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Erreger

Nosokomiale Infektionen werden durch unterschiedliche Erreger (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten, Prionen) verursacht. Das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) informiert über einzelne Erreger und listet Materialien für das jeweilige Hygienemanagement.

Grampositive Bakterien

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA)

Der Erreger Staphylococcus aureus besitzt Bedeutung sowohl als wichtiger Verursacher von außerhalb des Krankenhauses erworbenen Infektionen (unter anderem Endokarditis, hämatogene Osteomyelitis, Pneumonie) als auch insbesondere von nosokomialen Infektionen. Bei Infektionen mit Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) ist der therapeutische Handlungsspielraum durch die Resistenz gegenüber ß-Laktamen und anderen Antibiotika deutlich eingeschränkter. Das LZG.NRW gibt im Folgenden einen Überblick über Empfehlungen zum Umgang mit Patientinnen und Patienten, die mit MRSA besiedelt oder infiziert sind, sowie Empfehlungen zur Infektionsprävention und dem Hygienemangement von MRSA in stationären Einrichtungen und für den ambulanten Bereich (zum Beispiel Transport, bei Verstorbenen, in Alten- und Pflegeheimen, Eradikation).

Im Juni 2014 hat die KRINKO eine aktualisierte Empfehlung zur Prävention und Kontrolle von MRSA herausgegeben.

Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle von Methicillinresistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen. Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut.
Bundesgesundheitsblatt 2014, 57, S. 696-732.

Vergütungsvereinbarung für ärztliche Leistungen zur Diagnostik und ambulanten Eradikationstherapie von Trägern mit dem Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) in der vertragsärztlichen Versorgung gemäß § 87 Abs. 2a SGB V.
Institut des Bewertungsausschusses. 2011.

Antibiotika-resistente Erreger - Infektionsprävention im Krankentransport
LZG.NRW, Stand: 01/2017

MRSA bei Verstorbenen. Empfehlungen für Angehörige, Pflegepersonal sowie Bestattungsunternehmen
LZG.NRW, Stand: 06/2014

MRSA - Infektionsprävention in der ambulanten Pflege
LZG.NRW, Stand: 01/2017

MRSA - Infektionsprävention in Alten- und Pflegeheimen
LZG.NRW, Stand: 01/2017

Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE)

Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) sind weitere multiresistente Erreger im stationären Bereich. VRE zeigen insbesondere in Risikobereichen (z.B. Intensivmedizin) von Krankenhäusern ansteigende Infektionsraten. Das LZG.NRW gibt im Folgenden einen Überblick über Empfehlungen zum Umgang mit Patientinnen und Patienten, die mit VRE besiedelt oder infiziert sind, sowie zur Infektionsprävention und dem Hygienemangement von VRE in stationären Einrichtungen und im Transport.

Konsensusempfehlung Baden-Württemberg: Umgang mit Patienten mit Glykopeptid-resistenten Enterokokken (GRE) / Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE)
von Baum H, Dettenkofer M, Fahr A-M, et al.
In: Hygiene und Medizin. 1/2 (2006), S. 30-32.

Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) - Infektionsprävention in Alten- und Pflegeheimen
LZG.NRW, Stand: 01/2017

Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) - Infektionsprävention in der ambulanten Pflege
LZG.NRW, Stand: 01/2017

Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) - Informationen für Patientinnen und Patienten sowie Angehörige
LZG.NRW, Stand: 01/2017

Clostridium difficile

Clostridium difficile Infektionen (CDI) treten in stationären Einrichtungen in Deutschland häufiger auf als MRSA-Infektionen. Die besondere Umweltresistenz dieses Erregers (Sporenbildner) stellt eine besondere Herausforderung für das Hygienemanagement dar. Das LZG.NRW gibt in einem Merkblatt Empfehlungen zum Umgang mit Patientinnen und Patienten, die mit Clostridium difficile besiedelt oder infiziert sind, sowie zur Infektionsprävention und dem Hygienemangement im stationären Bereich.


Gramnegative Bakterien

Tendenziell hat sich das Spektrum der nosokomialen Infektionen durch resistente und multiresistente Bakterien im letzten Jahrzehnt wesentlich verschoben. Neben grampositiven wie MRSA oder VRE werden immer häufiger resistente und multiresistente gramnegative Stäbchen-Bakterien (MRGN) wie Acinetobacter sp., Pseudomonas sp. oder Enterobakterien (zum Beispiel Klebsiella spp., Escherichia coli) im Zusammenhang mit nosokomialen Infektionen insbesondere im intensivmedizinischen Bereich beobachtet. MRGN werden auf der Basis ihrer phänotypischen Resistenzeigenschaften von 4 Antibiotikagruppen klassifiziert. Je nach Resistenzprofil (zum Beispiel 3MRGN oder 4MRGN) gibt es Empfehlungen der KRINKO zum Hygienemanagement im stationären Bereich.

Multiresistente gramnegative Stäbchen-Bakterien (MRGN)

MRGN Klassifikation

Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) im Zusammenhang mit der Klassifikation von 3MRGN und 4MRGN durch mikrobiologische Laboratorien.
Nationales Referenzzentrum für gramnegative Krankenhauserreger an der Ruhr-Universität Bochum, Stand: 23.01.2013

Umsetzung MRGN-Empfehlung der KRINKO im Krankenhaus

Hygienemaßnahmen bei MRGN

Klassische MRGN Spezies

Escherichia coli (E. coli)

Klebsiella spp.

