurde bei Ihnen jemals von einem Arzt die Erkrankung […] festgestellt? Im Falle einer Bejahung wird im Anschluss gefragt: Bestand die Krankheit […] bei Ihnen auch in den letzten 12 Monaten?
Im NRW-Gesundheitssurvey 2022 wurden dazu folgende Häufigkeiten ermittelt:
Arthrose
Lebenszeitprävalenz: Frauen 31 %, Männer 17 %
Jahresprävalenz: Frauen 28 %, Männer 14 %
Bluthochdruck
Lebenszeitprävalenz : Frauen 34 %, Männer 33 %
Jahresprävalenz: Frauen 29 %, Männer 29 %
Erhöhte Cholesterinwerte
Lebenszeitprävalenz: Frauen 25 %, Männer 26 %
Jahresprävalenz: Frauen 16 %, Männer 18 %
Diabetes mellitus
Lebenszeitprävalenz: Frauen 9 %, Männer 12 %
Jahresprävalenz: Frauen 7 %, Männer 12 %
Rückenschmerzen
Lebenszeitprävalenz: Frauen 37 %, Männer 20 %
Jahresprävalenz: Frauen 15 %, Männer 8 %
Depression
Lebenszeitprävalenz: Frauen 26 %, Männer 15 %
Jahresprävalenz: Frauen 15 %, Männer 8 %
Im NRW-Gesundheitssurvey 2024 wurden folgende Häufigkeiten ermittelt:
Depression
Lebenszeitprävalenz: Frauen 25 %, Männer 18 %
Jahresprävalenz: Frauen 14 %, Männer 9 %
Surveyindikator zum Thema häufige Krankheiten:
3.18 Verteilung ausgewählter häufiger Krankheiten nach Alter und Geschlecht (Lebenszeitprävalenz)
3.79 Diabetes mellitus nach Alter und Geschlecht
In Nordrhein-Westfalen raucht etwa jede fünfte Frau (21 %) und jeder vierte Mann (26 %). 17 % der Frauen und 20 % der Männer rauchen täglich, 4 % der Frauen und 6 % der Männer rauchen nur gelegentlich (NRW-Gesundheitssurvey 2024). Fünfzehn Jahre zuvor (2009) lag der Anteil der täglichen oder gelegentlichen Raucherinnen noch bei 28 % und der täglichen oder gelegentlichen Raucher bei 31 %.
Rauchen ist in der Bevölkerungsgruppe mit einem hohen Sozialstatus weniger und in der Bevölkerungsgruppe mit einem niedrigen Sozialstatus stärker verbreitet als in der Bevölkerungsgruppe mit mittlerem Sozialstatus.
Surveyindikatoren zum Thema Rauchen:
4.1 Rauchverhalten nach Alter, Sozialstatus und Geschlecht
4.2 Rauchverhalten der täglichen Raucherinnen und Raucher nach Alter, Sozialstatus und Geschlecht
4.3 Nichtraucherinnen und Nichtraucher nach Alter und Geschlecht
4.5 Durchschnittliches Alter der Raucherinnen und Raucher bei Rauchbeginn nach Alter und Geschlecht
Zum Standardmodul im NRW-Gesundheitssurvey gehören die Fragen nach Körpergröße und Körpergewicht. Der daraus errechnete Body Mass Index (BMI) gilt als Beurteilungsgrundlage für die Ausprägung von Übergewicht oder Adipositas. Unter Adipositas versteht man die über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts mit einem BMI ≥ 30. Übergewicht liegt bei einem BMI von 25,0 bis 29,9 vor.
Laut NRW-Gesundheitssurvey 2022 sind 30 % der Frauen und 38 % der Männer übergewichtig und 21 % der Frauen sowie 27 % der Männer adipös. In der Bevölkerungsgruppe mit einem hohen Sozialstatus treten Übergewicht und Adipositas seltener auf als in der Bevölkerungsgruppe mit einem mittleren oder niedrigen Sozialstatus (NRW-Gesundheitssurvey 2022).
Surveyindikator zum Thema Übergewicht und Adipositas:
4.8 Body Mass Index (BMI) der erwachsenen Bevölkerung nach Alter, Sozialstatus und Geschlecht
Die Erfassung des Alkoholkonsums erfolgt im NRW-Gesundheitssurvey mittels des AUDIT-C Fragensets (Alcohol Use Disorder Identification Test-Consumption). Die Angaben ermöglichen eine Zuordnung der Befragten zu den Gruppen Nie-Trinker, moderate Alkoholkonsumenten und Risikokonsumenten. 2024 lag der Anteil der Nie-Trinker bei den Frauen bei 24 % und bei den Männern bei 16 %. Einen moderaten Alkoholkonsum weisen 55 % der Frauen und 62 % der Männer auf. Jede fünfte Frau (20,5 %) und jeder fünfte Mann (21,3 %) zählen zu den Risikokonsumenten. Ein riskanter Alkoholkonsum tritt bei Frauen mit hohem Sozialstatus am häufigsten auf. (NRW-Gesundheitssurvey 2024).
Surveyindikator zum Thema Alkoholkonsum
4.7: Alkoholkonsum nach Alter, Sozialstatus und Geschlecht, Survey, NRW
66 % der Frauen und 52 % der Männer essen täglich oder mehrmals täglich Obst. Gemüse wird von 61 % der Frauen und 42 % der Männer täglich konsumiert. Nur 4 von 100 Personen erfüllen die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und essen genug Obst und Gemüse (2 Portionen Obst (ca. 250 g) und 3 Portionen Gemüse (ca. 400g) pro Tag) (NRW-Gesundheitssurvey 2019).
Surveyindikator zum Thema Obst- und Gemüsekonsum
Gesundheitsindikator 4.11: Obst- und Gemüsekonsum nach Alter, Sozialstatus und Geschlecht, Survey, NRW