Enterobacter spp.

Andere Enterobakterien

Pseudomonas aeruginosa

Acinetobacter baumannii


Viren

Noroviren

Noroviren verursachen weltweit über die Hälfte aller Gastroenteritis-Ausbrüche und zählen darüber hinaus zu den häufigsten Erregern der durch Nahrungsmittel übertragenen Erkrankungen. Noroviren sind häufigste Verursacher nicht bakteriell bedingter Magen-Darm-Erkrankungen vor allem in stationären Einrichtungen (Krankenhäuser, Pflegeheime). Es kommt zu einer saisonalen Häufung von Norovirus-Gastroenteritiden insbesondere in der kalten Jahreszeit. Das LZG.NRW hat Merkblätter für das Hygienemanagement von Noroviren in stationären Einrichtungen sowie Gemeinschaftseinrichtungen publiziert.

Merkblatt Noroviren Empfehlungen für stationäre Einrichtungen
LZG.NRW, Stand: 12/2014

Merkblatt Noroviren Empfehlungen für Gemeinschaftseinrichtungen
LZG.NRW, Stand: 11/2015

Merkblatt Noroviren Häufig gestellte Fragen zu Noroviren und Norovirus-Erkrankungshäufigkeiten
LZG.NRW, Stand: 07/2017


Rotaviren

Rotaviren sind die häufigste Ursache viraler Darminfektionen bei Kindern. In den westlichen Industrieländern erkranken am häufigsten Säuglinge und Kleinkinder aufgrund noch fehlender Immunität. Bei Neugeborenen und Kleinkindern sind Rotaviren die Hauptursache für nosokomiale Darminfektionen. Im Erwachsenenalter treten Erkrankungen vor allem als Reisediarrhö, bei Eltern erkrankter Kinder oder im Rahmen von Ausbrüchen in Altenheimen in Erscheinung. Das Merkblatt des LZG.NRW informiert über das Hygienemanagement von Rotaviren in stationären Einrichtungen.

Merkblatt Rotaviren. Empfehlungen für stationäre Einrichtungen
LZG.NRW, Stand: 09/2013


Adenoviren

Die infektiöse Bindehaut- und Hornhautentzündung des Auges (epidemische Adenovirus-Keratokonjunktivitis, Keratokonjunktivitis epidemica), auch Augengrippe genannt, wird durch Adenoviren verursacht. Oft kommt es zu örtlich gehäuftem Auftreten. Die hoch ansteckende infektiöse Bindehautentzündung kann in allen Altersgruppen auftreten. Die Übertragung erfolgt direkt von Mensch zu Mensch über die Tränenflüssigkeit erkrankter Personen, besonders über den im Alltag häufigen Hand-Augen-Kontakt. Das LZG.NRW hat ein Merkblatt für Betroffene,, die mit Adenoviren infiziert sind, und deren Kontaktpersonen publiziert.

Merkblatt für Patientinnen, Patienten und Kontaktpersonen
LZG.NRW, Stand: 11/2016


Pilze

Tinea capitis

Pilze, die eine Infektion der Haut hervorrufen (Dermatophyten), treten weltweit und vor allem bei Kindern und Jugendlichen häufig auf. Sie sind hochkontagiös. Obwohl genaue Angaben zu Häufigkeit und Vorkommen der nicht meldepflichtigen Kopfpilzinfektion (Tinea capitis) fehlen, ist zu beobachten, dass unter anderem die Erreger "Trichophyton tonsurans" und "Microsporum audouinii" immer wieder für Infektionsausbrüche in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen sorgen. Der Hauptübertragungsweg ist der direkte enge Körperkontakt (zum Beispiel von Kopf zu Kopf). Das Informationsblatt des LZG.NRW richtet sich vor allem an Gesundheitsämter.

Informationsblatt Tinea capitis (Pilzerkrankung der Kopfhaut)
LZG.NRW, Stand: 01/2016


Parasiten

Skabies

Die durch Milben verursachte ansteckende, aber medikamentös behandelbare Hautkrankheit "Skabies" betrifft besonders Kinder und pflegebedürftige ältere Menschen. Eine Übertragung erfolgt durch engen Haut-zu-Haut-Kontakt, wie er unter anderem in stationären Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten vorkommt. Resistenzen gegen die bei der Behandlung angewendeten Medikamente liegen nach dem Erkenntnisstand des Robert Koch-Instituts europaweit nicht vor, allerdings kommt es bei der Anwendung von Permethrin in einem von zehn Fällen zu einem Therapieversagen (RKI: Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Krätze, Abruf am 20.03.2018). Die vorliegenden Merkblätter vermitteln den Verantwortlichen von Kindertagesstätten und Pflegeinrichtungen Kenntnisse über das Erkennen einer Skabies-Besiedlung und über die Maßnahmen, mit denen sie die Behandlung von Skabies erfolgreich unterstützen können. Ergänzt werden die Merkblätter durch Informationsschreiben für Erziehungsberechtigte und Betreuende sowie für Besucherinnen, Besucher und Nutzende der Einrichtungen.

Merkblatt Skabies, Empfehlung für stationäre Pflegeeinrichtungen
LZG.NRW, Stand: 03/2018

Merkblatt Skabies, Empfehlung für Kindertagesstätten und Kindertagespflegen
LZG.NRW, Stand: 03/2018

Erregersteckbrief Skabies